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Unterwegs Bücher schreiben


Schon lange möchte ich einmal ein Buch schreiben. Für so ein Buch braucht es eine Menge Ideen, zum Beispiel für die Grundidee, die Protagonisten, die Kapitel oder einzelne Szenen. Im Alltag habe ich kaum Zeit darüber nachzudenken. Ich weiß nicht, ob ich es schon erzählt habe, aber die besten Ideen kommen mir beim Biken oder Spazieren gehen. Leider kann ich sie mir nicht merken, bis ich wieder zu Hause bin. Darum benötige ich eine Möglichkeit meine Gedanken schon unterwegs aufzuzeichnen. Ich könnte ja ein Notizbuch mitnehmen! Aber dass dann samt Stift bei jeder Idee heraus fummeln, aufzuklappen und dann im Stehen oder auf dem Boden zu schreiben? Womöglich regnet es oder die Umgebung ist nass? Das kann es nicht sein.

Wer meinen Artikel ‚Pimp your HTC HD2‚ kennt, der weiß, dass ich mich darum schon lange für Lösungen interessiere, mit denen es möglich ist, unterwegs Sprache aufzuzeichnen und am besten gleich in Text zu verwandeln. Leider habe ich da noch nichts Perfektes gefunden. Es gibt zwar Apps, die Sprache gut in Text verwandeln können, diese scheinen aber immer nur online zu funktionieren. Das heißt, die Sprache wird an einen Server gesendet, dort in Text verwandelt und wieder zurück gesendet. Wenn man also gerade keine gute Internet-Verbindung hat, wird das mehr schlecht als recht funktionieren.

Darum verwendete ich bisher Lösungen, die einfach nur die Sprache aufzeichnen. Auf dem HTC HD2 verwendete ich dazu den Resco Audio Recorder. Nachdem ich nun immer mehr das Motorola Defy einsetze, suchte ich auch für Android eine Möglichkeit unterwegs Sprache aufzuzeichnen. Nach ein wenig Recherche bin ich beim Hi-Q MP3 Recorder hängen geblieben. Diese App erlaubt ein sehr hochwertiges Recording und speichert in MP3-Dateien. Im Vergleich zum Resco Audio Recorder fehlen als wichtigste Features noch die automatische Aufnahme gesteuert durch einen bestimmten Sprach- bzw. Lautstärkepegel und die automatische Aufnahme von Telefongesprächen.

Aber für den hier vorgestellten Anwendungszweck ist das nicht so wichtig. Da mein Hauptziel die möglichst automatische Erfassung von gesprochener Sprache in geschriebenen Text ist, muss zusätzlich zur Hi-Q App noch eine zweite Anwendung eingesetzt werden. Und dies ist Dragon Naturally Speaking. Mit diesem Programm habe ich schon seit Jahren gelegentlich experimentiert und relativ gute Ergebnisse erzielt. Bei Dragon Naturally Speaking arbeitet man normalerweise mit einem Mikrofon, welches in den PC eingesteckt wird. Dragon Naturally Speaking kann mit wenigen Minuten Anlernen ziemlich gut gesprochene Sprache verstehen. Obwohl die Werbung behauptet, dass Dragon Naturally Speaking natürlich gesprochene Sprache versteht, habe ich etwas bessere Ergebnisse erzielt, wenn ich die einzelnen Worte etwas abgehackt gesprochen habe.

Aber zurück zu Hi-Q: Fällt einem unterwegs etwas wichtiges ein, eine Idee für ein Kapitel oder vielleicht eine ganze Szene, so zückt man schnell das Android Smartphone, startet Hi-Q und fängt deutlich und am besten zwischen den einzelnen Worten eine deutliche Pause machend, zu sprechen an. Mit Hi-Q kann man im Grunde stundenlang aufnehmen, nur begrenzt durch den zur Verfügung stehenden Speicherplatz. Hat man fertig gesprochen, so beendet man die Aufnahme.

Wieder zu Hause verbindet man den Kopfhörerausgang des Smartphones mit Hilfe eines Kabels, welches an beiden Enden einen 3.5-mm-Klinke Stecker besitzt, mit dem Mikrofon-Eingang des PC, startet Dragon Naturally Speaking und dann die Wiedergabe der unterwegs gemachten Aufnahme. Wenn der Lautstärkepegel einigermaßen stimmt, wird man nach kurzer Zeit sehen, wie zum Beispiel in Word auf einmal die Worte eintreffen! Wenn alles gut klappt, ist das ein wirklich faszinierender Vorgang, wie Spock sagen würde.

Anfangs, bis erstmalig alles klappt und man sich mit den beiden Anwendungen vertraut gemacht hat, vor allem mit Dragon Naturally Speaking,  mag es ein wenig dauern, aber wenn es dann schließlich funktioniert, ist das schon eine feine Sache.

Ich habe dazu eine alte Version von Dragon Naturally Speaking (die Version 9.0) , die ursprünglich für Windows XP gedacht war, auf einem modernen Notebook mit Windows 7 eingesetzt. Dies war leider nicht so ohne weiteres möglich, da das Installationsprogrammm von Dragon Naturally Speaking die Installation unter Windows 7 verweigerte. Mit Hilfe dieser Anleitung ist es mir dann doch noch gelungen, Dragon Naturally Speaking unter Windows 7 zum Laufen zu bringen.

Mit dieser Kombination hoffe ich in der nächsten Zeit genügend Textmaterial zusammen zu bekommen, dass es vielleicht endlich für ein kleines Buch reicht!😉

Kategorien:Android, Motorola Defy
  1. Sam
    September 4, 2011 um 6:35 am

    Ist bei Windows 7 nicht schon eine Spracherkennung drin, die sogar recht gut sein soll?
    Einfach mal Spracherkennung im System eingeben…

    • September 4, 2011 um 6:53 am

      Danke für den Hinweis. Ich habe es gerade einmal ausprobiert. Funktioniert tatsächlich! Es ist allerdings ohne genaueren Test schwer zu sagen, welche nun besser funktioniert. Ich werde mal recherchieren, ob es Vergleichstests gibt. Vorerst werde ich Dragon Naturally Speaking weiter verwenden, da ich mich daran schon gewöhnt habe. Sollte aber die Windows Erkennung ressourcenschonender sein oder besser funktionieren, steige ich um.

  2. Januar 3, 2012 um 12:53 am

    Nette Ableitung. Danke dafür!

  3. Januar 18, 2012 um 3:52 pm

    witzige Idee! Da ich aber immer einen Satz anfange und ihn dann oft noch mal grundlegend verändere wär das glaub ich nix für mich.😀 Trotzdem interessant. Weißt du ob es so ein Programm auch für den Mac gibt?

  4. Januar 18, 2012 um 7:29 pm

    Nein, leider kenne ich mich in der Apple-Welt nicht so gut aus.🙂

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