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Delphi 3.0 unter Windows 7


Im Sommer 2011 kaufte ich mir ein Notebook. Um nicht zu viel Zeit mit der Installation eines neuen Betriebssystems zu verbrauchen, kaufe ich meine Rechner meist mit vorinstalliertem Betriebssystem. Darum kam ich diesmal nicht mehr um Windows 7 herum.

Vor vielen, vielen Jahren entwickelte ich einige Zeit lang mit Borland Delphi, einer der besten Entwicklungsumgebungen, die es für Windows gab und immer noch gibt.

Vor ein paar Tagen fragte mein Vater folgendes:

„Ich hätte gerne ein HTML-Script, welches genau diesen Befehl ausführt. Ich habe es mit „href….“  und mit src…..“ probiert, aber das funktioniert nicht. Ich möchte dieses Script local durch den Taskmanager starten, da cronjob.de kostenpflichtig ist.“

Zuerst probierte ich es mit

<meta http-equiv="refresh" content="0; URL=http:www.beispiel.de">

Dies funktionierte zwar, führte aber zu einem zusätzlichen Popup, welches man erst noch weg klicken musste. Da probierte ich es mit

<script language="JavaScript">
top.location.href="http://www.beispiel.de"
</script>

Das gleiche Ergebnis. Da kam mir der Gedanke, einfach selbst schnell ein kleines Programm zu entwickeln, welches den HTTP-Request durchführt, die Seite entgegen nimmt und einfach nicht weiter auswertet.  Bei der Überlegung mit welchem Entwicklungssystem ich dass jetzt schnell machen könnte, viel mir auf, dass ich auf meinem Notebook noch keines installiert habe, mit dem man ‚mal eben schnell eine kleine EXE-Datei kompilieren kann…

Ich habe zwar Netbeans und Eclipse installiert und kann auch Apps für Android entwickeln, aber die guten alten EXE-Programme? Das ging noch nicht. Aber wozu habe ich noch irgendwo eine Delphi CD liegen? Also aus dem Regal heraus gesucht, in das DVD-Laufwerk eingelegt und schnell installiert. Es handelte sich um die Version 3.0 – leider lies sie sich nicht installieren. Das Installationsprogramm brach mit einer Fehlermeldung, aufgrund einem Kompatibilitätsproblem mit dem 64 Bit Windows, ab.

Meine bisherigen Erfahrungen bei der Umstellung verschiedener Software auf mein ‚Windows 7 Home Premium‘ zeigte aber, dass man mit dem einen oder anderen Trick das meiste doch zum Laufen bekommt. Also habe ich erst einmal ein wenig im Internet recherchiert und bin dabei auf diese Seite gestoßen, auf der der Beitrag von ‚lewis‘ den Weg zur funktionierenden Installation schon einmal sehr gut vorgibt. Er beschreibt es allerdings für Delphi 5.0 und es kann sein, dass einige der Probleme, die ich nach Anwendung seiner Tipps immer noch hatte, darin ihre Ursache haben.

Der Kern seiner Beschreibung beruht darin, dass man versucht eine funktionierende Installation auf das Zielsystem (WIndows 7) zu übertragen!

Daraus das wichtigste:

1. Von einer funktionierende Delphi 3.0 Installation folgende Dateien sichern:

\windows\system32\*.dpl
kompletter Verzeichniszweig \Program Files\Borland
kompletter Verzeichniszweig \Program Files\Common Files\Borland Shared

2. Von einer funktionierende Delphi 3.0 Installation folgende Registry-Zweige sichern:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Borland
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Borland

Die Dateien hebt man sich am besten an einem sicheren Platz für die Zukunft auf.

3. Nun kann man das Delphi 3.0 System auf den Notebook kopieren, sollte aber darauf achten, dass dort Programme unter ‚Programme (x86)‘ gespeichert werden. Darum müssen die vorher über den Registry-Editor exportierten ‚REG‘-Dateien angepasst werden. Ich habe dazu Notepad++ verwendet. Mit dessen Hilfe in beiden REG-Dateien ‚\\Programme‘ durch ‚\\Programme (x86)‘ austauschen. Anschließend kann man sie im Windows-Explorer doppelklicken und damit in die Registry des Zielsystems importieren.

4. Im Zielsystem die Umgebungsvariable ‚PATH‘ um den Eintrag ‚C:\Program Files (x86)\Borland\Delphi 3\Bin‘ erweitern.

Nachdem ich bis hierher gekommen bin, lies sich Delphi immerhin schon einmal – wenn auch unter Stottern – starten. Das Stottern kam daher, dass es die unter ‚Projektoptionen/Packages‘ eingetragenen ‚Entwurfszeit-Packages‘ nicht gefunden hat. Es war auch kein Haken zu sehen. Wenn ich versucht habe den Haken zu setzen, kam die gleiche Fehlermeldung wie beim Start. Eigentlich hätten dies ja die Registry-Änderungen lösen sollen. Hat aber offensichtlich nicht geklappt. Klickt man dort die einzelnen Komponenten an, so wird der Pfad angezeigt und er schien zu stimmen. Lösen konnte ich dieses Problem damit, dass ich jedes Package noch einmal über die Schaltfläche ‚Hinzufügen‘ ausgewählt habe!

Anschließend lies sich Delphi ohne Probleme starten.

Beim ersten Versuch ein kleines Projekt zu kompilieren, erschien aber folgende Fehlermeldung:

‚Fataler Fehler: C:\Work\Delphi Test\Project1.dpr(1): Datei nicht gefunden: ‚System.pas.‘

Eine Recherche im Internet ergab leider – außer der Erkenntnis, dass auch andere dieses Problem haben – nichts. Also habe ich selbst noch ein bisschen nachgedacht und experimentiert und bin auf folgende einfache Lösung gestoßen: Man muss für jedes alte und neue Projekt unter ‚Projektoptionen/Verzeichnisse/Bedingungen‘ im Feld ‚Suchpfad.‘ den Pfad auf das ‚Bin‘-Verzeichnis von Delphi eingeben, dann kann klappt alles. Also zum Beispiel:

C:\Program Files (x86)\Borland\Delphi 3\Bin

Dies muss man jetzt allerdings für jedes Projekt machen, was vorher unter XP nicht der Fall war. Dieser Umstand führte zu weiteren Untersuchungen und mittlerweile denke ich, die Wurzel des Problems gefunden zu haben: Man darf beim Suchen und Ersetzen nicht ‚Programme (x86)“ verwenden, sondern stattdessen das englische ‚Program Files (x86)‘ – dann klappt es gleich!

Noch ein paar Tipps:

Ich habe früher oft mit der Borland Datenbank ‚Interbase‘ gearbeitet. Diese wurde mittlerweile als Open Source freigegeben und wiederum davon gibt es den Ableger ‚Firebird‚. Den kann man verwenden um weiterhin seine Datenbanken zu verwenden. Downgeloadet habe ich diese Variante. Nach der Installation findet sich im ‚bin‘-Verzeichnis von Firebird eine DLL ‚fbclient.dll‘, die für den Zugriff auf Firebird durch verschiedene Bibliotheken, wie zum Beispiel ‚SQLDirect‚, notwendig ist.

Diese Datei muss man ins Verzeichnis ‚C:\Windows\SysWOW64‘ kopieren, damit der Zugriff weiterhin funktioniert!

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