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Samsung Galaxy Tab Erfahrungsbericht


Das Samsung Galaxy Tab ist zurzeit nahezu einzigartig. Die technischen Spezifikationen werde ich hier nicht aufführen, denn die gibt es im Web schon anderswo. Die Einzigartigkeit bezieht sich darauf, dass das Galaxy Tab in der Summe seiner wertgeschätzten Eigenschaften zurzeit relativ alleine da steht und damit im Grunde konkurrenzlos ist. Es hat

  • ein angenehm großes Display,
  • ist bei weitem nicht so groß wie das iPad,
  • hat trotz geringerer Displaygröße fast die gleiche Auflösung (1024*600 gegen 1024*768 des iPad),
  • oder 169 gegen 132 dpi, damit einen höheren DPI-Wert,
  • wirkt dadurch schärfer,
  • ist fast genauso sexy,
  • ist reaktionsschnell,
  • lässt sich kinderleicht gebrauchen,
  • vermittelt ein wertiges Gefühl, wenn man es in den Händen hält,
  • besitzt ein microSD Fach,
  • kann über USB mit dem PC verbunden werden und
  • besitzt sogar einen Schacht für SIM-Karten – also kann man sogar damit telefonieren.😉

Im weiteren Text vergleiche ich das Tab an manchen Stellen mit einem unter Android 2.2 laufenden HTC HD2. Denn bei genauerer Betrachtung ist das Tab eigentlich nichts anderes als ein Smartphone der Oberklasse, nur mit viel größeren Abmessungen. Die Ähnlichkeit ist sowohl optisch als auch funktional gegeben. Beide verfügen unter Android nahezu über die gleichen Möglichkeiten, da sie, was die reine Funktionalität betrifft, über eine nahezu identische Hardwareausstattung verfügen. Beide besitzen Sensoren zur Beschleunigungsmessung, Richtungsbestimmung, Lichtmengenmessung, beide besitzen einen kapazitiven Touchscreen mit einer Oberfläche aus Glas oder einem glasähnlichen Material, beide besitzen Bluetooth, WLAN, sowie verschiedene hochwertige Funksysteme um mobiles Internet zu betreiben und mit beiden kann man telefonieren. Und da beide Android 2.2 als Betriebssystem verwenden können, kann die Hardware durch die Android Apps auf identische Weise verwendet werden! Was die Frage aufwirft, ob es dann eben nicht auch ein Smartphone tut?

Design

Auch optisch erinnert das Galaxy Tab stark an einen vergrößerten HTC HD2. Die optische Ähnlichkeit rührt daher, dass die Frontglasscheibe des Tab genau wie beim HD2 von einem an den Ecken abgerundeten schwarzen Rahmen aus Kunststoff eingefasst ist. Es besitzt unverkennbar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem iPad und man könnte auf die Idee kommen, dass Samsung da bei Apple abgekupfert hat. Vergleicht man allerdings alle drei, also den HD2, das iPad und das Galaxy Tab, so stellt man fest, das alle drei in bestimmten Punkten große Ähnlichkeiten aufweisen. So sind alle drei auf der Vorderseite schwarz, haben abgerundete Ecken, einen kapazitiven Touchscreen, der über das reine Display hinaus den Rand abdeckt und einige wenige Tasten zur Steuerung. Zur Rückseite hin können die Geräte besser differenziert werden: Im Gegensatz zu den anderen beiden geht der Rahmen des Tab nicht fugenlos in die Rückseite über. Hier zeigt das iPad die größte Konsequenz und bietet mit seiner Schale aus Aluminium die klarste Formensprache. Beim HD2 gibt es auch eine Schale aus Kunststoff, die aber noch einmal durchbrochen wird von einem Deckel aus dünnem, eloxierten Blech, was aber, genau wie beim iPad auch, ein Gefühl der Wertigkeit vermittelt.

Beim Tab ist die Rückseite ein weißer Kunststoffdeckel, der aber ohne störenden Spalt fest mit dem schwarzen Rahmen verbunden ist.

Ich möchte behaupten, dass das Design aller drei Geräte einem konsequenten ‚Form follows function’-Prinzip unterworfen wurde und es dadurch zwangsläufig zu einer gewissen Ähnlichkeit gekommen ist. Dies ist beim iPad ohne Frage am konsequentesten geglückt, dass Tab steht ihm aber nur minimal nach, während der HD2 durch seine 5 Tasten, die die Glasfront durchbrechen, am inkonsequentesten ist. Bei Apple gehört Design schon lange zu einem wesentlichen Ausstattungsmerkmal seiner Produkte und dadurch liegt die Latte für andere Hersteller sehr hoch. Obwohl mancher Kunststoff bessere Eigenschaften als Metall hat, so zum Beispiel bei einem Aufprall weniger leicht dauerhaft deformiert, nicht korrodiert, leichter ist, sich in den Händen wärmer anfühlt, vermittelt einem glänzendes oder matt schimmerndes Metall ein höherwertiges Gefühl, was vielleicht damit zusammen hängt, was wir in Gedanken mit schimmerndem Silber oder Gold verbinden.

Verarbeitung

Das Tab fühlt sich sehr gut an. Alle Teile des Gehäuses sind präzise gefertigt und zusammengefügt. Da es weder papierdünn noch ziegelsteindick ist, eine gewisse ‚Schwere’ besitzt, entsteht beim Anfassen der Eindruck, eine massive kleine Platte in der Hand zu halten. Obwohl die Rückseite nicht aus Aluminium wie beim iPad ist, hat man das Gefühl etwas sehr Wertiges in den Händen zu halten. Nichts knirscht oder ist wackelig, es ist nicht zu dick und auch nicht zu dünn. Der Rand um das Display ist auch im Verhältnis zur Größe breiter als der vom HD2 und damit sinkt die Gefahr versehentlich eine Schaltfläche auf dem kapazitiven Display zu berühren. Die Front besteht aus Glas oder einem glasähnlichen Material. Man muss sie nicht eindrücken um eine Schaltfläche zu aktivieren, bloßes Berühren reicht aus.

Android

Die funktionale Ähnlichkeit ist natürlich Android zu verdanken. Ich habe einmal Quadrant Android darauf laufen lassen und als Ergebnis erreichte das Tab einen Wert von 1010 und der HD2 unter Froyostone Sense 3.2 einen Wert von 1244! Das mag vielleicht an der unterschiedlichen Displayauflösung liegen, immerhin 614400 gegen 384000 Pixel, was für das Tab eine Mehrleistung von über einem Drittel bedeutet.

Display

Der HD2 war/ist ein sehr erfolgreiches Gerät. Diesen Erfolg hat er zu einem guten Anteil seiner hohen Geschwindigkeit und womöglich noch mehr, seinem großen Display von 4.3 Zoll zu verdanken. Und so ist es auch das Display des Galaxy Tab, welches mit 7 Zoll mehr als doppelt so viel Fläche wie das des HD2 einnimmt, was, neben seinem angenehmen Äußeren, zu diesem ‚Haben will‘-Gefühl führt. Das Betrachten von Bildern und Filmen auf diesem Display macht einfach Spaß und es macht noch mehr Spaß als auf dem HD2. Bilder werden zwar nicht ganz so knackscharf wie auf dem HD2 oder dem ‚Retina‘-Display des iPhone gezeigt, aber dafür hält man das Tab auch ein paar Zentimeter weiter weg, was den etwas geringeren DPI-Wert wieder ausgleicht.

Übrigens: Das Dell Streak, ein Gerät irgendwo zwischen aufgeblasenem Smartphone und Tablet angesiedelt, hat relativ zu den üblichen Smartphones auch ein vergleichsweise großes Display (5 Zoll), aber immer noch die gleiche Auflösung wie der HD2.

Um das Display zu testen, war eine meiner ersten Maßnahmen das Übertragen von Bildern und Filmen. Das Tab kann über USB an einen PC angeschlossen werden. Bei meinen ersten Versuchen verwendete ich eine Class 2 microSD Karte mit 16 GByte von SanDisk. Diese wurde vom Tab problemlos akzeptiert. Ich hatte vorher meine Bildersammlung mit über 50000 Bildern darauf kopiert und einige Filme im AVI- und MPG-Format. Leider kam das Tab mit meiner Bildersammlung nicht zurecht. Er versuchte immer wieder die Sammlung zu indizieren, hatte dabei aber offensichtlich ein Problem, welches zum Beenden des Indizierungsvorgangs führte.  Dieses Problem bekam ich nur dadurch in den Griff, dass ich den kompletten Ordner mit den Bildern durch das Anlegen einer leeren Datei, mit der Bezeichnung ‚.nomedia‘, vor dem Indizierungsprogramm versteckte.

Um nun die Bilder doch noch irgendwie auf dem Tab zu Gesicht zu bekommen, installierte ich über den Market das Programm ‚ASTRO Datei-Manager‘, welches es erlaubt, wie vom Windows Explorer gewöhnt, hierarchisch in den Ordnern zu navigieren. So fand ich dann auch meine Bilder auf der microSd Karte und konnte sie entweder mit dem ASTRO-Bildbetrachter oder der Galerie ansehen. Dabei viel mir beim Betrachten der Galerie auf, dass die Bilder, wenn auf maximal vergrößert, an Kanten einen Treppeneffekt aufwiesen. Ich bin mir noch nicht sicher, woher das kommt, aber schon einmal dankbar für gute Vorschläge zu Bildbetrachtern. Der ASTRO-Bildbetrachter taugt eher noch weniger, da er die Bilder einmalig an den Bildschirm anpasst, aber anschließend kein Zoomen erlaubt.

Für das Ansehen von Filmen installierte ich zusätzlich zum eingebauten Viewer noch den RockPlayer Universal. Der einbaute Player kann die MPG-Dateien nicht anzeigen. Der RockPlayer kann sie anzeigen, allerdings darf man während des Abspielens nicht neu positionieren. Die Filme hatten eine Auflösung zwischen 320*240 und 800*480 Pixeln. Filme mit Auflösungen ab 640*480 Pixeln sehen sehr gut auf dem Tab aus. Ich habe auch versucht einen Trailer mit FullHD Auflösung (1920*1080 Pixel) abzuspielen – dies funktionierte nur mit extrem starken Hängern und war somit unbrauchbar. Avatar in 800*480 lässt sich aber absolut flüssig genießen…

Sound

Das Galaxy Tab hat für seine geringe Größe und Flachheit einen guten Klang. Aus den winzigen Stereo-Lautsprechern ertönt ein erstaunlich voller Klang! So macht es Spaß, damit auch ohne Kopfhörer Musik zu hören!

eBooks

Die zweite Anwendungsart, in der das Tab brillieren kann, ist das Betrachten von Texten, egal ob ePub, PDF oder HTML Seiten. Hier machen sich die höhere Auflösung und das große Display sehr positiv bemerkbar und das Tab kommt damit einem eBook Reader gefährlich nahe. Wenn er ihn nicht sogar schon übertrifft, denn nachts im Bett kann man damit wunderbar ohne zusätzliches Licht lesen und damit einen eventuell vorhandenen Partner nicht stören. Im Sonnenlicht mag das wieder anders aussehen.

Auf dem Tab installiert ist eine App namens ‚Readers Hub‘, unter der es verschiedene Möglichkeiten geben soll an Bücher zu gelangen. Von den drei Möglichkeiten, die dort zu sehen sind, funktionierte aber nur Kobo. Ein kurzer Test führte aber nur zu englischsprachigen Büchern und selbst die kostenlosen können scheinbar erst downgeloadet werden, wenn man einen Account angelegt hat. Aber mit Android ist das ja kein Problem: Es lässt sich ja der Amazon ‚Kindle‘ oder der kostenlose ‚Aldiko‘ vom Market downloaden. Kindle führt zur Zeit auch überwiegend zu englischsprachiger Literatur, aber da tut sich vielleicht bald etwas.

Mit Aldiko kann man das eBook Lesen so richtig ausprobieren. Da gibt es zum Beispiel ‚Beam eBooks‘, die immer einige kostenlose Bücher zum Download anbieten. Unter ‚Free Public Domain Books‘ kann man auch auf einige deutschsprachige Bücher stoßen. Aldiko erlaubt es kostenlos und sehr komfortabel in die Welt der eBooks vorzustoßen. Sehr empfehlenswert!

Weitere Hinweise auf die Verwendung des Galaxy Tabs als eBook-Reader

Internet

Der vorinstallierte Browser des Tab funktioniert soweit ganz gut. Allerdings vermisse ich doch etwas Geschwindigkeit. Manchmal tippt man eine Schaltfläche bzw. einen Link an und ist sich nicht sicher, ob das Tab dies auch bemerkt hat. Das Laden oder Rendern der Seiten benötigt immer etwas Zeit. Das die Zeile mit den Schaltflächen beim Scrollen einer Seite mit nach oben verschwindet, empfinde ich als echte Designschwäche.

Vor ein paar Jahren hätte ich nicht gedacht, dass Youtube einmal so an Bedeutung gewinnt, wie es momentan der Fall ist. Auch mir macht es hin und wieder Spaß, anstatt in die Glotze zu sehen, in Youtube zu stöbern. Umso besser, dass dies mittlerweile auch mit vielen Smartphones geht. Auch das Tab hat eine eigene App um in Youtube zu stöbern. So macht es Spaß, gemütlich in einem Sessel zu sitzen und von Video zu Video zu springen.

Sehr nett ist ein kleiner Taskmanager, der direkt auf der Startseite des Tab zu sehen ist. Hier lässt sich schnell sehen, welche Apps im Moment laufen und jede einzelne lässt sich dort auch beenden.

Negatives:

  • Leider hat das Tab einen proprietären USB-Anschluß, in den weder Mini- noch Micro-USB Stecker passen.
  • Es ist sehr glatt, packt man es mit ein paar Büchern oder einer Zeitung unter den Arm, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es dort heraus rutscht und auf den Boden knallt, sehr groß.

Fazit

Um es kurz zu machen: Schleppt man sowieso eine Tasche oder einen Rucksack mit, so ist das Samsung Galaxy Tab das bessere Smartphone, da das Betrachten jeglicher Information, aber insbesondere auch von Bildern und Filmen, auf einem so großen Display wesentlich angenehmer ist und dadurch viel mehr Spaß macht. Telefonieren tut man mit dem Tab sinnigerweiße mit einem Bluetooth-Headset, ist sowieso viel praktischer und beim Autofahren geradezu zwingend. Hat man keine extra Tasche dabei, so sind Smartphones wie das HTC HD2 die bessere Wahl. Wem Mobilität über alles geht, der ist beim HD2 besser aufgehoben.

Das Tab ist ein sehr feines Gerät – nur leider etwas teuer.

 

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. November 1, 2010 um 10:10 am

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