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Programmierbare Taschenrechner im Wandel der Zeit


Einleitung

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Von Zeit zu Zeit werfe ich einen Blick auf den aktuellen Stand der Geschichte der programmierbaren Taschenrechner. Denn diese wundervollen Geräte waren für mich und viele andere Begeisterte in den Siebziger Jahren der Einstieg in die Welt der Programmierung. Schon vor über 10 Jahren habe ich dazu einmal einen Artikel geschrieben, den Ihr hier findet. Meinen ersten programmierbaren Taschenrechner habe ich Mitte bis Ende der Siebziger in den Händen gehalten. Erst Jahrzehnte später wurde mir durch das Internet bewusst, dass die damals von mir im Umgang mit dem Gerät gemachten Erfahrungen auch noch viele andere Menschen erlebt haben. Um in nostalgischen Erinnerungen zu schwelgen, braucht man heutzutage nur auf entsprechenden Seiten im Internet zu stöbern. Leider gibt es nicht viele wirklich gute Seiten. So gibt es offenbar reine Sammler, die zwar fast jedes Gerät haben, aber entweder nicht viel davon verstehen oder aber aus anderen Gründen wenige Details zu den Geräten veröffentlichen. Auch muss man gewissenhaft zwischen Sammlern von Taschenrechnern und Sammlern von programmierbaren Taschenrechner unterschieden.

Ein paar Seiten sind aber empfehlenswert:

Eine deutschsprachige Seite, die sich überwiegend mit einem der bedeutendsten Taschenrechner aus dieser Zeit beschäftigt: Dem HP-41C.

Eine englischsprachige Seite, die sich mit vielen verschiedenen Herstellern von programmierbaren Taschenrechnern beschäftigt.

Eine amerikanische Seite, die sich ausschließlich mit dem bekanntesten Hersteller von programmierbaren Taschenrechnern beschäftigt: Hewlett Packard.

Jedenfalls stieß ich bei einem meiner letzten Ausflüge in diese Welt auf die Aussage, dass der beste Taschenrechner aller Zeiten ein HP-42S sein soll. Da dieser Rechner schon ein wenig älter ist (Produziert von 1988 – 1995) und es mittlerweile wesentlich weiter entwickelte Geräte gibt (z.B. TI-89), hat mich dass dann doch interessiert und darum habe ich mir auf eBay ein sehr gut erhaltenes Exemplar, samt zugehörigen deutschen Handbüchern ersteigert. Anschließend hat die Untersuchung dieses, etwa 20 Jahre alten (produziert von 1988 – 1995), Taschenrechners zu vielen Erinnerungen, aber auch zu neuen Gedanken und Ideen geführt. Diese möchte ich Euch im Folgenden erzählen.

Der beste Taschenrechner?

Nimmt man den HP-42S das erste Mal in die Hand, so ist der Gewichtseindruck im ersten Moment negativ, da er sehr leicht ist und ich ‚leicht’ im Vergleich mit den schwereren Geräten aus den Siebzigern gerne einmal mit ‚billig’ übersetze. Schaltet man ihn ein und tippt das erste Mal ein paar Tasten, merkt man schnell, dass er eigentlich einwandfrei funktioniert. Die Tasten ‚drehen’ sich beim Tippen nach oben weg, klicken dabei ganz leise und erzeugen eine Eingabe im Display ohne jedes Prellen. Denkt man einen Moment nach, dann realisiert man, dass leicht ja eigentlich gut ist, denn dann lässt sich das Gerät ja leichter mitnehmen.

Wer in den Siebzigern mit einem Privileg PR-56 D-NC, einem HP-25, einem HP-65, einem TI 58, einem TI58C oder einem TI59 gearbeitet hat, der hatte sicher – trotz aller Begeisterung für diese Geräte – viele ergänzende Wünsche. Die Elektronik und die Displays von damals verbrauchten, im Verhältnis zu heute, sehr viel Strom, so dass man kaum mehr als einige wenige Stunden damit netzunabhängig arbeiten konnte. Der zur Ablage von Programmen verwendete Speicher war oft extrem klein und noch dazu sehr vergesslich, sprich: Schaltete man das Gerät aus, war das Programm weg und man musste es beim nächsten Einschalten wieder neu eintippen! Besonders klein waren die Geräte auch nicht. Wer heute schon bei einem Galaxy Note mosert, dass es nicht in die Hosentasche passt (was es aber schon tut, nur damit setzen darf man sich dann nicht) der kann sich vermutlich nicht vorstellen, dass die Dinger Taschenrechner hießen. Ein weiteres Problem waren die begrenzten Möglichkeiten ein schon eingegebenes Programm zu verändern, da es nur 7-Segment Anzeigen gab und diese keine Buchstaben darstellen konnten. Darum waren die Programme codiert und man musste für jeden Tastenbefehl den Code kennen, um zu verstehen, was man einmal eingegeben hatte.

Einige Jahre später gab es mit ‚Continuous Memory‘ bei HP und ‚Constant Memory‘ bei TI –  erstmals die Möglichkeit, dass der Rechner sich die Programme auch im ausgeschalteten Zustand merkt – welch eine Wohltat! Wieder ein bisschen später gab es bei HP mit dem HP-41C eine 16-Segment Anzeige, mit der man eingegebene Programmbefehle auch als kurze Textmnemonics lesen konnte. Und dann kam der Casio FX-602P mit einer Punktmatrixanzeige, die richtig Texte darstellen konnte. Meiner Meinung nach ist der FX-602P auch ein heißer Kandidat für den besten Taschenrechner aller Zeiten…

Ohne Frage spielen aber moderne Geräte von HP (HP-48 Reihe aufwärts) und TI (TI 89 aufwärts) in einer anderen Liga (Eben!), mit ihren CAS- und Grafik-Fähigkeiten können sie bei weitem mehr als die alten Geräte. Ein CAS (Computer Algebra System) ermöglicht einen Umgang mit Mathematik auf einer gewissermaßen viel elementareren und gleichzeitig höheren Ebene, als dies ein klassischer Taschenrechner gekonnt hat. Auch die eingebauten Möglichkeiten zur grafischen Darstellung von Funktionen heben die modernen Rechner von den alten ab. Aber meist sind diese Rechner auch ein ganzes Stück größer, eher Schultaschen-Rechner als Taschenrechner.

Wenn man an dieser Stelle eine Grenze zieht, also definiert, dass ein Taschenrechner ein Gerät sein soll, dass eine reine Maschine fürs ‚Number Crunching‘ sein soll, ohne CAS und ohne Grafik-Fähigkeiten, dann ist der HP-42S in der Tat einer der bemerkenswertesten Taschenrechner in der Geschichte der kleinen mobilen Rechenmaschinen.

Warum ist das so?

Aus Sicht der ehemaligen Anwender von programmierbaren Taschenrechnern aus den Siebzigern sind dass:

  • Damals war der sehr teure HP-41C für viele ein unerfüllbarer Traum – da der HP-42S zu diesem softwarekompatibel ist, ist er gewissermaßen der Nachfolger.
  • Viel mehr Speicher (7.2 kB, genau 6977 Bytes frei fürs Programmieren).
  • Durch LCD Display und CMOS-Technik einen wesentlich verringerten Stromverbrauch.
  • CMOS Speicher (Continuous Memory).
  • Benutzerdefinierte Menüs.
  • Alphanumerische Namen für Programme und Variablen – das macht es erst möglich, im großen Programmspeicher nicht den Überblick zu verlieren.
  • Eine zweizeilige Punktmatrix-Anzeige mit je 22 Stellen, die auch pixelgenau angesprochen werden kann! Abgesehen vom Kontrast schlägt sie damit sogar den Casio FX-602P.
  • Einen eingebauten piezoelektrischen Piepser!
  • Über 600 Funktionen.
  • Klein und leicht.
  • Und vieles mehr (http://www.hpmuseum.org/hp42s.htm).

Vielleicht sollte man aber erst einmal klären, was damals wie auch heute – zumindest für mich – die Faszination eines programmierbaren Taschenrechners ausmacht. Für mich sind es weniger die mathematischen Fähigkeiten, als vielmehr die Tatsache, dass der Taschenrechner programmierbar ist. Für mich ist ein programmierbarer Taschenrechner ein kleiner mobiler Computer. Also eine universelle Problemlösungsmaschine. Ob der nun auch mit komplexen Zahlen oder Matrizen umgehen kann oder ob er einen ‚Löser‘ eingebaut hat, interessiert mich erst in zweiter Linie.

Mein erster programmierbarer Taschenrechner hatte nur 72 Programmschritte um Programme zu speichern, eine grüne Fluoreszenzanzeige, die nur Ziffern darstellen konnte und nur eine einzige Vergleichsbedingung zur Realisierung von bedingten Sprüngen (Zuses Z3 hatte aber gar keine!), aber das genügte, um nahezu unendlich viele Algorithmen zu realisieren. Und dies war die eigentliche Freude, die mir das Gerät bereitete. Es war eine Art elektronische Leinwand, auf der ich meiner Kreativität freien Lauf lassen konnte. Anfangs entdeckte ich fasziniert die zum Programmieren notwendigen Befehle wie GTO, SKIP und die indirekte Adressierung. Dann lernte ich diese Befehle anzuwenden und programmierte mir Hilfen für die damals bei mir im Mathematikunterricht gerade auftauchende Bruchrechnung, wie die Ermittlung des GGT (den Algorithmus besorgte ich mir aus Langenscheidts Taschenlexikon), des KGV, die Primfaktorenzerlegung oder gleich das Kürzen eines Bruches. Später entwickelte ich ein Programm, welches in der Lage war, Unbedarfte nahezu immer im Streichholzspiel (http://de.wikipedia.org/wiki/Nim-Spiel) zu schlagen.

Aus heutiger Sicht sind das vielleicht banale Dinge, aber für einen zwölfjährigen Jungen, der damals in einem kleinen Dorf lebte und in dessen Umgebung niemand auch nur das Wort ‚Computer‘ kannte, war das alles im höchsten Grade faszinierend.

Die Grenzen dieses, meines ersten, ‚Computers‘ machten das Programmieren, ganz unabhängig von dem eigentlich zu lösenden Problem, schwierig. Die nur 72 Schritte erforderten so manchen Trick, wie zum Beispiel das Speichern aller wichtigen Eingabewerte vorab in Registern, um ein Programm überhaupt im Programmspeicher komplett ablegen zu können. Hatte man einen Fehler programmiert und versuchte das eingegebene Programm zu korrigieren, musste man die sogenannten ‚Tastencodes‘ kennen – jede gedrückte Taste konnte ja im numerischen Display nicht mit ihrer tatsächlich auf der Taste gedruckten Bezeichnung dargestellt werden, sondern stattdessen galt es einen kryptischen Code auswendig zu lernen. Oder, wenn einmal ein Programmlauf etwas länger dauerte, wäre es nett gewesen, wenn der Computer beim Beenden des Programms einmal kurz akustisch auf sich aufmerksam hätte machen können. Konnte er aber nicht.

Aber das größte Problem war der zu kleine Speicher. Denn es war mir schnell klar geworden, dass man es hier mit einem Gerät zu tun hatte, welches grundsätzlich in der Lage war, eine unglaublich große Anzahl von Problemen zu lösen, hätte es nur mehr Speicher besessen und wäre vielleicht noch etwas schneller gewesen. Durch die Zeitschrift CHIP, die damals einen völlig anderen Charakter und – im Vergleich zu heute – tolle Titelbilder hatte, lernte ich schnell bessere Geräte kennen, wie zum Beispiel den TI-58C oder den TI-59 und – na klar – den HP-41C.

Aus heutiger Sicht muss ich aber einwenden, dass beliebig viel mehr Programmschritte vermutlich auch nicht unbedingt weiter geholfen hätten. Dazu waren die Möglichkeiten, schon eingegebene Programme zu erweitern bzw. zu editieren, einfach zu dürftig. Man verlor sich im Code und verbrauchte mehr Zeit damit, sich überhaupt im Code zu orientieren, als mit der zielgerichteten Eingabe von Korrekturen oder Erweiterungen. Die später erschienenen Geräte wie der HP-41C oder der Casio FX-602P verschoben die Grenze durch ihre alphanumerischen Möglichkeiten noch einmal etwas, aber sie lösten sie nicht komplett auf. Es hat schon seinen Grund, warum man heutzutage mit großen Entwicklungsumgebungen wie Microsofts Visual-Reihe, Eclipse oder Netbeans programmiert. Und selbst mit dem ‚ollen‘ Basic von dem damals bald erschienenen C-64 ging das Programmieren leichter von der Hand.

Wer den GGT ein paar Mal per Hand ausgerechnet hat und gleichzeitig so faul ist wie ich, der kann sich vielleicht vorstellen, was für eine fundamentale Erfahrung es ist, wenn diese Berechnung das erste Mal von einem programmierbaren Taschenrechner aus erledigt wird. Möglicherweise habe ich an meinem GGT-Programm länger gearbeitet, als die aufsummierte Zeit, die ich in meinem Leben je für das Berechnen von GGT’s aufgewendet habe, aber der dadurch erzielte Erkenntnisgewinn ist für mich – und für mein weiteres Leben – vermutlich unbezahlbar gewesen.

UPN gegen AOS

Ähnlich den in der Vergangenheit erbitterten Diskussionen zwischen den Anwendern von Atari ST und Commodore Amiga (Beispiel) DOS und MAC oder aktuell iPhone und Android, gab es damals Diskussionen zwischen Texas Instruments und Hewlett Packard Anhängern. Im Kern bezogen sich die Diskussionen auf die verwendeten Eingabelogiken für algebraische Ausdrücke: UPN gegen AOS. Auch wenn diese Diskussion schon zig Mal geführt wurde, möchte ich dazu kurz meine Sicht darstellen. Denn diese ist für das Verständnis meiner Beurteilungen, der in diesem und anderen Texten angesprochenen Taschenrechner, wichtig.

Ich halte UPN, die beiden Funktionen [X <> Y] und [R↓] sowie den damit einhergehenden Stack aus den 4 Registern X, Y, Z und T, für eine effiziente Möglichkeit, mit relativ wenigen Programmschritten Tastencode-Programme zu schreiben. Es ist auch sicher so, dass jemand, der Formeln in einen UPN Rechner eintippen muss, über kurz oder lang besser versteht, welche Teilausdrücke in welcher Priorität abgearbeitet werden müssen.

Die Anzahl der Tastendrücke mag damals auf einem Gerät mit maximal 49 Programmschritten eine Rolle gespielt haben, heutzutage ist sie angesichts der riesigen verfügbaren Speichermöglichkeiten bedeutungslos geworden. Wer dann damit argumentiert, dass sich die bei UPN möglichen, weniger Tastendrücke für die Berechnung eines algebraischen Ausdrucks, zumindest beim mehrmaligen Durchrechnen einer Formel lohnen, hat wohl die Möglichkeiten eines programmierbaren Taschenrechners nicht verstanden.

Ein großer Nachteil von in UPN erstellten Programmen ist ihre schlechte Lesbarkeit. Ich hatte einmal die Aufgabe, ein auf einem HP-97 erstelltes, mir unbekanntes, Programm, welches aus über 200 Programmschritten bestand und für das keine große Dokumentation vorhanden war, für einen C-64 umzusetzen. Dies war äußerst schwierig, da man beim Analysieren des Programms genau darauf achten musste, in welchem Register gerade welcher Wert stand, bevor darauf eine verknüpfende Rechenoperation angewendet wurde. Es dauerte Tage, bis ich das Programm komplett analysiert und anschließend neu auf dem C-64 programmiert hatte.

Ein in AOS geschriebenes Programm kann dagegen, abgesehen von unbedingten und bedingten Sprüngen, nahezu linear gelesen werden.

Welches System man nun bevorzugt, hängt also davon ab ob man sich gerne stundenlang mit kryptischen Stackmanipulationen beschäftigen will, ein tiefes Verständnis von algebraischen Ausdrücken gewinnen will, oder aber schnell und sicher zu einem funktionierenden Programm, welches anschließend auch noch problemlos wartbar ist, gelangen möchte. Für mich steht dabei bei programmierbaren Taschenrechnern die einfache Programmierbarkeit ganz klar im Vordergrund!

Im Sinne des Genusses, welches man beim Lösen einer Knobelaufgabe hat, habe ich großes Verständnis für alle UPN Anhänger und auch selbst habe ich im Umgang mit dem HP-41C oder dem HP-42S Spaß damit, aber abseits nostalgischer Emotionen und im Hinblick auf die Verwendbarkeit in der heutigen Zeit halte ich sie für überholt.

FX-991DE Plus

Der Casio FX-991DE ist zurzeit (2012) einer der beliebtesten Schulrechner.

Eignung für die Schule

Der Casio FX-991DE plus beherrscht die Bruchrechnung und ist damit natürlich kontraproduktiv zu meinen Überlegungen. Es stellt sich auch die Frage, warum man, wenn man doch die Bruchrechnung erlernen möchte, überhaupt so ein Gerät einsetzt?

Vergleich zu historischen Taschenrechnern

Der Ansatz, eine Formel auf dem Display so darzustellen, wie er auch in Büchern gezeigt wird, ist sicherlich sinnvoll. Er zeigt konsequent auf, was man heutzutage für wenig Geld mit einer Anzeige machen kann. Der FX-991 kostet nur ca. 25 Euro und bringt dafür eine Punktmatrixanzeige mit, die so hoch ist, dass man sogar mehrere Zeilen darin unterbringen kann.

Schade,  dass so eine Anzeige nicht auch im HP-35S Verwendung gefunden hat.

HP-20S

Eignung für Schule, Vergleich zu historischen programmierbaren Taschenrechnern

 HP-35S

Eignung für Schule, Vergleich zu historischen programmierbaren Taschenrechnern

HP-42S

Eignung für Schule, Vergleich zu historischen programmierbaren Taschenrechnern

Simulatoren und Emulatoren

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Simulator Free42:

http://thomasokken.com/free42/

Emulator go42s:

https://sites.google.com/site/olivier2smet2/home/go42s

Der Vorgänger HP-41C

i41CX+

http://alsoftiphone.com/i41CXplus/

Ein sehr interessantes Projekt, welches zurzeit leider nur für das iPhone zur Verfügung steht, ist die i41CX+ App. Sie realisiert einen HP-41CX auf dem iPhone. Dies ist an sich mittlerweile nichts Besonderes mehr, da es mehrere derartige Projekte gibt. Der i41CX+ bietet aber Features, die ihn deutlich von den üblichen Emulationen abheben.

Leider besitze ich kein iPhone und konnte darum die App bisher nicht testen oder ausprobieren. Meine Informationen basieren darum auf den auf der Webseite zum i41CX+ gegebenen Informationen.

Der i41CX emuliert nicht einfach nur den HP-41CX, sondern erweitert ihn um außergewöhnliche Funktionen. Die bemerkenswerteste davon ist die Integration eines kompletten CAS, welches auf REDUCE basiert. Man kann wohl vom CAS aus auf einige Register der HP-41C Emulation zugreifen, allerdings konnte ich beim Überfliegen des Mini Manuals nicht feststellen, ob es auch möglich ist, HP-41C Programme zu schreiben, die das CAS aufrufen und die zurück gelieferten Ergebnisse direkt verarbeiten können.

Daneben ist es möglich die im iPhone verbauten Sensoren direkt im i41CX zu verwenden. Man kann so zum Beispiel programmgesteuert physikalische Experimente mit dem Beschleunigungssensor unternehmen. Oder ein HP-41C Programm entwickeln, welches mit der aktuellen GPS Position arbeitet!

Nebenbei kann der i41CX+ über Skins in seinem Erscheinungsbild nahezu nach Belieben verändert werden.

Ein Nachbau

WP34S Projekt:

http://sourceforge.net/projects/wp34s/

Direkt kaufen:

http://www.thecalculatorstore.com/WP34s-Package/en

Manual:

http://switch.dl.sourceforge.net/project/wp34s/doc/Manual_wp_34s_3_1.pdf

Programme für den HP-42S

GGT

01 LBL “GGT”  
02 X<Y?
03 X<>Y
04 LBL 00  
05 STO00
06 MOD
07 X=0
08 GTO 01
09 RCL 00
10 X<>Y
11 GTO 00
12 LBL 01
13 RCL 00
14 RTN

KGV

01 LBL “KGV”
02 STO 01
03 X<>Y
04 STO 02
05 XEQ “GGT”
06 RCL 01
07 RCL 02
08 *
09 X<>Y
10 ÷
11 RTN


Kürzen

01 LBL “KRZN”
02 STO 01
03 X<>Y
04 STO 02
05 XEQ “GGT”
06 ENTER
07 ENTER
08 RCL 02
09 X<>Y
10 ÷
11 X<>Y
12 RCL 01
13 X<>Y
14 ÷
15 RTN

 

Brüche addieren

01 LBL “BADD”  
02 STO 06
03 R↓
04 STO 05
05 R↓
06 STO 04
07 R↓
08 STO 03
09 RCL 04
10 RCL 06
11 XEQ “KGV”
12 STO 07
13 RCL 04
14 ÷
15 RCL 03
16 *
17 RCL 07
18 RCL 06
19 ÷
20 RCL 05
21 *
22 +
23 RCL 07
24 XEQ “KRZN”
25 RTN

Unterschiedliche Programmiermöglichkeiten am Beispiel der Primfaktorenzerlegung von HP-20S, HP-42S und HP-35S

Alle 3 Taschenrechner können als Sprungadressen Labels verwenden. Der HP-35S kann als Sprungadresse auch direkt zu einer Zeilennummer springen. Der scheinbare Vorteil erweist sich allerdings schnell als Nachteil, da es beim Programmieren schwieriger ist, sich die Einsprungadressen zu merken, als an diesen Stellen ein Label zu setzen und später dorthin zu springen. Auf der anderen Seite kann der HP-35S aber nur maximal 26 Label (die Buchstaben A – Z) verwenden. Für den vielen Speicher (32 KByte) des HP-35S viel zu wenig. Man kommt darum um die Zeilenadressierung nicht herum.

Der HP-42S kann sowohl ‚sprechende’ Namen für Label als auch die Nummern 00 – 99 verwenden. Da die Nummern auch noch lokal sein dürfen, besitzt er von allen Dreien das beste Adressierungssystem. Da ist es fast schon wieder schade, dass er ‚nur’ 8 KByte RAM besitzt.

Der HP-20S hat nur maximal 99 Schritte für die Programmierung. Da reichen die Nummern 0 – 9 für lokale Labels aus. Einzelnen Programmen kann man am Anfang auch ein Buchstabenlabel zuweisen und sie darüber später starten.

 

HP-20S HP-42S HP-35S
01 LBL F 01 LBL “PRIMF” B001 LBL B
02 STO 1 02 STO 01 B002 STO A
03 2 03 2 B003 2
04 STO 2 04 STO 02 B004 STO B
05 LBL 0 05 LBL 00 B005 RCL A
06 RCL 1 06 RCL 01 B006 RCL B
07 ÷ 07 RCL 02 B007 ÷
08 RCL 2 08 ÷ B008 IP
09 = 09 IP B009 STO C
10 IP 10 STO 03 B010 RCL B
11 STO 3 11 RCL 02 B011 *
12 * 12 * B012 RCL A
13 RCL 2 13 RCL 01 B013 x<>y
14 = 14 X<>Y B014
15 15 B015 x=0?
16 RCL 1 16 X=0? B016 GTO B020
17 SWAP 17 GTO 01 B017 1
18 = 18 1 B018 STO+ B
19 X=0? 19 STO+ 02 B019 GTO B005
20 GTO 1 20 GTO 00 B020 RCL B
21 1 21 LBL 01 B021 STOP
22 STO+ 2 22 RCL 02 B022 RCL C
23 GTO 0 23 STOP B023 STO A
24 LBL 1 24 RCL 03 B024 1
25 RCL 2 25 STO 01 B025
26 R/S 26 1 B026 x=0?
27 RCL 3 27 B027 GTO B029
28 STO 1 28 X=0? B028 GTO B005
29 29 GTO 02 B029 RTN
30 1 30 GTO 00
31 = 31 LBL 02
32 X=0? 32 RTN
33 GTO 2
34 GTO 0
35 LBL 2
36 RTN

Anhang:

Android

http://www.mathstudio.net/

Casio

CAS – Computer Algebra System for CASIO FX-9860

http://cas.jeuxcasio.com/en/

Symbolix

http://www.casiokingdom.org/calculator-forum/index.php?action=dldir;sa=details;lid=400

  1. Sabine
    Februar 23, 2016 um 6:30 pm

    Hallo,

    Gibt es ein CAS taschenrechner ohne Grafikfunktion.

    Grüße
    Sabi

  2. Juni 28, 2016 um 4:49 pm

    Toller und wirklich sehr ausführlicher Beitrag über programmierbare Taschenrechner !

  3. Anonymous
    Juni 28, 2016 um 8:24 pm

    Danke schön. Gibt noch ein paar Artikel hier zum Thema.🙂

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