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Was darf man von einem Smartphone erwarten?


Moderne Smartphones bieten eine Fülle von Funktionen an und dennoch reizen sie die Möglichkeiten der Hardware nicht komplett aus. Hier nun einige Gedanken, die zum Verfassen des Artikels Pimp your HTC HD2 führten.

Zuerst ein Blick auf die durch die Hardware des HD2 zusätzlich gebotenen Eigenschaften im Vergleich zu einem Uralt-Handy, wie zum Beispiel dem Siemens ME-45, aber ohne zu sehr ins Detail zu gehen:

  • Sehr schneller Mikroprozessor mit 1 GHz Takt
  • 512 MB ROM Speicher für das Betriebssystem
  • 448 MB RAM Speicher zur Aufteilung in Arbeits- und Datenspeicher
  • Hochauflösendes Display mit 800 * 480 Pixeln
  • Hochwertige Klangausgabe
  • Üblicher Kopfhöreranschluss (3.5 mm)
  • Fähigkeit zur Aufnahme von Speicherkarten mit bis zu 32 GByte
  • Eingebauter Bildaufnehmer (CCD)
  • Sehr helle, weiße LEDs zur Beleuchtung von Objekten

Verschiedene Funk-Systeme:

  • Netzanbindung (GSM, HSPA/WCDMA)
  • Internetanbindung (GPRS, EDGE, 3G)
  • WLAN
  • Bluetooth
  • GPS-Empfänger
  • UKW-Empfänger (vermutlich auch UKW-Sender)

Verschiedene Sensoren:

  • Lichtsensor
  • Annäherungssensor
  • Kapazitiver Touchscreen
  • Beschleunigungs-Sensor
  • Eingebauter magnetischer Kompass

Dies ist eine schier unglaubliche Anzahl von Hardware-Funktionen in einem Gerät kleiner als eine Seifenschachtel! Ich verstehe, dass dies für einen Digital Native möglicherweise völlig normal ist. Für eine Person, die sich auch vor 30 Jahren schon für Technik begeistert hat und weiß, was damals zur Verfügung stand, aber kaum zu glauben.

Ein paar Beispiele:

Das Display hat eine höhere Auflösung, als über Jahrzehnte jeder Fernsehapparat besessen hat. Das Gleiche gilt für die ersten Auflösungen von Computermonitoren. Apropos Computer – das HD2 besitzt eine um vielfach höhere Computerleistung als über viele Jahre Personal Computer besessen haben. So verfügte zum Beispiel der Commodore 64 über weniger als 1 MHz Takt (ein Tausendstel des HD2!), nur 64 KByte Arbeitsspeicher und eine Bildschirmauflösung von 320*200 Pixeln, der IBM AT, der mit dem Intel Mikroprozessor 80286 angetrieben wurde, einen Takt von 8 MHz und einen maximalen Arbeitsspeicher von 16 MByte besaß, war viele Jahre lang das Maß der Dinge und der Traum vieler privater Computeranwender. Obwohl diese beiden Geräte im Vergleich zu heutigen Computern nur einen Bruchteil der Leistung besaßen, konnte man mit beiden Texte schreiben bzw. verarbeiten, mit einer Tabellenkalkulation komplexe mathematische Szenarios berechnen oder tolle Spiele spielen!

Es gab eine Zeit, da konnten Computer zur Lautäußerung maximal piepen! Dagegen kann der HD2 einen über einen Kopfhörer mit klassischer Musik verzaubern.

Ich war einmal stolz auf eine Festplatte mit der gigantischen Kapazität von 20 MByte! Der HD2 kann eine MicroSD-Karte von 32 GByte aufnehmen! Das ist das 1638fache!

Man überlege sich einmal, was für Anwendungen schon vor 10 Jahren auf Personal-Computern möglich waren und mache sich dann klar, dass die pure Hardware-Leistung des HD2 im Grunde jeden dieser alten Computer locker schlägt!

Es ist auch interessant darüber nachzudenken, welche Funktionen des HD2 früher einzelne Geräte erfordert haben:

  • Handy
  • UKW-Empfänger (Radioapparat)
  • GPS-Gerät
  • Diktiergerät
  • Tonbandgerät
  • Kassettenrekorder
  • Plattenspieler
  • Plattenschrank
  • CD-Abspielgerät
  • Heimbibliothek
  • Mehrbändiges Lexikon
  • Film-Abspielgerät (Video-Player, DVD-Player)
  • Computer (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, EMail-Client, Internet-Browser)
  • Fotoapparat
  • Videokamera
  • Taschenlampe

Schon anhand dieser Aufstellung wird deutlich, dass ein Smartphone bei weitem mehr ist, als ein Handy! Es mag zwar keines der oben aufgeführten Geräte perfekt ersetzen können, aber es erledigt die Aufgaben der einzelnen Geräte gut genug, um sie ernsthaft verwenden zu können. Nebenbei: Für mich stellt sich nach einem kurzen Blick in die Zukunft die Frage, ob in ein paar Jahren für viele Anwender der Kauf der oben aufgeführten Geräte überhaupt noch notwendig ist? So wird zum Beispiel der ‚Personal Computer‘ (PC) schon lange nicht mehr für das eingesetzt, für was ich mir vor einigen Jahrzehnten einen gekauft habe: Nämlich zum Programmieren!

Ich denke, die meisten PC werden heute überwiegend zum Surfen verwendet, eventuell noch zum Verwalten einer MP3-Bibliothek und zum Abspielen von DVDs. An wirklich produktiven Dingen wird vielleicht noch Textverarbeitung betrieben, das dürfte es dann aber auch gewesen sein. Klar gibt es auch Leute die mehr damit machen, aber ich vermute, dass sie sich in einer Minderheit befinden.

Wenn diese Dinge – einmal abgesehen von der Textverarbeitung – aber auch bequem vom Sofa aus mit einem Smartphone, oder demnächst mit einem Tablet PC, erledigt werden können – wozu soll man sich dann noch einen PC kaufen?

Aber zurück zum Thema. Eines der entscheidendsten Kriterien des HD2 ist sein Display! Zum Erscheinungszeitpunkt des HD2 war es das beste Display seiner Art, für ein Smartphone riesengroß, scharf und leuchtstark. So ist das Display des HD2 in der Diagonalen zum Beispiel nur 1.8 Zentimeter kürzer als das Display des Sony eBook Readers PRS-300! Auch die Auflösung von 800*480 Pixeln ist nur geringfügig kleiner als die des Sony mit 800*600 Pixeln. Und so gut Reader mit eInk auch in der Sonne sind, im Haus oder abends im Bett sind Displays, die von selbst leuchten, keine schlechte Wahl. Das Display ist also prädestiniert für hochwertige Darstellungen aller Art wie Bilder, Videos oder eBooks. Ich denke ein hochwertiges Display ist die Basis eines guten Smartphones, dass zu mehr zu gebrauchen sein soll, als nur zum Telefonieren.

Der immens große Speicher, der durch das Einstecken einer Speicherkarte mit 16 oder 32 GByte möglich wird, ist das zweite wichtige Feature. Denn die Kombination dieser beiden Dinge lassen erst Anwendungen wie eine mobile Bilderbibliothek oder eine Offline-Wikipedia als interessante Möglichkeit am Horizont erscheinen.

Noch einmal zurück zu den Hardwarelisten:

Das Smartphone ist ein Gerät, welches jede einzelne seiner Hardware-Funktionen per Software beliebig zu völlig neuartigen Anwendungen kombinieren kann!

Die sich aus diesem Satz ergebende Konsequenz muss man sich einmal in Ruhe im Geiste verdeutlichen. Denn sie eröffnet ein Füllhorn von Möglichkeiten, von denen ich behaupte, dass sie zurzeit noch gar nicht alle ausgelotet sind. Jede Hardware-Funktion mit jeder anderen oder auch mit mehreren anderen Hardware-Funktionen gleichzeitig, ermöglicht eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten.

Ein paar Beispiele zu Einsatzzwecken, die es schon gibt:

Ein mittlerweile geläufiges Beispiel ist das Navigationsgerät, welches den eingebauten GPS-Empfänger und das Display zu einem nützlichen Helfer bei der Fahrt auf noch nie gefahrenen Strecken kombiniert.

Das Programm GCz addiert dazu noch die Fähigkeit auf das Internet zugreifen zu können. Diese Kombination ermöglicht Geocachern jederzeit und an jedem Ort alle Caches der Umgebung abzurufen und unmittelbar mit dem ‚Heben’ zu beginnen.

Das Programm GPSSend kombiniert den GPS-Empfänger, den Beschleunigungs-Sensor und den Zugriff auf das Internet zu einer Anwendung, die Outdoor-Sportlern im Falles eines Sturzes mit anschließender Ohnmacht automatisch helfen kann.

Das mag erst einmal genügen.

Es gibt auch schon Ansätze eine Art Seismograph auf Basis eines Smartphones zu programmieren. Ein Chip im HD2 scheint fähig zu sein, UKW zu senden. Wenn man dies per Software ausnützen könnte, wäre der HD2 sein eigener UKW-Transmitter und könnte im Auto direkt MP3s zum Radioempfänger senden.

Oder man könnte die eingebauten LEDs in Verbindung mit dem Mikrofon als Lichtorgel verwenden, den Beschleunigungssensor zum Puls messen, oder, oder, oder …

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