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Archive for Februar 2011

Android auf dem HTC HD2 (III)

Februar 19, 2011 22 Kommentare

Ich habe im letzten Jahr einiges zum Thema Android auf dem HD2 geschrieben. Wer sich dafür interessiert – hier geht es zur Übersicht.

Vieles was ich geschrieben habe, bezieht sich auf ältere Android-Versionen und auf die Installation und den Betrieb von Android auf dem HD2 unter der besonderen Berücksichtigung der verschiedenen ROM-Versionen des HD2.

In der Zwischenzeit hat sich viel getan und noch nie war es so einfach auf dem HD2 Android zu verwenden. Darum gibt es jetzt hier noch einen kleinen Nachschlag zum Thema.

Ich gehe im weiteren davon aus, dass der für Android in Frage kommende HD2 das 3.14-er ROM installiert hat! Denn dieses ROM benötigt für den Einsatz von Android keine Veränderungen bzgl. SPL und HSPL!!! Um die ROM-Version zu überprüfen wählt ihr auf dem HD2 ‚Einstellungen->Telefon-Info->Software-Informationen->ROM-Version‘.

Es ist mittlerweile möglich, Android auf dem HD2 ins NAND zu schreiben. Das bedeutet, man verzichtet komplett auf Windows Mobile und verwendet in Zukunft ausschließlich Android. Auf dieses Thema gehe ich im weiteren nicht weiter ein, da ich es ganz nett finde, jederzeit wieder zurück zu Windows Mobile zu können und sei es aus Nostalgie oder weil der Resco Photo Manager immer noch kein Äquivalent unter Android hat.

Wie immer bei solchen Anleitungen: Ich übernehme natürlich keine Verantwortung, falls irgendetwas nicht klappt!

Ich beschreibe hier eine andere Lösung und die besteht darin, Android auf eine in den HD2 eingelegte SD-Karte zu kopieren und anschließend zu starten. Für dieses Verfahren gibt es mittlerweile jede Menge verschiedene Android-Versionen, aus denen ich zwei heraus gepickt habe und hier vorstelle:

MCCM HD V4.0 [DESIRE HD Sense] Perfect [kernel gauner1986’s]

Das HTC Desire war letztes Jahr eines der interessantesten Smartphones mit Android. Es besitzt Android 2.2 (FroYo) und die von HTC programmierte Oberfläche ‚Sense‘ sowie einige zusätzliche Tools. Lange Zeit war das HTC Desire das beliebteste Smartphone auf dem Markt, bis es schließlich vom Desire HD abgelöst wurde! 🙂 Kaum zu glauben, dass der ‚alte‘ HD2 das ROM des Desire HD verwenden kann und damit mit den neuesten und besten Android Smartphones gleich zieht!

darkstone SuperRAM FroYo v1.5 [kernel: Hastarin custom]

Das ‚darkstone SuperRAM‘ ist im Vergleich zum auf dem Desire HD basierenden Android minimalistisch. Es enthält im Grunde nur das Nötigste und nur sehr wenige Specials zusätzlich, wie zum Beispiel den ‚ASTRO FILE MANAGER 2.5.2‘ oder ein UKW Radio. Es besitzt aber auch eine Spezialität, die das Desire HD Android nicht besitzt: Es kopiert beim Starten des Systems das komplette Betriebssystem ins RAM (!) und wird dadurch extrem schnell! Angeblich sogar schneller als ein NAND-Android.

Installation

Nach dem man sich für eines der Systeme entschieden hat, downloadet man es von den oben angegebenen Seiten und entpackt es so auf eine SD-Karte, dass sich die Ordner ‚Android‘ und ‚media‘ anschließend im Wurzelverzeichnis befinden. Danach geht man mit einem beliebigen Dateimanager, entweder dem mitgelieferten Datei-Explorer oder dem Resco Explorer oder was auch immer, in das Verzeichnis ‚Android‘ und startet dort nacheinander ‚clrcad.exe‘ und ‚haret.exe‘. Achtung: Nach dem Betätigen von ‚clrcad.exe‘ passiert nichts – gar nichts! Einfach danach ‚haret.exe‘ und dann in Ruhe warten.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Ein Problem, welches bei mir nach dem Beenden von Android und dem anschließenden Neustart unter Windows Mobile immer noch auftritt, ist die angeblich noch nicht gelesene SMS, die durch eine kleine grüne Eins (1) in der unteren Auswahlleiste angezeigt wird. Wie man die wieder los wird, habe ich hier beschrieben. Wer allerdings nach dem ersten Android-Start sowieso nicht mehr zurück zu Windows Mobile will, der braucht sich an ihr nicht zu stören.

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Kategorien:Android

Wie kann man OpenStreetMap in ‚map’-Dateien für GPSSend konvertieren?

Februar 12, 2011 33 Kommentare

[Update: Mittlerweile gibt es für GPSSend passende Karten direkt zum Download. Die Entwickler von ‚mapsforge‘ bieten einen entsprechenden Service an. Die Karten kann man von hier downloaden: http://download.mapsforge.org/maps/europe/]

Damit GPSSend für Android Karten darstellen kann, verwendet es eine Library namens ‚mapsforge’. Für interessierte Programmierer ist sie hier zu finden. Die Library kann sowohl Online – als auch Offline arbeiten. Verwendet man letzteres, so benötigt sie Kartenmaterial in Form eines besonderen Formats – ich nenne es der Einfachheit halber ‚map’-Datei.

Hier gibt es eine App mit der Bezeichnung ‚AdvancedMapViewer-0.2.1.apk‘, die als Demo für die mapsforge-Library und dem Kartenformat dient.

Leider gibt es im Moment noch recht wenige geografische Gebiete in diesem Format. Aktuell gibt es hier folgende drei Gebiete zum Download:

  • Bremen
  • Hamburg
  • Berlin

Lädt man sich eine dieser Dateien herunter, kopiert sie auf sein Android-Smartphone und stellt in GPSSend bei ‚Pfad zur ‚map’-Datei’ den Pfad entsprechend ein, so kann GPSSend mit diesen Dateien arbeiten.

Karten selbst konvertieren

Im nachfolgenden Text zeige ich Euch, wie man sich solche Dateien selbst unter Windows XP konvertieren kann!

Um es klar zu sagen, diese Anleitung ist nichts für ‚Weicheier’! Man muss einiges downloaden, installieren und konfigurieren um zum Ziel zu kommen. Wer sich davor scheut, sollte es besser gleich bleiben lassen.

Dazu gibt es zwei verschiedene Ansätze, denn das ‚Rohmaterial’ für die Konvertierung kann man sich auf verschiedene Weise downloaden oder erzeugen.

Erdteile, Länder

Größere Gebiete lädt man sich am besten bei der Geofabrik im Format ‚osm.pbf’ herunter. Man findet sie hier. Es ist nicht empfehlenswert, wenn man nicht gerade einen absoluten ‚Power’-Rechner besitzt, ein Land größer als ein Bundesland auszuwählen, da dann die Konvertierung sehr, sehr lange dauern kann. Ich habe den Versuch, ‚germany.osm.pbf’ zu konvertieren, abgebrochen, nachdem mein Rechner (Dual-Core mit 2 GByte) damit einen ganzen Samstag beschäftigt war!

Individuelle Gebiete

Kleinere Gebiete kann man direkt von openstreetmap.org downloaden. Dazu selektiert man einfach den in Frage kommenden Bereich, klickt oben im ‚Reiter’-Bereich auf ‚Export’, wählt anschließend ‚OpenStreetMap-XML-Daten’ und klickt dann noch einmal auf die Schaltfläche ‚Export’. Wenn der Bereich nicht zu groß war, kann man kurz darauf eine Datei ‚map.osm’ downloaden.

Es ist eine sehr gute Idee, wenn man sich die – nach dem Anklicken des ‚Reiters’ ‚Export’ erscheinenden Koordinaten des ausgewählten Bereichs – aufschreibt, denn diese braucht man noch!

Der so herunter geladene Bereich ist leider im Format ‚osm’ und muss noch ins Format ‚osm.pbf’ konvertiert werden.

Osmosis

Um die herunter geladenen Dateien zu konvertieren, benötigt man das Tool Osmosis. Osmosis dient dazu OpenStreetMap Daten zu verarbeiten. Uns braucht hier nicht zu interessieren, was man mit Osmosis im Einzelnen machen kann, auch wenn dies sicher für jene, die tiefer in OpenStreetMap und seine Möglichkeiten einsteigen wollen, sehr interessant ist.

Auf der Seite findet sich ein Verweis auf ‚osmosis-latest.zip’, der es einem ermöglicht Osmosis herunterzuladen. Nach dem Auspacken in einem beliebigen Verzeichnis findet man ein Verzeichnis ‚osmosis-0.38’ oder ähnlich, mit einigen Unterverzeichnissen. Dies nenne ich ab jetzt ‚Osmosis-Root’.

Osmosis benötigt Java! Java muss auf dem Rechner installiert sein!

Man benötigt aber noch mehr Tools:

mapsforge-mapfile-writer-0.2.1.jar

Trove

Vorbereitungen

In Osmosis-Root legt man ein Verzeichnis ‚plugins’ an und kopiert dort die Datei ‚mapsforge-mapfile-writer-0.2.1.jar’ hinein.

In das Verzeichnis ‚lib\default’ von Osmosis-Root kopiert man die Datei ‚trove-3.0.0rc1.jar’ aus der ‚Trove’-Zipdatei. Man findet sie in ‚lib’. Ich habe sie anschließend von ‚trove-3.0.0rc1.jar’ in ‚trove-3.x.jar’ umbenannt.

Anschließend habe ich mir noch die 2 Verzeichnisse ‚data’ und ‚tmp’ in Osmosis-Root angelegt. In ‚data’ kopiere ich mir die downgeloadeten Dateien wie ‚map.osm’ oder ‚hessen.osm.pbf’. ‚map.osm’ von openstreetmap.org nenne ich nach dem Download immer in einen Namen um, der das in OpenStreetMap markierte Gebiet beschreibt, also zum Beispiel ‚torbole.osm’ wenn ich einen Bereich um das Fischerdorf am Gardasee downgeloadet habe.

Konvertierung

Wie vermutlich schon aufgefallen ist, haben wir es mit zwei verschiedenen Dateiformaten zu tun: ‚osm’ und ‚osm.pbf’. Die ‚osm’-Dateien, die man bei einem Download direkt über openstreetmap.org bekommt, müssen darum erst in das Format ‚osm.pbf’ konvertiert werden. Auch das geht mit Osmosis. Im nachfolgenden Text gebe ich jetzt einige Kommandos an, die in einem Kommandozeilenfenster von Windows XP angegeben werden müssen. Damit sie funktionieren, muss man im Kommandozeilenfenster mit ‚cd’ das Verzeichnis Osmosis-Root ausgewählt haben!

Die Beispiel-Kommandos zeigen beispielhaft (fett markierte Dateinamen müssen entsprechend ersetzt werden) wie man eine Datei ‚hessen.osm.pbf’ in einen ‚map’-Datei, einen ‚torbole.osm’ in einen ‚osm.pbf’-Datei und diese anschließend in eine ‚map’-Datei konvertiert.

Beim letztem Schritt muss man im Kommando den geografischen Bereich angeben, den man zuvor von openstreetmap.org downgeloadet hat! Man beachte dabei die Reihenfolge der einzelnen Koordinatenwerte, erst kommt die obere linke Ecke, dann die untere rechte Ecke! Die Angabe, die bei ‚openstreetmap.org in Form eines Kreuzes dargestellt ist, zeigt oben den Wert für die rechte untere Ecke!!!

Für die Konvertierung von osm zu pbf:

bin\osmosis --rx data\torbole.osm --write-bin
  tmp\torbole.osm.pbf omitmetadata=true

Für die Konvertierung von pbf zu map mit Dateien von der Geofabrik:

bin\osmosis --rb file=data\hessen.osm.pbf
  --mapfile-writer file=tmp\hessen.map type=hd

Für Konvertierung von pbf zu map mit Dateien von openstreetmap.org:

bin\osmosis --rb file=data\torbole.osm.pbf    --mapfile-writer file=tmp\torbole.map bbox=45.8594,10.8402,45.8995,10.8986

Man beachte vor den Parametern den Bindestrich: Er besteht aus zwei einzelnen Bindestrichen! Es ist möglicherweise besser, diese Kommandos nicht mit Cut-und-copy aus diesem Text zu entnehmen, sondern wirklich selbst einzutippen!

Kategorien:Android, GPSSend