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A blast from the past


THE FREE DICTIONARY erklärt die Überschrift mit:

Something that suddenly and strongly makes you remember a previous time.

Vor vielen, vielen Jahren hatte ich in einer Firma die Aufgabe bekommen, ein Shopsystem zu entwickeln. Die Bedingungen waren Windows NT, Oracle und Java. Zu dem Zeitpunkt hatte ich vom Web, außer etwas Erfahrung mit statischen HTML Seiten, absolut keine Ahnung. Lediglich mit Datenbanken und SQL kannte ich mich ganz gut aus und mit Java hatte ich ein paar erste Erfahrungen gesammelt. Also las ich mich in die Thematik ein und stieß relativ schnell auf die Servlet-Technologie von (damals) Sun.

Mit den ersten Versuchen erkannte ich, dass das Kodieren von HTML in ein Java-Servlet schnell zu Problemen führte. Jede kleine HTML-Änderung erforderte das Neukompilieren des Servlets. Es war klar, dass es so nicht gehen konnte. Struts kannte ich damals noch nicht und JSF gab es sowieso noch nicht. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es Struts damals schon gegeben hat. Darum erfand ich eine eigene Lösung und nannte sie ‚ShopWizard‘. Es war ein einziges Servlet, welches Templates verarbeiten konnte, in die per Meta-Tags SQL-Statements eingebettet waren.

Anschließend entwickelte ich ein Shopsystem und brachte anderen Mitarbeitern den Umgang mit dem ShopWizard bei. Um mit dem ShopWizard entwickeln zu können, musste man gar nicht programmieren können. Es genügte SQL zu verstehen und schon konnte man, zum Beispiel mit dem Dreamweaver bewaffnet, dynamische Webseiten produzieren. So hatten wir damals eine Ernährungswissenschaftlerin eingestellt, die schon nach kurzer Zeit produktiv mit dem ShopWizard entwickeln konnte.

Eines Tages wollte ich mit dem ShopWizard einmal etwas Eigenes machen und entschloss mich eine eigenschaftsbasierende Kontaktbörse zu entwickeln. In einer knappen Woche abendlicher Arbeit hatte ich es geschafft:

klick2friend war geboren.

Eine Zeit lang durfte ich sie bei uns in der Firma betreiben. Später mietete ich einen Rootserver, den ich vor einigen Jahren allerdings wieder aufgab. Seit kurzem habe ich etwas mehr Zeit und entschloss mich, klick2friend einmal wieder ins Netz zu bringen. Ich musste zwar einiges anpassen, aber nach einem knappen Tag Arbeit hatte ich geschafft.

Leider haben sich damals nur knapp 200 Mitglieder angemeldet. Aber gab es die überhaupt noch? Vielmehr: Waren die damaligen EMail-Adressen noch existent?

Das war eine spannende Frage. Im ShopWizard hatte ich eine interessante Funktion eingebaut, die es erlaubte, per SQL-Abfrage dynamisch generierte EMails zu erzeugen und zu versenden. Dabei konnten nicht nur die Empfänger per SQL bestimmt, sondern auch jede einzelne EMail dynamisch, mit dem ShopWizard selbst, erzeugt werden. Mit dieser Funktion hatte ich schon damals einen Newsletter erzeugt. Und diese Funktion verwendete ich heute, um einmal zu sehen, welche Empfänger-Adressen noch existieren.

Tja, von zuletzt 165 Empfänger-Adressen sind gerade einmal noch 69 geblieben und vermutlich werden in den nächsten Tagen noch weitere heraus fallen. Bin einmal gespannt, ob sich noch einmal jemand von damals anmeldet. Oder gar, ob sich jemand neu registriert?

Wie auch immer, es macht einem ein schönes Gefühl, wenn so eine, etwa 15 Jahre alte, dynamische Web-Anwendung noch einmal zu Leben erwacht und immer noch, auch mit heutiger Technologie, funktioniert.

klick2friend

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