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Mit dem Netbook unter Ubuntu für Android entwickeln


Ob es wirklich Sinn macht, ist fraglich, da so ein Netbook-Display ja doch nur eine vergleichsweise geringe Auflösung hat und dadurch die vielen Fenster von Eclipse nicht viel Platz für ihren Inhalt haben. Aber ich wollte einmal grundsätzlich wissen, ob es funktionieren könnte und eventuell kann man ja auch einen Monitor anschließen.

Vielleicht hilft es auch dem einen oder anderen Netbook-Besitzer den Einstieg in die Java Programmierung zu finden.

Andererseits wäre es eine Möglichkeit, abseits von zu Hause, mal eben schnell einen Fehler in GPSSend zu korrigieren!

Um es für mich noch interessanter zu gestalten, habe ich es unter Ubuntu ausprobiert. Ich wollte einfach einmal sehen, wie schwierig es ist, einen Netbook unter Ubuntu zum Software entwickeln einzusetzen. Um es vorweg zu nehmen, es ist nicht schwierig, sondern sogar relativ leicht!

Mit Hilfe von UNetbootin habe ich das neueste Ubuntu (12.04 LTS) auf einen USB Stick kopiert und es anschließend auf einem Acer D270 installiert. Die restliche Installation bzw. Einrichtung kann man anschließend über WLAN machen.

Eclipse installieren

Man kann wohl auch mit einem simplen Editor für Android entwickeln, das habe ich aber nie ausprobiert. Die meisten Empfehlungen im Netz schlagen Eclipse als Entwicklungsumgebung für Android vor. Auch ich habe bisher für die Entwicklung von GPSSend Eclipse – allerdings unter Windows XP und Windows 7 – eingesetzt.

Die Installation von Eclipse unter Ubuntu ist sehr einfach. Am linken Rand befindet sich ein Icon mit der Bezeichnung ‚Ubuntu Software-Center‘. Über den Weg ‚Ubuntu Software-Center -> Entwicklungswerkzeuge -> Entwicklungsumgebungen -> Eclipse -> installieren‘ startet man die Installation.

Aktuell hat man anschließend ‚Eclipse Indigo‘ auf seinem Netbook installiert.

ADT Plugin und SDK installieren

Nur mit Eclipse kann man nicht für Android entwickeln, es werden noch einige Zusätze benötigt.

Man kann den Anweisungen der ‚android developers‚ folgen. Die führen auch zum Ziel. Aber es gibt einen einfacheren Weg, der im Nachfolgenden beschrieben wird. Dazu muss in Eclipse eine Software-Quelle eingerichtet werden, von der aus dann die Installation der zusätzlichen Komponenten erfolgen kann.

Zuerst ruft man über ‚Help -> Install New Software…‘ das in Eclipse gebräuchliche Fenster für die Installation von Plugins aus. Dort wählt man ‚Add‘, es erscheint ein weiteres Fenster, in dem man einen Namen für eine Software-Quelle, zum Beispiel ‚ADT Plugin‘, und die URL der Quelle angeben muss. Die Quelle ist:

https://dl-ssl.google.com/android/eclipse/

Nachdem man die neu eingerichtete Quelle ausgewählt hat, um darüber nach passender Software zu suchen, kommt das erste echte Netbook-spezifische Problem: Das Fenster ist zu klein, die Liste, die eigentlich die zur Auswahl stehenden Einträge anzeigen sollte, ist so zusammengepresst, dass man keinen einzigen Eintrag sehen kann!

Darum klickt man einfach auf ‚Select All‘, wartet einen Moment und sollte dann rechts neben der Liste ‚4 Items selected‘ sehen. Mit einem Klick auf ‚Next‘ geht es zum Akzeptieren der Lizenzen. Hier kann man einfach ‚I accept the terms of the license agreements‘ anklicken und dann noch einmal auf ‚Finish‘. Anschließend wird das Plugin downgeloadet und man wird zu einem Restart von Eclipse aufgefordert.

Den sollte man auch durchführen, da man dann automatisch dazu aufgefordert wird, die restlichen Pakete, wie das SDK und die Android Version 2.1, zu installieren. Die Auswahl von Android 2.1 muss man durch Anklicken bestätigen. Dann geht es noch einmal zum Lizenzen akzeptieren.

Man wird zu einem Restart aufgefordert. Nach dem Restart hat man die Möglichkeit ein SDK downzuloaden und zu installieren, sowie Android 2.1. Das sollte man auch tun.

Daraufhin erscheint ein Fenster, in dem man die Möglichkeit hat, einzelne Pakete auszuwählen. Hier klickt man am besten ‚Accept All‘ an und wählt anschließend ‚Install‘.

Jetzt dauert es einige Zeit.

Anschließend ist Eclipse fertig präpariert für erste Versuche in der Android-Entwicklung. Ich habe für einen ersten Test mein GPSSend-Projekt von Windows 7 mit Hilfe eines USB Sticks in den Workspace von Eclipse in mein Home-Verzeichnis kopiert. Nachdem ich noch die Bibliotheken neu angegeben hatte, konnte ich GPSSend über ‚Clean‘ komplett neu erzeugen.

Der hier beschriebene Weg erfordert außer WLAN, dem Wissen um die Android Software-Quelle und etwas Zeit, keinerlei weitere Zutaten, um unter Ubuntu eine Entwicklungsumgebung für Android aufzusetzen! Sicherlich ist ein Desktop mit 1024 mal 600 Pixeln etwas wenig für Eclipse, aber grundsätzlich funktioniert es. Man beachte dabei, dass jedes Fenster in Eclipse durch einen Doppelklick auf die Titelzeile maximiert werden kann!

Heutzutage scheint es erstaunlich, dass man auf so einem kleinen Gerät richtig entwickeln kann, aber wer vor ca. 10 Jahren schon mit Eclipse entwickelt hat, der weiß, dass ein Dual-Core Mikroprozessor und 2 GByte RAM schon eine ganze Menge ‚Power‘ sind!🙂

USB für das eigene Smartphone aktivieren

Was jetzt noch fehlt, ist das Testen der Anwendung direkt auf dem Smartphone. Dazu muss man in Eclipse leider erst ein paar Kommandzeilenaufrufe durchführen. Welche das sind, wird bei ‚android developers‘ genau beschrieben:

USB für Smartphones aktivieren

Das wichtigste daraus:

Ein Terminal-Fenster öffnen und darin:

sudo gedit /etc/udev/rules.d/51-android.rules

angeben. Folgende Zeile eintippen:

SUBSYSTEM=="usb", ATTR{idVendor}=="22b8", MODE="0666", GROUP="plugdev"

und speichern (Die Vendor-ID ist passend für mein Motorola – für andere Hersteller muß eine andere Vendor-ID angegeben werden – siehe hier). Zum Abschluß im Terminal-Fenster noch:

sudo chmod a+r /etc/udev/rules.d/51-android.rules

eintippen.

Anschließend kann man über Eclipse die Anwendung direkt auf dem Smartphone ausführen und testen. Und so, nur mit dem Netbook und dem Smartphone ausgerüstet, auch unterwegs mal eben schnell ein paar Änderungen an der eigenen App vornehmen! Und das sogar unter Linux!

  1. dasine
    August 10, 2012 um 5:14 pm

    Danke!

  1. September 25, 2012 um 8:59 am

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