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Archive for Februar 2010

Arrrggghhh 3…


Seite dem Update auf 1.66 und einem unmittelbar danach notwendigen Hardreset lief der HD2 bis heute einwandfrei. Heute morgen wollte  ich allerdings schnell eine Adresse eines Geschäftes mit dem HD2 fotografieren. Also HD2 gezückt, eingeschaltet, die Fotofunktion ausgewählt und der HD2 erzählt mir etwas von ‚Kamera kann nicht initialisert werden‘, oder so ähnlich! Arrrggghhh… Zum Glück hatte ich noch eine andere Kamera im Auto liegen. Später versuchte ich dann mit Memmaid den Übeltäter zu finden. Dabei habe ich festgestellt, dass unter Memmaids ‚CPU Benutzung‘ einige Prozesse waren, von denen ich eigentlich dachte, dass sie längst beendet sein müssten. Zum Beispiel Aloqa! Ich versuchte Aloqa ‚abzuschiessen‘, was aber leider misslang.

Daraufhin machte ich einen Softreset und anschließend hatte ich meine Kamera wieder. Aber geärgert hat es mich doch und Aloqa habe ich wieder deinstalliert. War mir sowieso suspekt, da man ja zu einer Abfrage automatisch seine aktuelle Position angibt.

Kategorien:HTC HD2, Windows Mobile

Pimp your HTC HD2

Februar 26, 2010 22 Kommentare

Ich habe meinen HTC HD2 mit einem 1.48er ROM bekommen und ihn mittlerweile auf die 1.66er Version upgedatet. Ist ja auch nicht schwer. Das Update erforderte einen Hardreset und damit die Neuinstallation aller von mir eingesetzten Software. Glücklicherweise hatte ich in der Zwischenzeit zahlreiche Software ausprobiert und mir dadurch einen Überblick verschafft, was auf dem HD2 Sinn macht oder nicht. Brauchbare Software habe ich als CAB-Datei in einem Ordner ‚Software‘ auf meiner Speicherkarte, so dass die Neuinstallation relativ schnell vonstatten ging.

In Foren zum HD2 kann man von vielen HD2 Anwendern lesen, dass sie alternative Oberflächen verwenden – davon habe ich von Anfang an Abstand genommen. Zum einen halte ich es schlicht für Unsinn, die von einem Hersteller speziell für das Gerät entwickelte Oberfläche, in diesem Fall HTC Sense, zu ersetzen und zum anderen ist die Gefahr, durch Programmfehler in den alternativen Oberflächen Instabilitäten hervorzurufen, zu groß.

Für viele mag das HD2 mit seiner Grundausstattung vollkommen ausreichend sein. Man kann damit:

  • Telefonieren,
  • SMS senden und empfangen,
  • EMails senden und empfangen,
  • Kontakte verwalten,
  • im Internet surfen,
  • Termine verwalten,
  • Aktienkurse einsehen,
  • Fotos und Filme machen und betrachten,
  • MP3s hören und organisieren,
  • Über das aktuelle Wetter informiert sein,
  • RSS-Feeds empfangen und lesen,
  • In Youtube herumstöbern,
  • Google Maps verwenden,
  • Twittern,
  • und mit seinen Facebook-Freunden in Kontakt bleiben,
  • Visitenkarten fotografieren und automatisch den Text erkennen lassen.

Das ist wirklich eine ganze Menge! Und es sind einige absolut bemerkenswerte Dinge dabei, wie zum Beispiel Videos ansehen oder im Internet surfen, von denen man vor ein paar Jahren nicht ernsthaft erwartet hätte, dass sie mit einem Handy möglich sind. Und jetzt ist es nicht nur einfach möglich, sondern es funktioniert sogar richtig gut! Aktuell erwische ich mich oft dabei, dass ich abends mit einem Kopfhörer im Bett liege und als ‚Betthupferl‘ noch ein wenig in Youtube stöbere!

Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die auch noch möglich wären und die nicht standardmäßig vom HD2 unterstützt werden. Für mich elementar sind:

  • Alle meine Fotos komfortabel ansehen.
  • Die Wikipedia immer dabei haben.

Zu beiden Themen habe ich schon an anderer Stelle – und zwar hier und hier – etwas geschrieben. Allerdings habe ich noch einiges mehr auf meinem HD2 installiert und so eine – zumindest für mich – zufriedenstellende Minimalinstallation geschaffen. Wenn man alle in diesem Artikel beschriebene Software installiert, kann der HD2 folgende Dinge zusätzlich:

  • Komfortabel in über 50000 Bildern, die in einer Verzeichnisstruktur gespeichert sind, stöbern.
  • Auf das Wissen der Wikipedia von mindestens Anfang 2009 offline zugreifen, samt einiger Bilder.
  • Musik erkennen.
  • Barcodes erkennen und davon abhängig nach günstigen Preisen suchen.
  • Einen Screenshot anfertigen, einfach durch schütteln.
  • Jederzeit Übersicht über laufende Programme haben und gezielt davon einzelne beenden.
  • eBooks komfortabel lesen (auch das ePub-Format!).
  • Ausgezeichnet rechnen!
  • Outdoor-Sportler retten.
  • Von unterwegs bloggen.
  • Winkel bestimmen und Erdbeben aufzeichnen.
  • Die geographischen Gegebenheiten der Erde erfassen (OpenStreetMap).
  • Schachspielern jederzeit ein Gegner auf Großmeisterniveau sein.
  • Automatisch Telefongespräche aufzeichnen (leider mit zu leiser Stimme des Gegenübers).
  • Jederzeit gesprochene Ideen als MP3-Datei aufzeichnen (Und das nur, wenn wirklich gesprochen wird)!

Das ist doch noch besser, oder? 😉

Midomi

Eine von iPhone-Besitzern gerne vorgeführte Applikation (‚App‘) um die Genialität ihres Handys zu demonstrieren ist die Musik-Erkennung. Man hält das iPhone vor den Lautsprecher des Autoradios oder der Stereoanlage und ein paar Sekunden später zeigt das iPhone den Titel an! Das ist tatsächlich außergewöhnlich, aber eigentlich keine besondere Leistung des iPhones, sondern der App, die drauf läuft. Mit Midomi kann man diese Fähigkeit auch dem HD2 geben! Hier findet sich ein Download-Verweis.

Mit Summen und Pfeifen habe ich nicht viel Erfolg gehabt, was aber durchaus an meinen musikalischen Fähigkeiten liegen kann. Dagegen funktioniert Midomi hervorragend, wenn man ihm einfach ein Stück Musik aus dem Autoradio oder von der Stereo-Anlage vorspielt.

barcoo und woabi

Möglicherweise richtig nützlich können die beiden Programme ‚barcoo‘ und ‚woabi‘ werden. Und zwar dann, wenn man im Elektronik-Fachmarkt seines Vertrauens steht und gerne wissen möchte, ob ein dort angebotenes Produkt vielleicht woanders billiger zu bekommen ist. Einfach mit dem SmartPhone den Barcode des Produktes fotografiert und wenige Sekunden später erscheint (wenn alles reibungslos im Sinne des Erfinders funktioniert hat) eine Liste auf dem Smartphone-Display, in der sich vielleicht ein günstigerer Anbieter finden läßt!

Wie funktioniert es? Der fotografierte Barcode wird entschlüsselt und die sich daraus ergebende Nummer an einen Webserver gesendet. Dieser kann dann anhand der Nummer das Produkt ermitteln und anschließend in seiner Datenbank nach günstigen Preisen für das Produkt suchen. Es kann natürlich vorkommen, dass ein Produkt noch nicht in der Datenbank erfasst ist!

Ich finde es allerdings hochgradig unfair, wenn man diese Programme einsetzt, nachdem man vorher eine umfangreiche Beratung inAnspruch genommen hat.

Nach einigen Experimenten denke ich, dass ‚woabi‘ besser funktioniert als ‚barcoo‘.

BsB Tweaks

Ich bin mir noch nicht sicher, ob man BsB Tweaks (Herstellerseite) wirklich benötigt. Im wesentlichen bietet es eine komfortable Möglichkeit interessante Registry-Keys zu manipulieren. So kann man damit z. B. den Registry-Key für die GPS-Einbindung der eingebauten Kamera setzen oder die WLAN-Geschwindigkeit erhöhen. Nach einem Softreset sind dann angeblich die Funktionen freigeschaltet. Es gibt noch viele andere Registry-Keys. Andererseits frage ich mich, warum HTC diese Funktionen nicht von vornherein aktiviert hat? Es sind ja offensichtlich hochinteressante Sachen dabei. Führen diese Änderungen vielleicht zu Fehlfunktionen des HD2?

Es gibt allerdings eine Funktion, die ich absolut nicht mehr missen möchte: Dies ist die Reflow-Funktion des Adobe Readers, die es ermöglicht, PDF-Bücher in einer annehmbaren Schriftgröße bei einer brauchbaren Formatierung und einem halbwegs komfortablen ‚Blättern‘ zu lesen. Dies ist momentan die einzige Registry-Key abhängige Funktion, auf die ich beim HD2 wirklich nicht verzichten möchte. Darum habe ich mir ein eigenes Programm geschrieben, mit dem ich nur die für mich unabdingbaren Registry-Keys verändere und anschließend einen Softreset auslösen kann. Alternativer Download-Verweis.

Es gibt aber noch ein zweites interessantes Feature innerhalb von BsB Tweaks: Dies ist das Aktivieren eines Screenshot-Programms, welches anschließend durch einfaches Schütteln des HD2 einen Screenshot anfertigt.

BsB Tweaks ist nicht lebensnotwendig, mutige Anwender können damit aber ihr Glück versuchen.

ShakeAndSave

Wer von BsB Tweaks von vornherein Abstand nimmt, aber unbedingt das Schüttel Screenshot-Programm benötigt, der kann sich einfach ShakeAndSave installieren. Vor jeder Screenshot-Session muss das Programm aufgerufen werden, dort dann das gewünschte Dateiformat auswählen, den Sicherheitshinweis ‚Hold you phone tight! We are NOT responsible in case you drop it.‚ (Das ‚r‘ bei ‚you‘ fehlt tatsächlich) abhaken und auf ‚Start‘ drücken. Anschließend einfach für einen Screenshot das HD2 schütteln, nach jedem Abspeichervorgang fragt das Programm nach, ob weitere Screenshots gemacht werden oder ob es beendet werden soll.

MemMaid

Auch Memmaid würde ich mittlerweile nicht mehr als lebensnotwendig für den dauerhaften Betrieb des HD2 erachten. In den ersten Tagen mit dem HD2 war es aber sehr nützlich. Beim vielen Ausprobieren unterschiedlichster Software konnte man damit problematische Programme erkennen und bei Bedarf ‚abschießen‘. Jetzt, nach der Installation des neuen ROMs ist mein HD2 nur noch einmal hängengeblieben und Memmaid wurde von mir nur noch selten verwendet. Wenn das so weiter geht, benötige ich Memmaid nicht mehr und es kann wieder deinstalliert werden. Außerdem steht mit Duttys Task Manager ein Werkzeug zur Verfügung, was erstens kostenfrei ist und sich zweitens wesentlich eleganter in die HTC Sense Oberfläche einfügt. Dafür besitzt es nur einen Bruchteil der Möglichkeiten von Memmaid.

Mittlerweile habe ich noch eine nützliche Anwendung für Memmaid entdeckt. Gelegentlich kommt es vor, dass sich ein Programm aus irgendeinem Grunde verabschiedet, ohne sich dabei allerdings restlos aus dem System zu entfernen. Ohne Memmaid führt dies über kurz oder lang zu einem Softreset! Wer den Softreset vermeiden oder aber zumindest hinauszögern will, findet in Memmaid eine Funktion mit der Bezeichnung ‚Aktive Prozesse‘, die eine Liste mit allen laufenden Prozessen anzeigt. Dort kann man versuchen einen derart ‚hängenden‘ Prozess zu finden und ihn dann mit einem Druck auf die Schaltfläche ‚Stop‘ beenden. Mir hat das bei Tomeraider3 geholfen: Als ich Tomeraider3 mit einem Druck auf sein Startsymbol aufrufen wollte, passierte gar nichts. Ich versuchte es noch einmal – wieder nichts. Daraufhin sah ich mit Memmaid nach und entdeckte einen laufenden Tomeraider3-Prozess und beendete ihn. Anschließend ließ sich Tomeraider wieder ganz normal starten.

Duttys Task Manager

Duttys Task Manager fügt sich wunderbar in die HTC Sense Oberfläche ein. Ist eine Anwendung gerade offen und bedeckt das Display, so kann mit einem längeren Druck auf die Schließen-Schaltfläche rechts oben, die Anwendung komplett geschlossen und nicht nur in den Hintergrund geschaltet werden, wie das normalerweise der Fall ist. Wenn aber gerade HTC Sense aktiv ist, so bewirkt der Druck auf die Schaltfläche das Erscheinen des Taskmanagers und erlaubt eine Reihe weiterer Funktionen, wie das Schließen aller Anwendungen auf einmal, das gezielte Schließen einzelner Anwendungen, einen Optionendialog sowie die Anzeige der Speicherauslastung. Größter Nachteil von Duttys Taskmanager ist die fehlende Anzeige einzelner Prozesse samt aktueller CPU-Auslastung. Dies kann nämlich wiederum Memmaid. 😉

Freda

Wie schon aus dem Absatz über BsB Tweaks hervorging, nutze ich das Smartphone gerne als eBook-Reader. Leider enthält der deutsche HD2 kein eBook-Tab, wie es möglicherweise ein in den USA demnächst erscheinender HD2 tut. Man ist hierzulande noch auf Selbsthilfe angewiesen und dabei kann möglicherweise Freda einen guten Job verrichten. Ich habe Freda bisher nur installiert und kurz ausprobiert und weiß daher, dass es zumindest auf dem HD2 läuft und ich damit meine ASCII-Texte anzeigen und lesen kann. Für viele interessanter, dürfte die Fähigkeit von Freda sein, das ePub-Format zu verarbeiten. Da sich mittlerweile das ePub-Format durchzusetzenscheint siehe hier und hier, kann es nicht verkehrt sein, einen eReader zu besitzen, der dieses Format verstehen kann.

Freda 2.0 ist erschienen.

Panoramic Calc Pro

Dieser Rechner passt sehr gut zum HD2, da er durchgehend touchfreundlich entwickelt wurde. Der Rechner ist sehr wandelbar, es lassen sich über ein Auswahlmenü verschiede Skins auswählen, die aber nicht einfach nur das Erscheinungsbild verändern, sondern dem Rechner auch eine unterschiedliche Funktionalität verleihen. Man kann zwischen:

  • Standard,
  • Scientific,
  • Base Conversions,
  • Graphing,
  • Unit Converter,
  • World Currencies,
  • Date and Time,
  • Constants,
  • Financial und
  • Statistics

auswählen. Leider ist er nicht programmierbar. Aber durch seine Vielfältigkeit und seine auf Touchgebrauch ausgerichtete Oberfläche halte ich ihn für einen der besten Rechner für den HD2.

Free42

Wenn vor 30 Jahren jemand ein elektronisches, etwa zigarettenschachtelgroßes, Gerät neben sich auf dem Schreibtisch liegen hatte, war dies nahezu immer ein Taschenrechner. Möglicherweise war es für viele ein Statussymbol, wie es heute auch oft Handy oder Smartphone sind. Was heute das iPhone oder Nokia Communicator sind, waren damals HP-41C oder TI-59. Durch deren Programmierfähigkeit konnte man sie auch zu mehr benutzen, als nur zum rechnen. Womit sie eine entfernte Ähnlichkeit zum multifunktionalen Smartphone hatten. Viele Jahre nach dem großen Erfolg des HP-41C entwickelte Hewlett-Packard den HP-42S, der weitgehend kompatibel mit dem HP-41C ist. Außerdem besitzt er ein zweizeiliges Punkmatrix-Display, welches sich wesentlich schöner ansehen läßt.

Von diesem wunderbaren Gerät gibt es eine voll kompatible Nachbildung für verschiedene Betriebssysteme, unter anderem auch für Pocket PCs. Ursprünglich für QVGA-Geräte entwickelt, ist es glücklicherweise skin-fähig und es gibt eine sehr schöne WVGA-Skin dafür. Für die meisten Anwender ist der Panoramic Calc Pro vermutlich der bessere Rechner, da er sich durch die großen Tasten sehr einfach gebrauchen läßt und er sehr viele interessante Funktionen hat. Für Nostalgiker, bzw. alle Anwender, die früher schon einmal einen HP-Taschenrechner in den Händen hatten, ist der HP-42S eine nette Erinnerung. Außerdem ist er progammierbar!

GPSSend

Dieses Programm wurde ursprünglich zur Sicherheit von sogenannten Nightbikern – meist Mountain-Biker, die bei Dunkelheit unterwegs sind – entwickelt. Es ermöglicht dem Partner eines Nightbikers, zu Hause am Browser zu sehen, wo sich der Biker  auf dem handybemasteten Teil der Welt gerade befindet. Dazu ermittelt GPSSend ununterbrochen die aktuelle GPS-Position und sendet diese in einem einstellbaren Intervall an einen Server. Der Daheimgebliebene kann dann in einem Browserfenster jederzeit sehen, ob der Partner schon wieder auf dem Rückweg ist oder ob er sich überhaupt noch bewegt.

Mittlerweile wurde in das Programm noch eine Abfrage des Beschleunigungssensors eingebaut, so dass GPSSend erkennen kann, ob sich der Fahrer überhaupt noch bewegt. Denn wenn der Biker sich nicht mehr bewegt, könnte es sein, dass er einen Unfall hatte und möglicherweise ohnmächtig auf dem Boden liegt. Wenn GPSSend 30 Sekunden völlige Bewegungslosigkeit registriert, gibt es eine akustische Warnung aus, nach 1 Minute sendet GPSSend entweder eine SMS, eine EMail oder beides.

Der Einsatz von GPSSend erfordert einen kostenlosen Account, so dass Missbrauch weitgehend ausgeschlossen ist. Es wird aber nur Loginname und EMail benötigt!

GPSSend wurde inzwischen weiter verbessert und um neue Funktionen ergänzt, so steht jetzt auch eine einfache Kartensicht auf Basis von OpenStreetMap zur Verfügung. Auf dieser wird ein eventuell zurück gelegter Weg mit Hilfe einer Linie dargestellt.

moBlog

Wer unterwegs ist und dringend etwas bloggen muss, sollte sich dieses Programm auf seinem HD2 installieren Es ermöglicht das Bloggen vom Smartphone aus. Die Benutzerführung halte ich für stark verbesserungsfähig, aber im Notfall ist es besser als nichts.

Hilfstext Hilfstext

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mToolBox

Die bisher sinnvollste Anwendung des im HD2 eingebauten Beschleunigungssensors ist sicher das Drehen des Displayinhalts, wenn der HD2 gekippt wird. Er verlockte allerdings viele Programmierer zum Experimentieren und daraus sind zahlreiche kleine Programme entstanden. Neben den völlig sinnlosen, wie Flaschendrehen, Weihnachtsglocke, Biertrinken gibt es ein paar, die man zumindest einmal ausprobieren sollte, wie Beschleunigungsmessung bei Fahrzeugen, Wasserwaage oder Seismographen. Dazu muss man sie nicht alle einzeln installieren, den in mToolBox sind die wichtigsten zusammengefasst. Enthalten sind:

  • Wasserwaage
  • Winkelmessung
  • Erschütterungsverlauf
  • Lichtmengenmessung
  • Zentimeter- bzw. Zollmaß

OSMTracker

OpenStreetMaps ist nach der Wikipedia eines der beeindruckendsten Open Source Projekte, die von freiwilligen Mitarbeitern (‚Mappern‘) aus der ganzen Welt getragen werden. Jeder kann sich, mit einem GPS Gerät ausgerüstet, als Kartograph fühlen und einen kleinen Teil der Welt als digitale Karte erfassen. Vor wenigen Jahren gestartet, ist die OpenStreetMap schon heute an vielen Stellen detaillierter (siehe hier und hier) als z. B. Google Maps. Mittlerweile gibt es schon erste Navigationsprogramme auf Basis der OpenStreetMaps Karten.

Ich bin kein Mapper, aber wenn ich mit dem Mountain-Bike unterwegs bin, komme ich immer wieder auf Wege, die in der OSM noch nicht erfasst sind. Die erfasse ich dann abends mit dem Online-Editor Podlatch nach. Bisher verwendete ich dazu immer ein Garmin Vista C bzw. HCx. Aber mit dem Programm OSMTracker sollte es auch mit dem HD2 funktionieren. Noch habe ich keinen einzigen Track damit erfasst, aber das Programm installiert und die wichtigsten Funktionen überprüft. OSMTracker findet das GPS und kann OpenStreetMaps Kacheln für die Kartenansicht laden. Damit ist es auch schon als einfaches Outdoor-Navi zu gebrauchen!

Noch ein kleiner Tip am Rande: Auf Openmtbmap gibt es gelände-routingfähige (!) Karten für Garmin-Geräte. Die Karten lassen sich über das Garmin-Programm ‚Mapsource‘ auf das GPS-Gerät laden und anschließend kann man sich quer durch den Wald routen lassen! Macht viel Spaß.

Valentin Iliescu Chess 2.0 –  PocketGrandmasterPocket Fritz

Seit frühester Jugend spiele ich gelegentlich Schach. Genauso gelegentlich verfolge ich die Entwicklung von Schachcomputern und Schachprogrammen. Das Computer überhaupt Schach spielen können, mag für die Jüngeren selbstverständlich sein – ich fand es anfangs fast unglaublich und habe fasziniert vor Geräten wie dem Mephisto, gestanden. Besessen habe ich nie einen, dazu hatte ich zu viele andere Hobbies. Letztlich hat es lange gedauert, bis käufliche Schachcomputer ernsthafte Gegner für Menschen geworden sind. Aber heute schaffen dass sogar Programme für Pocket Computer bzw. Smartphones!

Ein Programm, welches leider nicht auf dem HD2 läuft, aber Freeware ist, ist Valentin Iliescu Chess. Es funktioniert zum Beispiel auf dem xda Orbit 2 bis zur Version Windows Mobile 6.0, ab 6.1 klappt es leider nicht mehr. Valentin Iliescu Chess unterstützt auch die VGA-Auflösung, die zum Beispiel der alte hx4700 von Hewlett-Packard besitzt.

Nachdem ich auf den HD2 umgestiegen bin, musste ich eine Zeit lang nach einem brauchbaren Programm suchen. Schließlich habe ich sogar 2 gefunden: PocketGrandmaster und Pocket Fritz 4.0! Letzteres kostet leider etwas. Auch PocketGrandmaster muss letztlich bezahlt werden, aber es hat den Anschein, dass es auch in der eingeschränkten Version benutzbar ist. Beide habe ich nicht dauerhaft ausprobiert, aber installiert und einige Probepartien angespielt. Dabei konnte ich keine Fehler feststellen. Interessant ist bei Pocket Fritz 4.0 die Möglichkeit den ELO-Wert einzustellen. Damit ließe sich also der ELO-Wert eines beliebigen menschlichen Spielers als Einstellung für Pocket Fritz verwenden. Pocket Fritz würde dann so spielstark wie eben dieser Spieler spielen. Ausprobiert habe ich das noch nicht, aber für manchen ist dies sicher einige Experimente wert. Laut Werbetext erreichte Pocket Fritz beim Copa Mercosur Großmeisterturnier 2009 in Buenos Aires eine Elo-Performance von 2938! Das ist ein sehr hoher Wert, den üblicherweise nur Großmeister erreichen!

Obwohl PocketGrandmaster möglicherweise nicht so bekannt ist wie PocketFritz, scheint es ein sehr gutes Schach-Programm zu sein, sehr leistungsfähig, viele Funktionen, ein schönes Erscheinungsbild und sehr gute Spielstärke.

TCPMP 0.72

Das – zumindest für Smartphones – riesige, scharfe Display des HD2 ermöglicht nicht nur Bildern ein exzellentes Erscheinen, auch für Filme ist es mehr als nur geeignet. Leider kann der eingebaute Player nicht alle Formate abspielen. Als Alternative bietet sich der Coreplayer an. Genau wie die Resco-Software auch, kostet der aber Geld. Wenn ich mich recht erinnere, ist der Coreplayer aber ein Nachfolger des Betaplayers und von diesem gibt es auch eine kostenlose Version. Ich bin mir aber nicht sicher. Infos zum TCMCP gibt es hier. Allerdings sollte man ihn sich dort nicht downloaden, da dort noch zusätzlich eine ‘Softonic Toolbar’ installiert wird und die Version vermutlich auch nicht auf dem HD2 funktionieren wird, da sie vermutlich nicht für Windows Mobile ab Version 6.1 kompiliert ist. Es gibt aber eine rekompilierte Version, die durchaus sowohl auf dem xda Orbit 2 als auch auf dem HD2 funktioniert.

Eine weitere interessante Information ist der Hinweis, dass sich der TCMCP-Player um Codecs erweitern läßt, mit dessen Hilfe er noch mehr Filmformate (angeblich sogar FLV) verstehen und abspielen kann. Das heisst, eine ideale TCMCP-Installation enthält auch alle zusätzlichen Codecs. Eine Seite, die das besser erklärt, findet sich hier. Lange Rede, kurzer Sinn, einen brauchbaren Download-Link habe ich hier gefunden. Diese CAB-Datei enthält einen für Windows Mobile kompilierten TCMCP incl. vieler verschiedener Codecs. Einfach die CAB-Datei installieren und alles notwendige ist vorhanden. Die ursprüngliche Seite zum TCMCP.

Zum Abschluß noch der wichtigste Hinweis: Auf keinen Fall sofort einen Film abspielen! Ich habe mir damit den HD2 schon so ‘zerschossen’, dass ich um einen Hardreset nicht herum gekommen bin. Das erste, was man nach dem Aufruf des TCMCP auf dem HD2 machen sollte, ist die Option ‘Video’ auf  ‘GDI’ umstellen!!! Danach ist der TCMCP einer der besten Player für den HD2.

Seit kurzem gibt es bei xda.developers eine interessante ‚Kompilation‘ des TCMCP. Die Besonderheiten sind eine recht gut an den HD2 angepasste Oberfläche (’skin‘) in Verbindung mit den gängigsten Codecs und der Fähigkeit Untertitel anzuzeigen. Die Oberfläche ist sehr touchfreundlich. Einzige kleine Schwäche ist die nicht völlige Ausnutzung der Displaybreite im Normalmodus. Im Querbild ist allerdings alles perfekt. Hier ist alles Sinnvolle für den TCMCP in einer einzigen ‚CAB‘ zusammengefasst und lässt sich problemlos installieren. Mit dieser Version habe ich das Abspielen von FLV-Dateien ausprobiert und kann hiermit mitteilen, dass es funktioniert. Allerdings sind FLV-Dateien wie die von ‚Unser Star für Oslo‘ (USFO) vermutlich in der Auflösung zu groß für den HD2 und das Abspielen stockt, kleinere Auflösungen sind aber problemlos möglich.

Die bei diesem Paket mitgelieferte ‚Skin‘ hat noch einen kleinen, grundsätzlich vernachlässigbaren, Fehler: Die beiden Regler hinterlassen, einmal nach ganz rechts gezogen, kleine, weiße Artefakte. Wer nach Perfektionismus strebt, kann darum die im Paket mitgelieferte Skin durch diese hier ersetzen.

Tomeraider 3

Tomeraider wird scheinbar nicht mehr gepflegt, ist aber trotzdem momentan vermutlich die einzige Möglichkeit offline und einigermaßen komfortabel (heißt touchfreundlich) auf dem HD2 eine Wikipedia zu benutzen. Das Problem bei Offline-Wikipedias ist es einen Viewer zu finden, der erstens auf einem Smartphone läuft und zweitens ein Format unterstützt, welches möglichst kompakt ist. Beides ist bei der hier vorgestellten Lösung der Fall. Tomeraider unterstützt ein eigenes Format, welches große Datenmengen in komprimierter Form verwenden kann. Von Zeit zu Zeit gibt es im Internet aktuelle Wikipedia-Datenbestände die in das Tomeraider-Format konvertiert wurden. Die aktuellste Wikipedia die ich finden konnte, ist von Anfang 2009. Sicher nicht aktuell, aber absolut brauchbar. Diese gibt es sogar mit komprimierten Bildern!

Weitere Informationen findet man an dieser und an dieser Stelle.

Resco Photo Manager

Die superscharfen Displays moderner Smartphones eignen sich sehr gut zum Betrachten von Bildern. Speicherkarten mit gigantischen Speicherkapazitäten machen es möglich tausende von Bildern zu speichern. Ich habe bis jetzt ca. 50000 selbst fotografierte Digitalbilder und es reizte mich, diese auf dem HD2 mit mir herum zu tragen, um sie so jederzeit ansehen zu können oder um in einem Gespräch Erzähltes jederzeit durch Bilder untermauern zu können. Leider taugt die Album-Anwendung des HD2 überhaupt nicht dazu, 50000 Bilder, die sich in einem strukturierten Verzeichnissystem befinden, komfortabel zu betrachten. Mein bisher auf anderen Smartphones eingesetztes XnView v1.51 for PocketPC konnte ich auf dem HD2 nicht mehr verwenden, da es auf Stiftgebrauch ausgelegt und dadurch auf dem HD2 zu fummelig ist.

Bei meinen Recherchen entdeckte ich den Resco Photo Manager, welcher alle diese Nachteile nicht hat und noch dazu von jedem Ordner drei klitzekleine aber wunderhübsche Vorschaubildchen anfertigt. Da war es um mich geschehen und ich verzieh ihm auch die gelegentlichen Abstürze, wenn ich zu schnell zwischen den Ordnern wechselte, während er noch beim generieren von Vorschaubildchen war.  Hat er sie einmal angefertigt, legt er sie als ‚Folder.pn_‘ im Ordner ab und greift beim nächsten Mal darauf zu.

Der Photo Manager besitzt eine ausgereifte Diashow-Funktion, die sogar eigene MP3s als Hintergrundmusik abspielen kann, eine einfache Bildverarbeitung und viele andere Funktionen. Für mich entscheidend ist aber die durchdachte Oberfläche, die es mir ermöglicht, entweder völlig entspannt in meinen Bilder-Ordnern zu stöbern oder bei Bedarf schnell ein bestimmtes Bild finden zu können.

Schön wäre noch eine Option, die es erlaubt das Startverzeichnis fest auf ein bestimmtes individuelles Verzeichnis festzulegen.

Resco Audio Recorder

Seit langer Zeit interessiere ich mich für moderne Möglichkeiten Sprache aufzuzeichnen. Perfekt wäre ein Gerät, welches meine Sprache direkt bei der Aufnahme in ASCII-Text konvertiert und als Datei auf dem Gerät ablegt. Gibt es leider noch nicht. Mit Dragon NaturallySpeaking ist es aber möglich, aufgenommene Sprachdateien nachträglich in Text zu konvertieren. Aber so hundertprozentig funktioniert das Ganze nicht.

Bleibt die Frage, wo die Sprachdateien herkommen?

Vor einigen Jahren experimentierte ich mit dem Archos Ondio FM (2. von links) und dem alternativen Betriebssystem ROCKbox. Denn ROCKbox besitzt zwei wesentliche Features: Die Speicherung der Aufnahme als MP3 und ein automatisches Start/Stop in Abhängigkeit einer bestimmten Eingangs-Lautstärkehöhe. Das Problem war nur, dass ich keine Lust hatte, ein Handy und den Ondio gleichzeitig mit mir herum zu tragen.

Womit wir bei dem in Windows Mobile integrierten ‘Sprachrekorder’ sind. Dieser hatte aber in der Vergangenheit meine Bedürfnisse nicht befriedigt, da er nur eine begrenzte Aufzeichnungsdauer besitzt und die Aufnahmen als WAV-Dateien speichert, welche äußerst speicherintensiv sind und auch nicht überall abgespielt werden können.

Ganz im Gegensatz zum Resco Audio Recorder. Der erlaubt es als Aufzeichnungsformat MP3 auszuwählen, wodurch die Aufnahmen sehr kompakt werden und von jedem MP3-Player abgespielt werden können. Dazu verfügt er über ein weiteres, sehr effizientes Merkmal: Es lässt sich eine ‘Voice Activation’ einstellen. Derart präpariert wartet der Audio Recorder nach dem Drücken des Aufnahme-Buttons auf eine – einstellbare – Eingangs-Lautstärkehöhe, bis er mit der Aufnahme beginnt. Dadurch werden lautlose Zwischenräume nicht aufgezeichnet und die eigentliche Aufnahme enthält nur die wirklich gesprochenen Passagen. Das spart noch einmal zusätzlich Platz und macht das spätere Abhören komfortabler, da man bei Zwischenräumen weder warten noch vor spulen muss.

Resco Explorer

Ein reiner Smartphone-Anwender sollte dieses Programm eigentlich nicht benötigen. Der Trend bei der Entwicklung von modernen Oberflächen geht eindeutig dahin, dass ein Anwender möglichst nichts von den unter den Anwendungen versteckten Technologien – und da gehört ein hierarchisches Dateisystem auch dazu – mitbekommen sollte. Was für viele Anwender auch völlig in Ordnung geht.

Für jemanden, der die Entwicklung ‚persönlicher Computer‘ von Anfang an begleitet hat, ist das allerdings völlig unzumutbar! So jemand muss unbedingt ins System blicken können! Das von Windows Mobile dazu angebotene Werkzeug ‚Datei-Explorer‘ ist dazu nur bedingt verwendbar, da es – wenn überhaupt – nur halbherzig auf Touch-Gebrauch ausgelegt ist.

Resco hat diese Schwäche schon lange erkannt und bietet mit seinem ‚Explorer‘ eine sehr gute Alternative an. Zusätzlich mitgeliefert wird noch ein Registry- und ein FTP-AddIn, die es erlauben sogar in die Untiefen der Windows Mobile Registry hinab zu steigen oder Dateimanagement über FTP zu betreiben.

Resco BrainGames

Als ich mich entschlossen hatte, von Resco den Photo Manager, den Audio Recorder und den Explorer zu kaufen und dann sah, wie der Preis mit jedem weiteren Artikel im Warenkorb in sich zusammenfiel, legte ich auch noch schnell die BrainGames hinein. Die BrainGames sind so etwas ähnliches wie Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging für den Nintendo DS und ich dachte, dass das vielleicht etwas für Zwischendurch sein könnte, ganz außer Acht lassend, dass ich ja schon PocketGrandmaster auf dem HD2 hatte. 😉 Jetzt habe ich es mitbestellt und es macht einen guten Eindruck, auch wenn ich noch nicht ernsthaft irgendetwas damit gemacht habe.

Die meisten Spiele basieren auf einfachen Rechnereien mit niedrigen Zahlenwerten, die in relativ kurzer Zeit gelöst werden müssen. Das Programm verwaltet ein paar Profile, in denen persönliche Statistiken gespeichert werden.

Über die Resco-Programme hatte ich auch schon einmal in diesem Artikel geschrieben.

SpriteBackup

Wer viel herum probiert, immer wieder neue Programme ausprobiert, läuft Gefahr, dass sein Gerät nach der Installation und der ersten Ausführung eines neuen Programms,  hängen bleibt. Ist es nur mit einem Hardreset wieder zum Laufen zu bringen, sind alle vorherigen Installationen, alle Einstellungen, alle Kontaktdaten weg und müssen neu installiert bzw. neu eingegeben werden. Für solche Fälle ist es nützlich, von Zeit zu Zeit ein Backup anzulegen. Leider ist SpriteBackup kommerzielle Ware und muss entsprechend bezahlt werden.

PIM Backup

Als Alternative kann vielleicht PIM Backup dienen. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber hier und da Positives darüber gelesen. Jedenfalls ist es kostenlos.

.NET Compact Framework 3.5

Es gibt ein paar Programme, die das .NET Compact Framework 3.5 zwingend benötigen, zum Beispiel BSB Tweaks. Darum ist es bei mir immer auf der Speicherkarte, um nach einem Hardreset schnell installiert zu werden. Leider muss man, wenn man dieses Framework einsetzen möchte oder muss, erst eine riesige Datei (ca. 30 MByte)  von der Microsoft-Seite downloaden, diese dann installieren und kann dann erst aus dem Installationsverzeichnis die Datei heraussuchen und auf den HD2 kopieren. Manchmal kann man die einzelne Datei aber auch irgendwo im Internet finden.

Avatar, oder was ist eigentlich Science-Fiction?


Schon lange bin ich nicht mehr im Kino gewesen. Einmal davon abgesehen, dass ich sowieso kein Cineast bin, ist mir in den letzten 10 Jahren auch die Zeit knapp geworden.

Als Anfang Dezember die Kulturbeilage des ‚Spiegel‘ aus demselben rutschte, sah mich ein großes blaues Gesicht mit gelben Augen an. Aus irgendeinem Grunde hat mich dieser Anblick unmittelbar elektrisiert. Sofort sah ich im Inhaltsverzeichnis nach dem zugehörigen Artikel und las ihn. Nur um einige Minuten später an meinen Computer zu gehen und nach einem Trailer zu Avatar zu suchen. Ich lud ihn mir gleich in HD (1920 Pixel Breite) herunter und sah ihn mir an. Definitiv: Dies würde der nächste Film sein, den ich mir im Kino ansehe!

Wie seit sehr, sehr langer Zeit nicht mehr, ergriff mich in den nächsten Wochen ein warmes Gefühl der Vorfreude, wenn ich daran dachte, dass ich ihn bald im Kino sehen kann. Mir war übrigens egal, ob ich ihn nun in 2D oder 3D sehen würde. Schließlich hatte ich den Trailer auch nur in 2D auf dem Computer gesehen und schon dieser Anblick hatte genügt, mich für den Film zu begeistern. In den nächsten Wochen verschlang ich nahezu jede Information zum Film – was möglicherweise ein Fehler war, aber dazu später. Schon vor der ersten Vorstellung gab es völlig unterschiedliche Meinungen zum Film und nach den ersten Vorführungen wiederholte sich dies in den Kritiken zum Film. Aber es gab durchaus viele positive Kritiken, die mir das Gefühl gaben, das mich mein erster Eindruck nicht getrogen hatte.

Mittlerweile habe ich Avatar im Kino in 3D gesehen, und meine ursprüngliche Begeisterung ist durch den Kinobesuch bestätigt worden. Avatar hat sich schon Ende Januar 2010 zum finanziell erfolgreichsten Film aller Zeiten entwickelt. Vermutlich wird er noch weitere Rekorde brechen, es ist nur eine Frage der Zeit. Mich treibt die Frage, was mir von Anfang an die Sicherheit gab, dass mir dieser Film gefallen könnte?

Die meisten von mir gesehenen Filme der letzten Jahre aus dem Science-Fiction/Fantasy Bereich haben mir beim Betrachten nicht mehr so viel gegeben, wie das in meiner Jugendzeit einmal mit ‚Star Wars IV‘, ‚King Kong 2′, ‚Indiana Jones‘ und vor allen anderen, ‚Zurück in die Zukunft I‘ der Fall war. Die Filme der letzten Jahre hätte ich nicht missen wollen, viele haben mir gut gefallen, aber sie haben mich nach der Vorstellung nicht mit so einem Aufbruchs- und Glücksgefühl im Bauch zurückgelassen, wie das vielleicht einmal in meiner Kindheit oder Jugend der Fall war. Kann natürlich sein, dass die mittlerweile erworbene Lebenserfahrung daran nicht ganz unschuldig ist…

Damit man besser verstehen kann, mit welchem Hintergrund ich hier über Avatar schreibe, führe ich hier eine kleine Auswahl der von mir gesehenen Filme samt kurzer Einschätzung auf:

  • Alien – sehr guter Film! Sehr spannend! Super gemacht. Aber eigentlich ein Horrorfilm.
  • Zurück in die Zukunft I – Ein perfekter Film! Hier geht die Science-Fiction Technik (die Zeitmaschine, der De Lorean DMC-12) mit einer packenden, netten und lustigen Story eine unschlagbare Symbiose ein, die jeden Science-Fiction Fan in seinen Bann zieht.
  • Abyss – der Hammer! Für mich der beste Film gleich nach Avatar. Für mich kam Abyss – genau wie Avatar – nach einer Folge eher langweiliger Filme wie ein Blitzschlag aus heiterem Himmel! Obwohl ich ihn nur auf DVD gesehen habe. Es war der erste Film, bei dem ich dachte, ‚jetzt kann es gar nicht mehr spannender sein‘ (die Szene als Bud Lindsey aus dem Tauchboot rettet) und der dann noch spannender wurde!
  • Independence Day – Hatte scheinbar für viele eine dumme Story, für mich ist es jedenfalls der beste Film von Roland Emmerich! Es gibt dort etliche Szenen, die einen Science-Fiction Fan in seinem tiefsten Inneren packen. Als Beispiel nur einmal die Szene, als der Verteidigungsminister (?) die Rede des Präsidenten unterbricht, als dieser gerade die Area 51 abtun will! Genial!
  • Matrix – Hat mir nicht sonderlich gefallen. Die Grundidee war mir in abgewandelter Form schon bekannt und den übertriebenen Kampfszenen konnte ich nichts abgewinnen. Sollten die überzogenen Szenen dazu dienen, die Virtualität von Neo zu unterstreichen, so hätte man dies auch anders machen können.
  • Terminator 1 –  Extrem beunruhigend, die unbeirrbare Zielstrebigkeit, mit der Arnold versucht sein Ziel zu erreichen.
  • Terminator 2 –  Noch beunruhigender ist die Darstellung von Robert Patrick in Verbindung mit der Fähigkeit des T-1000 aus Flüssigmetall, alles zu formen, was ihn seinem Ziel näher bringt. Auch hier gibt es keine verschachtelte Story, dafür aber viele kleine nette und auch amüsante Szenen (‚Hasta la vista, baby!‘).
  • Der Herr der Ringe – Mit dem konnte ich noch nie etwas anfangen, die ganze Story ist mir einfach viel zu fantasylastig. Einzelne Szenen wie Felsenburgen oder Elfen waren sehr schön anzusehen, aber sonst hat mir das überhaupt nichts gegeben.
  • King Kong 3 – Wirklich tolle CGI-Technik! Die Dinosaurierkämpfe – irre! Wunderschön romantisch auch die Szene mit Ann, als sie auf dem Felsen vor dem Affen tanzt und generell die Szenerie auf dem Plateau gegen Abend. Aber die Story kennt man halt schon und irgendwie fehlt im Ablauf der vielen tollen Szenen so etwas wie ein roter Gefühlsfaden. Ach ja, der Anfang von King Kong 3 ist auch sehr gut, da, wo Amerika in der Wirtschaftskrise gezeigt wird, vor allem der Stahlarbeiter auf dem Querträger.
  • Riddick: Chroniken  eines Kriegers – Von diesem Film hatte ich überhaupt nichts erwartet. Umso mehr habe ich bekommen, als ich ihn dann gesehen habe. Der Film wird von Vin Diesel und den bildgewaltigen Szenen getragen. Kein Science-Fiction Fan sollte ihn versäumen.
  • Transformers – Hier wird derart schnell gemorpht, dass es nicht auffällt, dass die Verwandlungen rein statisch gar nicht sein können. Für mich dadurch jedoch völlig sinnlos, es stellt die ganze Konstruktion der ‚Transformers‘ in Frage. Einzig Megan Fox ist in einzelnen Szenen eine Augenweide. 😉
  • Der Sternenwanderer – Ganz klar Fantasy. Wenn man sich darauf einlassen kann, ist es ein ganz nettes Märchen für Erwachsene!
  • Der goldene Kompass – Da hatte ich mich darauf gefreut, da ich kurz vorher das Buch gelesen hatte und es mir ziemlich gut gefallen hat. Aber auch hier ist – wie so oft bei Buchumsetzungen – die Stimmung des Buches nicht im Film angekommen. Sehenswert sind auch hier einzelne Szenen wie das Luftschiff oder die pferdelose Kutsche – reinster Steampunk!

Ich denke, man kann erkennen, dass ich keinen Spaß an Nonstop-Action und endlosen, noch nicht einmal logisch ablaufenden Kampfszenen habe und mir eine gute (nette) Story ziemlich wichtig ist. Gegen eine integrierte Liebesgeschichte habe ich auch nichts einzuwenden.

Zu einfache Story?

Viele Kritiker bemängeln in Avatar die durchschaubare Story. Vergleiche mit den Winnetou-Filmen oder Pocahontas sind gemacht worden. Ja – aber das ist doch nichts Schlechtes, ich habe die Karl May Verfilmungen gerne gesehen. Man kann sich fragen, inwieweit es heute überhaupt noch möglich ist, völlig neue Storys zu entwickeln. Speziell dann, wenn es der Regisseur vermutlich darauf angelegt hat, ein Thema zu finden, welches ein möglichst großes Publikum anspricht. Aus dem gleichen Grund ist auch eine Liebesgeschichte niemals fehl am Platz, schließlich ist das Thema eines der ureigensten des Menschen. Liebesgeschichten zwischen einem Menschen und einer Außerirdischen gibt es nicht wie Sand am Meer. Aber es gibt sie natürlich schon, googelt einmal nach Philip José Farmer. Hier hat Cameron es sicher versäumt mehr heraus zu holen, ich denke die Liebe zwischen Mensch und Alien gibt eine Menge interessanter Themen her, aber er wollte es wohl für den durchschnittlichen Zuschauer nicht zu schwer machen. Vielleicht Thema für Avatar, Teil2?

Vielleicht ist es ihm auch ernst mit seiner Kritik am Raubbau der Erde und der Film stellt eine diesbezügliche Anklage an die Weltbevölkerung dar. Wenn dies seine Absicht war, so ist es ihm wohl gelungen. Dass die Chinesen es gleichzeitig als eine Kritik an ihrer Regierung auffassen, die gleichsam mit Zwangsumsiedlungen dazu gezwungen werden, Platz für neue Immobilienprojekte zu machen, ist ein nützlicher Nebeneffekt. Wobei ich nicht glaube, dass James Cameron dies bewusst war.

Einzelne packende Szenen aus Avatar:

  • Das Shuttle dockt von der Weltraumstation ab und fliegt hinunter zu Pandora – wunderschöne klassisch/technische Weltraum/Raumschiff Szene mit Eintrittsgeräusch des Shuttles, als es in die Atmosphäre eintritt.
  • Atemberaubend, als Jake zum ersten Mal mit dem ‚Samson‘ durch die schwebenden Berge fliegt (‚Ihr solltet mal eure Gesichter sehen‘).
  • Sehr sympathisches, lässiges Lächeln, als Jake zum ersten Mal seinen Avatar sieht.
  • Meiner Meinung sehr realistische Freude, als Jake in seinem Avatar das erste Mal aufwacht und – sozusagen – seinen friedlichen ‚Amoklauf‘ durch die Basis startet, aufgrund der starken Emotionen, die er hat, als er seit langer Zeit wieder gehen kann.
  • Beeindruckende Aussage Colonel Quaritchs ‚Es ist sehr schwer, sie zu töten‘, in der Szene, als ein Soldat in einem MPA versucht, einen Na’vi zu erschlagen.
  • Nochmals starke Aussage von Colonel Quaritch: ‚Ein Marine in einem Avatar-Körper ist eine Mischung mit Potential‘.
  • Man hat für einen Sekundenbruchteil Angst um Jake, als Colonel Quaritch mit dem ausgestreckten Finger des MPA-Arms auf Jake deutet und die gewaltige Hand des MPAs kurz vor Jakes Knie wieder stoppt. Man weiß nicht genau, ob die Organisation, für die der Colonel arbeitet, Jake die Operation zur Wiederherstellung seiner Nervenstränge bezahlt oder ob er durch den ‚Dauer‘-Einsatz im Körper eines Avatars dies gar nicht mehr notwendig hat.
  • Ganz hervorragend finde ich die schauspielerische Leistung von Jake, dem man beim ‚Alles klar Sir‘ absolut abnimmt, dass er ‚seinem‘ Colonel dienen und ein guter pflichterfüllender Soldat sein möchte, bis hin zu seiner allmählichen Veränderung, als ihm immer klarer wird, dass er wohl auf der falschen Seite steht.
  • Nochmals atemberaubend, als Neytiri sich den Baum hinunterstürzt, um auf einen Banshee zu springen.
  • Super doppeldeutig angesichts des Planeten Pandora als Colonel Quaritch den Satz ‚Sie haben sich doch nicht etwa im Wald verirrt, oder?‘ sagt.
  • Zwar in keiner Weise genial, aber doch mächtig präsent, der kurze Dialog zwischen Trudy und Jake: ‚Wir kämpfen mit Pfeil und Bogen gegen Kampfhubschrauber‘ und  ‚Dann machen wir lieber das Beste draus‘.
  • Sehr deutlich von Jake: ‚Dass das hier unser Land ist!‘

Wer viele Filme gesehen hat und sie im Wesentlichen aufgrund ihrer Story beurteilt, mag bei Avatar gelangweilt sein. Wer erwartet, dass jeder neue Film eine so neuartige Story hat, dass es ihn jedes Mal aufs Neue vor Spannung zerreißt, der verkennt, dass es sehr schwierig ist, für jemanden, der schon alles gesehen hat, etwas fundamental Neues zu erschaffen.

Viele Menschen werden diese Story so zum ersten Mal sehen, weil ständig neue Menschen nachwachsen und sie nicht alle schon alles gesehen haben können (Nicht jeder verdient sein Geld mit Filmkritik). Für diese Leute ist die Story neu und die werden begeistert sein.

Was macht eigentlich Science-Fiction aus?

Als für mich im Verlauf des Erwachsenenwerdens, einhergehend mit der auf mich eindringenden Realität und einem damit zusammengehenden, immer besseren – aber natürlich nicht vollständigem – Verständnis des Weltzusammenhangs, ein Märchen nach dem anderen, wie Seifenblasen in der Luft zerplatzte, waren es einzig die Science-Fiction Bücher, die mir gelegentlich die Möglichkeit gaben, für einige schöne Momente in eine andere, interessantere Welt einzutauchen (zu flüchten?). Fantasy schafft das bei mir nie! Es ist beim Science-Fiction gerade die Einschränkung der schriftstellerischen Freiheit durch das aktuelle wissenschaftliche Wissen, welche Stories generiert, die beim Abgleich mit dem eigenen Wissen zu Anregung und neuen Gedanken führen. Da in einer Fantasy-Story alles sein darf und nichts unmöglich ist, gibt sie dem Verstand nichts zu tun. Er muss die Story autorgegeben akzeptieren und jegliche in ihm aufkeimende Kritik hinsichtlich der Absurdität kann mit ‚es ist ja eine Fantasy-Story‘ hinweg gewischt werden. Allenfalls kann er die in einer Fantasy-Story selbst aufgestellten Regeln auf Einhaltung überprüfen, aber das ist dann eher eine Fleiß-Aufgabe, als eine unbewusst anregende Auseinandersetzung mit dem Film selbst.

Ist die Wahrscheinlichkeit der Verwirklichung des Gezeigten groß, vielleicht so groß, dass sie noch im Verlauf des Lebens des Zuschauers eintreten könnte, umso größer ist das Kribbeln im Bauch – zumindest bei mir. Derartige Science-Fiction müsste eigentlich bei allen die Bereitschaft erhöhen, an unserer Welt mitzuarbeiten! Science-Fiction, die die Möglichkeit birgt, in Zukunft verwirklichbar zu sein, sollte in einem neugierigen Menschen den Wunsch wecken, selbst zur Realwerdung des Gezeigten beitragen zu wollen. So kann ein Feuer entstehen, welches Antrieb für ein erfülltes Leben sein kann.

Das sind die Grenzen, in denen sich ein literarisches Werk oder ein Film bewegen muss, damit er sich – zumindest für mich – der Kategorie Science-Fiction zugehörig fühlen darf. Leider ist dies ist bei aktuellen Werken immer weniger der Fall. Was sich heute Science-Fiction nennt, ist oft nur in virtuelles Metall verpackte Fantasy (Transformers).

Mir fällt gerade ein, dass ich abends gelegentlich bei bestimmten Fantasy oder extrem actionreichen Filmen einschlafe. Einmal davon abgesehen, dass ich manchmal schlicht müde bin, werde ich den Verdacht nicht los, dass ich entweder geistig zu langsam bin, um diesen Filmen ausreichend schnell folgen zu können oder aber die Kombination aus unrealistischen Szenen und stupider Story mein Gehirn nicht ausreichend anregt, um in den Modus ‚Interessierte Aufmerksamkeit‘ zu schalten, der dann das Einschlafen wirkungsvoll verhindert.

Ich denke, man benötigt keine Fantasy (aber natürlich Phantasie), und damit die völlige gedankliche Freiheit, um faszinierende Geschichten zu erschaffen. Auch innerhalb des Korsetts des aktuellen Standes der Wissenschaft ist es möglich, nahezu unbegrenzt Szenarien zu kreieren, die einen beim Lesen oder Betrachten fassungslos mit offenem Mund staunen lassen. Und selbst wenn nicht alle Elemente eines Science-Fiction Romans auf einem realistischen Hintergrund fußen, so sollte wenigstens der Rest dies tun, denn sonst straft der Roman ein intelligentes und wissendes Gehirn mit Langeweile, was bei seinem Träger unmittelbar zum Einnicken führt.

Ist Avatar Science-Fiction?

Sicher erfüllt Avatar die oben aufgestellten Regeln für Science-Fiction nicht im strengen Sinn. Er legt es nicht darauf an, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit etwas Phantasie in die Zukunft zu extrapolieren und dabei auszuloten was möglich sein könnte oder nicht. Dagegen setzt er einfach auf ‚klassischer’ Science-Fiction auf und benutzt sie als Rahmen für seine Story um ein natur liebendes Volk. Aber er hält sich in manchem durchaus an wissenschaftliche Erkenntnisse, wie man an vielen kleinen Details sehen kann. Pandora ist von der Erde aus mehrere Lichtjahre entfernt. Es ist mit der heutigen Technik und auch mit einer noch zu entwickelnden Technik, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, nicht möglich schneller als das Licht im Weltraum zu reisen. Das bedeutet schlicht und einfach, dass eine Reise nach Pandora (4,4 Lichtjahre entfernt) mindestens 5 Jahre dauert. Am Anfang des Filmes kann man sehen, wie sich die Ankömmlinge aus ‚Schlafkapseln’ heraus schälen und diese benötigt man nur, wenn man eine sehr lange Zeit überbrücken muss. Dies ist ein eindeutiges Indiz, dass auch in Avatar die Reise nach Pandora sehr lange dauern muss. Hier ist man also bzgl. der Realitätsnähe wesentlich weiter, als zum Beispiel bei Raumschiff Enterprise, wo es möglich ist, Lichtjahre in wenigen Tagen zu überbrücken.

Auch Kampfmaschinen, Fluggeräte, Waffen und Fördermaschinen sind Geräte, die so wie im Film dargestellt, möglicherweise irgendwann einmal gebaut werden könnten.

Andererseits kann ich mit nichts, was ich bisher über die Zusammenhänge des Universums und aktuellem wissenschaftlichem Wissen weiß, erklären, wie ich die gewaltige Informationsmenge, die nötig ist um ein weit entferntes, biologisch funktionierendes Wesen über meine Gedanken zu steuern, übertragen kann. Genauso wenig, wie ich auch eine nur entfernt vorstellbare Idee habe, wie man den Gedankeninhalt eines Wesens auf ein anderes übertragen kann.

Die Welt der Navi dagegen ist dagegen ein Garten Eden auf Speed, der aber sicher nichts mit dem alten Testament zu tun haben möchte, denn der ‚Baum der Seelen’ und die Fähigkeit mit seinem Schwanz jederzeit und fast überall mit der Natur in einen Direktkontakt treten zu können, ist sicher nicht bibel-kompatibel.

Dennoch wird hier nicht gehext oder gezaubert, sondern die Idee hinter allem ist sicher eine evolutionsähnliche Entwicklung, die auf Pandora halt zu einem geringfügig anderen System geführt hat, als es auf der Erde geschehen ist.

Ich denke, auch wenn es den Autoren von Avatar nicht komplett gelungen ist einen in jeder Hinsicht zweifelsfreien Science-Fiction zu schaffen, so kann man schon erkennen, dass sie sich bemüht haben. Es ist ihnen sicherlich auch nicht darum gegangen, hier ein hochwissenschaftliches Werk zu schaffen, sondern sie wollten eine schöne Geschichte im lockeren Rahmen eines klassischen ‚Science-Fiction‘ erzählen, ohne dabei in Ernsthaftigkeit versinken zu müssen und dies ist ihnen – meiner Meinung nach – zweifelsohne gelungen.

Ist es Kunst?

Ich lese seit meiner Jugend Science Fiction und hatte beim Anblick des Trailers sofort das Gefühl, dass hier endlich jemand die Bilder umgesetzt hat, die im Verlauf der Jahre beim Lesen in meinem Kopf entstanden sind. Wenn wir die Story einfach einmal beiseite lassen, was bei Avatar bestimmt nicht notwendig ist, so bekommen wir eine unglaublich realistische wirkende – aber eben nicht reale – Welt vorgeführt. Ich denke, so mancher Rezensent sieht sich Avatar an und realisiert angesichts der natürlichen Umgebung gar nicht wirklich, dass all dies nicht einfach abgefilmt worden ist, sondern von Künstlern, egal, ob sie dazu einen Pinsel oder ein CAD-System genutzt haben, erschaffen worden ist. Insofern haben sich da tatsächlich einige Mitarbeiter der Filmcrew – und nicht nur James Cameron – als Götter verhalten, indem sie ihre eigene Welt schufen.

Räumt man ein, dass Kunst – unter anderem – auch auf Kunstfertigkeit basiert, so ist Avatar zweifelsohne eine künstlerische Leistung von hohem Wert!

Ist es nicht ein positives Zeichen im Hinblick auf eine sich wieder zum Ruhigeren entwickelnde Filmindustrie, das Avatar so erfolgreich ist? Es ist ein Film, der auf Nonstop-Action verzichtet kann und dafür mit wunderschönen Bildern überzeugt. Da mir die Vorstellung, eine Zeit lang auf dem Planeten Pandora zu sein und ein wenig auf ihm und in seinen, im Vergleich zur Erde, ‚Überwäldern‘ herum zu streifen, ausnehmend gut gefällt, habe ich mich von Anfang an für das Spiel interessiert. Mich hat schon das Herumstreifen im Dschungel von ‚Far Cry‘ fasziniert! Noch habe ich das zum Film passende Spiel nicht, da die Kritiken schlecht waren und mein Computer möglicherweise nicht leistungsfähig genug ist. Aber mit dem nächsten neuen PC werde ich es auf jeden Fall einmal ausprobieren. Und selbst wenn das Spiel doch nichts taugt, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis es Spiele gibt, die aussehen werden wie der Film und einen anstatt zum Zuschauer zum interaktiven Protagonisten befördern.

Zur CGI-Technik:

Für den Filmgenuss von Avatar ist es nicht notwendig, den für seine Erschaffung notwendigen Aufwand zu betrachten. Für einen technologieoffenen Menschen ist ein Blick hinter die Kulissen aber zumindest interessant und ermöglicht zusätzlich einen Ausblick auf in Zukunft zu erwartende Filme.

Ich bin momentan nicht auf dem neuesten Stand, was die Berechnung fiktiver Welten betrifft. Haben sich die in Grafikkarten eingesetzten Verfahren mittlerweile soweit entwickelt, dass sie bisherige Techniken wie Raytracing oder Radiosity verdrängen können? Ich weiß es nicht. Ich gehe aber davon aus, dass es einen Unterschied macht, ob die mehr oder weniger  einfachen Strukturen von Maschinen oder Gebäuden, wie sie z.B. in Transformers oder G.I. Joe vorkommen, oder eine dynamische Welt wie Pandora, bei der eine natürliche Welt wie ein Wald, der sich aus Tausenden von Bäumen und Abertausenden von Ästen und Blättern zusammensetzt, die sich noch dazu im Wind bewegen, berechnet werden muss. Die Komplexität wird nochmals höher, wenn sich beispielsweise ein Protagonist in diesem Wald einen Kampf mit einem wilden Tier liefert. Diesen Kampf wird er kaum ohne Kontakt mit seiner Umgebung bestehen können, was bedeutet, dass die zu berechnende Natur mit in den Kampf verwickelt wird und ihre Lage sich abhängig von den auf sie einwirkenden Kräften beständig verändert.

Ich fasse noch einmal alles zusammen, was für die Darstellung eines Kampfes auf Pandora notwendig ist: 3D-Modelle von mehreren Bäumen, incl. Äste und Blätter, umherschwirrender Insekten, Jake, Thanator, Waffen und Kleidung. Von jedem sich bewegenden Objekt benötigt man ein hierarchisches Funktionsmodell der voneinander abhängigen Einzelelemente (Aststruktur, Skelett, Gliedmaßen), so dass man diese nicht für jedes einzelne Bild manuell verstellen muss. Nun benötigt es Algorithmen, die in Abhängigkeit von einer fiktiven Kraft (Wind, Jake und Thanator, die gegen Bäume und Äste prallen) die sich dadurch ergebende, veränderte Position jedes einzelnen Elements, in Abhängigkeit des hierarchischen Funktionsmodells, für jedes einzelne Blatt, berechnen. Und erst jetzt kann per Raytracing – oder was auch immer – dieses eine Bild berechnet werden.

Mir sind aber auch einige Schwachstellen aufgefallen. So hat Cameron darauf verzichtet, einzelne Haare darzustellen. Es gibt auf Pandora keine Lebewesen die ein Fell oder einen Pelz besitzen. Auch die natürliche Kopfbedeckung der Na’vi ist nicht bis zu einzeln erkennbaren Haare aufgelöst. Wenn Haare dargestellt werden, so sind sie wie bei Neytiri als Rastazöpfe oder bei Jake als ganze Strähnen zusammengefasst dargestellt und bewegt. Neytiris Rastazöpfe schwingen zwar absolut natürlich hin und her, aber Einzelhaare sind nicht zu erkennen.

Eine zweite Schwäche meine ich an den Kontaktstellen verschiedener, sich aneinander berührender, dynamischer Objekte festgestellt zu haben. Als Beispiel mag hier einmal Jake dienen, als er sich zum ersten Mal auf ein Dire Horse setzt. Mir scheint da die Hand in dem Moment, in dem Jake sich voll auf das Dire Horse stützt, nicht genügend durchgedrückt zu sein. Das heißt, dass die Berechnung der Positionierung der einzelnen Handknochen zueinander nicht völlig korrekt ist. Hier sind für zukünftige Filme noch reichlich Optimierungsmöglichkeiten vorhanden. Man kann daran auch sehen, dass die von Cameron eingesetzte Technik noch nicht perfekt ist. Aber sie hat einen neuen Höchststand erreicht.

Ein ungeheurer Rechenaufwand!

Warum erzähl ich das? James Cameron hat in verschiedenen Interviews gesagt, dass erst in den allerletzten Jahren die Technik zur Verfügung stand, dies es ihm ermöglichte, Avatar zu machen. Andererseits wird CGI-Technik schon seit Jahrzehnten eingesetzt, um für zahlreiche Filme das Unmögliche zu verwirklichen. Ich vermute aber – und hier sei noch einmal der in seinen Kampfszenen sehr dynamisch wirkende Transformers als Beispiel  herangezogen – dass manche ‚ruhige‘ Szene im Wald von Pandora einen höheren Rechenaufwand verursacht hat.

Finale

Sehr gut finde ich, dass Cameron keine endlose Aneinanderreihung von Action-Szenen, wie in Transformers, gemacht hat. Und er hätte es, meiner Meinung nach, gerne noch etwas gemächlicher angehen können.

Ich freue mich auf die nächsten Jahre und hoffe, dass jetzt noch mehr Regisseure den Mut haben, mit dieser Technik Science-Fiction Filme umzusetzen. Es warten noch so viele herrliche alte, wie auch neue, Science-Fiction Storys von Heinlein, Clarke, Stevenson und wie sie alle heißen, darauf, adäquat verfilmt zu werden. Mit der Avatar zugrunde liegenden Technik gibt es nun tatsächlich nichts mehr, was nicht dargestellt werden könnte. Für die einen mag dies ein Fluch sein, wobei ich denke, dass es die sind, die übersättigt sind an Filmen, die CGI-Technik nur dazu benutzen eine seelenlose Aneinanderreihung von Action-Szenen in 5.1 Kakophonie zu erschaffen. Die anderen freuen sich in den nächsten Jahren auf gelegentliche Reisen in noch nie gesehene Welten und Geschichten die sie zum Träumen und Nachdenken bringen. Dafür ist die CGI Technik erschaffen worden.

Letztlich kommt es vielleicht gar nicht so sehr auf die Story an, sondern auf die Tatsache, dass da jemand einen Film gedreht hat, der es langjährigen Science-Fiction Lesern möglich macht, ihre seit Jahrzehnten nur im Kopf aufgebauten Szenarien und Welten einmal in natura zu sehen. Nachdem wir durch Raumschiff Enterprise (Ich sehe gerade Season 1.1 von ‚Enterprise‘ – ohne Raumschiff) gleichsam jahrzehntelang daran gewöhnt sind, dass Außerirdische letztlich nur mit Latex und Silikon zugekleisterte Menschen sind, ist es unglaublich erfrischend, sie endlich einmal so zu sehen, wie sie vielleicht wirklich aussehen könnten.

ENDE

Tiefgehende Filmkritik eines Lesers von ZEIT ONLINE.

Ist James Cameron eigentlich Darwinist? Hier gibt es einen sehr schönen Text zum Thema.

Kategorien:Film

Windows Phone 7 läuft auf dem HD2


Nun ist es raus:  Es gibt scheinbar jetzt schon ein – zumindest rudimentäres – Windows Phone 7 und es läuft sogar auf dem HTC HD2. Aus dem, was ich aus dem bisher Quergelesenen entnehmen konnte, bin ich mir nicht sicher, ob ich mich all zu sehr darüber freuen sollte. Scheinbar gedenkt Microsoft seinen bisherigen Weg zu verlassen. Man hat sich offensichtlich die Konkurrenz genau angesehen und festgestellt, dass es einfacher ist, ein Betriebssystem für eine genau definierte Hardware zu entwickeln und es in seiner Gebrauchsphilosphie so zu vereinfachen, dass es auch für Leute ohne Informatik-Studium verwendbar ist. Hhhmmm… da kann ich mir ja eigentlich auch gleich ein iPhone oder ein Android-Smartphone kaufen, oder?

Selbstverständlich ist das ein korrekter Ansatz – aber jetzt noch? Und was ist dann das Alleinstellungsmerkmal für Windows Phone 7? Denn eigentlich hat man sich ja nur ein neues Design für die Gestaltung des Smartphone-Hauptmenüs ausgedacht: Die Hauptmenüpunkte heißen jetzt Tiles und von dort aus gehts zu den Untermenüpunkten, die jetzt Hubs heißen. 🙂 Und um Hubs und Tiles ohne Stift touchen zu können, sind sie jetzt so groß geraten, dass man sie bequem mit den Fingern auslösen kann.

Viele Anwender möchten die Startseite des Handys gerne personalisieren. Das ist mit diesem Konzept möglich geworden, da die Tiles scheinbar beliebig zusammengesetzt werden können.

Dann ist man wohl noch darauf gekommen, dass es Sinn macht gleichartige Dinge zusammen zu fassen. Aber ist dass innovativ? Macht der HD2 mit Sense doch auch schon lange.

So sehe ich Windows Phone 7 eher als einen verzeifelten Versuch noch etwas vom Kuchen ab zu bekommen, als eine Maßnahme seitens Microsoft den Markt noch einmal gehörig mit echten Innovationen aufzumischen.

Und was bedeute das für mich als Entwickler? Muss ich jetzt umlernen?

Die bisher gezeigt Oberfläche wirft mich auch nicht um, da gefällt mir Sense von HTC vorerst besser. Aber solange ich noch kein WP7 Smartphone in den Händen hatte, will ich erst einmal vorsichtig sein. Mal sehen, was die nächsten Enthüllungen über WP7 ergeben.

Die Wikipedia auf dem HTC HD2 (Überarbeitung)

Februar 6, 2010 3 Kommentare

Eine der faszinierendsten Entwicklungen der letzten Jahre im Bereich der Informatik und des Internets ist für mich die Wikipedia. Natürlich gab es schon lange vor der Wikipedia Lexika in elektronischer Form. Zum Beispiel die Encarta oder die Brockhaus-Enzyklopädie, wobei ich erstere seit vielen Jahren verwendet habe.

Die Idee, ein klassisches Lexikon in Form einer mehrbändigen Buchausgabe innerhalb von wenigen Sekunden nach jedem beliebigen Begriff durchsuchen zu können, hat mich aber schon zu einem Zeitpunkt begeistert, als es so etwas noch gar nicht gab. Zum sinnvollen Selbstprogrammieren fehlte mir aber auch schlicht und einfach das Datenmaterial. Ich war ja nicht Eigentümer einer solchen Wissenssammlung.

Die Wikipedia hat alles verändert. Und zwar derart fundamental, dass mittlerweile Microsoft seine Encarta eingestellt hat und Brockhaus keine gedruckten Bücher mehr verkaufen will! Theoretisch könnte ich mir nun einen eigenen ‚Viewer‘ für die Wikipedia programmieren. Aber das ist nicht mehr notwendig.

Im Wikipedia-Eintrag zur Encarta steht, dass das in der Encarta gespeicherte Wissen ungefähr 20 gedruckten Büchern entspricht. Nicht schlecht, aber ich denke, dass das in der Wikipedia gespeicherte Wissen erheblich umfangreicher ist: Auf dieser Seite gibt es einen Größenvergleich mit verschiedenen anderen Lexika. Dort steht, dass der Brockhaus in der neu bearbeiteten Auflage von 2005 bis 2006 aus 30 Büchern mit ca. 30 Millionen Wörtern besteht. Auf der gleichen Seite steht auch, dass die freie Enzyklopädie Wikipedia im November 2009 aus 487 Millionen Wörtern besteht. Dies entspricht dann 442 Büchern im Format des Brockhaus!

Wäre es nicht fantastisch, wenn man diese gewaltige Menge an Informationen auf einem Smartphone mit sich herum tragen könnte und jederzeit – selbst ohne Internet-Verbindung – darauf zugreifen könnte? Und wäre es nicht noch viel besser, wenn man in dieser gewaltigen Informationsmenge nach Stichworten suchen könnte?

Dieser Traum ist seit einigen Jahren verwirklichbar und so trage ich schon seit meinem xda Orbit 2 ständig eine Wikipedia mit mir herum. Nachdem ich auf dem xda Orbit 2 lange den Mobipocket Reader verwendet habe und zwar diese Version, bin ich beim HD2 auf den Tomeraider umgestiegen. Am besten lädt man sich diese Version herunter. Passende Wikipedias findet man bei www.salat.cc, www.naglmax.de oder bei Axel Schäfer von der SPD.

Leider habe ich erst nach dem Bezahlen des Tomeraiders festgestellt, dass es diesen scheinbar mittlerweile umsonst gibt. Aus der offiziellen Seite geht das leider nicht hervor. Andererseits ist mir die Erfüllung eines Traumes auch einen Betrag von 17,10 Euro wert.

Es gibt aber mittlerweile eine Möglichkeit, sich den für die Freischaltung notwendigen ‚Key‘ selbst zu generieren. Es hat den Anschein, dass der Hersteller von Tomeraider das Programm freigegeben hat. Das dafür erforderliche Programm kann man sich hier downloaden. Allerdings lädt man sich besser dieses Archiv herunter, da dort noch eine zusätzliche Script-Datei enthalten ist, mit der es einfacher ist, eine bestimmte DLL zu registrieren. Auf der zugehörigen Seite erfährt man auch noch ein wenig über den Hersteller von Tomeraider und was man mit den Dateien aus dem Archiv machen muss, um zum eigenen ‚Key‘ für Tomeraider zu kommen.

Tomeraider läuft auf dem HTC HD2 einwandfrei. Das Programmdesign ist vielleicht ein klein wenig ungewöhnlich, aber absolut ausreichend um komfortabel mit der Wikipedia arbeiten zu können.

Ausführliche Anleitung

SlideIt – eine alternative Tastatur


Habe ich gestern Abend einmal kurz ausprobiert: SlideIt

Im Gegensatz zu Swype gibt es dafür schon ein deutsches Wörterbuch und man kann nach der Installation auf dem HD2 gleich loslegen. Wie funktioniert es? Anstatt zu tippen, fährt man das einzugebende Wort einfach mit dem Finger auf dem virtuellen Keyboard einen Buchstaben nach dem anderen ab. Man muss dabei nicht sonderlich präzise sein.

Die ersten Erfahrungen sind durchaus positiv, es ist tatsächlich möglich, damit sehr schnell kurze Texte zu erfassen. Bei dem Wort Desoxyribonukleinsäure versagt es allerdings kläglich. In so einem Fall kann man aber auch ganz normal tippen.

Genervt hat mich SlideIt allerdings bei der Eingabe von Login-Daten im Programm moBlog. Aber vermutlich nur, weil ich noch nicht weiss, wie man dem Programm abgewöhnen kann, Wörter am Anfang grundsätzlich gross zu schreiben… 😉

Nachtrag: Ich habe es wieder deinstalliert, da es bei der Eingabe von Suchbegriffen innerhalb von Tomeraider zu einem sehr unschönen Effekt gekommen ist. Scheinbar hat sich das Keyboard versucht einzublenden und dabei einen Bereich des Displays mit einer weißen Fläche übermalt, die sich nicht mehr entfernen ließ. Nur ein Softreset hat die Anzeige wieder normalisiert!

Kategorien:HTC HD2, Windows Mobile

Arrrggghhh 2…


Heute morgen ist es wieder passiert! Der HTC HD2 ist mir bei der Fahrt zum Arbeitsplatz, während er auf dem Beifahrersitz lag, hängen geblieben. Ich wollte den ‚Entsperren‘-Riegel zur Seite schieben und das klappte nicht mehr. Ich versuchte es im Verlauf einiger Minuten immer wieder, doch es war nichts mehr zu machen und ich musste wieder einmal einen Softreset durchführen. Während des Stop-and-Go auf dem Rhönring den Deckel entfernen (Daumennagel sei Dank!) , etwas Dünnes suchen, auf den roten Microbutton drücken, usw. – ihr wisst schon. SEHR NERVIG!

Die näheren Umstände:

Vorgestern Abend hatte ich das neue ROM 1.66 auf den HD2 geflasht und in der Folge mein Gerät neu konfiguriert bzw. meine Standard-Software (Beschreibung hier auf meinem Blog) wieder installiert. Ich vermute nun folgende Umstände: Während das Problem aufgetreten ist, lief mein Programm ‚GPSSend‘, welches in einem einstellbaren Intervall (15  Sek.) die aktuelle GPS-Position an meinen Server sendet. Dieses Programm verwenden ich seit etwa 2 Jahren (auch schon auf dem xda Orbit 2) und es ist sehr stabil und kommt auch gut mit Funklöchern und ähnlichen Problemen zurecht. Allerdings ist es darauf angewiesen, dass der PocketPC an bleibt und sich nicht abschaltet. Darum setzt es bei jedem Sendevorgang den internen Nichtaktivitäts-Zähler des Smartphones zurück, so dass dieses sich nicht abschalten kann. Ist allerdings die im Smartphone eingestellte erlaubte Nichtaktivitätsdauer kürzer als das in GPSSend eingestellte Sende-Intervall, so kann es logischerweise trotzdem zum Abschalten kommen.

Ich hatte aufgrund des neuen ROMs die Zeit am Smartphone noch nicht wesentlich höher als das in GPSSend eingestellte Sende-Intervall eingestellt und darum bewegten sich die beiden Zähler (der Intervall-Zähler von GPSSend und der Nichtaktivitäts-Zähler vom PocketPC) im Grenzbereich. Ein fehlgeschlagenes Versenden der Position von GPSSend, konnte möglicherweise zu einem Timeout von GPSSend führen, so dass dieses den Nichtaktivitäts-Zähler des PocketPC nicht mehr rechtzeitig zurück setzen konnte.

Wie auch immer, dies war jedenfalls die Situation im Moment des Hängenbleibens des HD2. Ich denke nach wie vor, dass die beschriebene Situation auf keinen Fall zum Hängenbleiben eines PocketPC führen darf und dass das Betriebssystem oder die HTC-Sense Oberfläche sicherstellen müssen, dass trotz aller Umstände, das Smartphone jederzeit – zumindest was die Telefonfunktion betrifft – betriebsbereit ist.

Das sollte auch nicht wirklich ein Problem sein, das Betriebssystem muss halt dafür sorgen, dass ‚lebensnotwendige‘ Ressourcen auf keinen Fall von einem wildgewordenen Programm belegt werden können. Zum Beispiel kann in so einem Fall eine Meldung kommen, dass die Ressourcen zur Neige gehen und zusätzlich eine Liste mit den aktuell laufenden Programmen gezeigt werden, die – ähnlich wie bei einem Taskmanager – einzeln beendet werden können. Wobei die durch das Programm belegten Ressourcen wieder frei werden. So in etwa stelle ich mir ein ’smartes‘ Betriebssystem vor.

Kategorien:HTC HD2, Windows Mobile