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Erfahrungen mit der Garmin Swim


Vor zwei Jahren hat mich meine Tochter (damals 10 Jahre alt) das erste Mal auf 1000 Meter Brustschwimmen überholt. Letztes Jahr geschah es noch einmal. Auch wenn ich im Grunde stolz auf meine Tochter bin, hat es mich doch auch ein wenig gewurmt. Damit sie mich dieses Jahr nicht wieder abhängt, hatte ich mir zu Beginn der Schwimmbad-Saison vorgenommen, alle paar Tage 1000 Meter Brust zu schwimmen. Bei dem schönen Wetter ist mir das auch leidlich gelungen. Ich finde aber das Bahnen schwimmen recht langweilig und beginne dann während des Schwimmens über alles Mögliche nachzudenken. Das wiederum führt dazu, dass ich mich beim Bahnen zählen verhaspele. Darum konzentriere ich mich auf das Bahnen zählen und kann dann leider nicht nachdenken.

Da stolperte ich im Internet über die Garmin Swim. Eine spezielle Schwimm Uhr, die die Bahnen beim Schwimmen zählen kann. Im allerersten Moment dachte ich, die Uhr macht das mit Hilfe von GPS, da mir Garmin als Spezialist für GPS Geräte aller Art bekannt ist. Aber dann erinnerte ich mich an meine Erfahrungen im Sommer dieses Jahres im Gardasee, als ich dachte, ich könnte auch im Urlaub im Gardasee 1000 Meter Brustschwimmen und feststellte, dass mein Forerunner 305 dabei kläglich versagte. Denn sobald meine Hand mit dem Forerunner auch nur ein paar Zentimeter unter Wasser war, empfängt er kein GPS Signal mehr! Im Urlaub löste ich das Problem dann so, dass ich einmalig am Ufer entlang von Steg zu Steg schwamm und bei jedem Steg die Hand solange aus dem Wasser hielt, bis der Forerunner wieder einen Empfang hatte. So ermittelte ich einen Steg, der etwa 450 Meter von meinem Startplatz entfernt war und zu diesem schwamm ich dann jeden Abend hin und zurück.

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Ich habe dann ein bisschen über die Garmin Swim gelesen und festgestellt, dass sie leider überhaupt kein GPS eingebaut hat. Ich hatte die Hoffnung, die Garmin Swim wäre eine ähnlich tolle Uhr wie der Forerunner 405, der GPS eingebaut hat, mit Hilfe eines Brustgurtes die Herzfrequenz ermitteln kann und auch noch einigermaßen gut aus sieht. Aber die Garmin Swim kann bis auf letzteres nichts dergleichen! Stattdessen hat sie einen Beschleunigungssensor eingebaut. Mit dessen Hilfe versucht sie zu erkennen, wann der Schwimmer eine Bahn vollendet hat und eine neue beginnt. Ich habe mit MoveTracker selbst eine App entwickelt, die den Beschleunigungssensor von Android Smartphones auswerten kann. Darum dachte ich, dass die Garmin Swim bestimmt einen raffinierten Algorithmus eingebaut hat, der mit Hilfe eines 3-Achsen Sensors komplexe Bewegungsmuster erkennen kann und so zuverlässig das Ende einer Bahn aufgrund meiner Schwimmbewegungen detektieren kann. Trotz einiger, durchaus auch negativer Kritiken, wünschte ich mir dann das Teil nachträglich zum Geburtstag und bekam es auch.🙂

Die ersten Erfahrungen waren ernüchternd. Ich bin dann gleich jeden Tag einmal ins Schwimmbad und habe 1000 Meter Brust auf 50 Meter Bahnen geschwommen. Normalerweise bin ich nur jeden zweiten oder dritten Tag geschwommen.😉

Beim ersten Mal hat die Uhr 3 Bahnen zu viel gezählt. Anschließend wollte ich dann wenigstens sehen, wie Garmin meine Schwimmdaten grafisch auswertet und darstellt. Leider gibt es dafür kein Offline-Programm mehr, wie das Garmin Training Center für die Fahrrad Computer (z.B. für den Edge 705). Stattdessen gibt es ein Online Portal namens Garmin Connect. Das heißt, man muss seine gesammelten Trainingsdaten über das Internet übertragen und der Firma Garmin anvertrauen. Das ist zwar für alle nett, die ihre Daten gerne weltweit bekannt geben oder ihren Trainingsstand Freunden oder Freundinnen zeigen wollen, aber ich mag dass nicht!

Ach ja: Obwohl ja nun die Auswerte Software gar nicht auf meinem Rechner ist, muss ich trotzdem viele MByte Software über das Internet laden, nur um den mitgelieferten USB Ant+ Stick mit meinem Rechner zu ‚vertreibern‘! Früher hat man in der gleichen Menge Software ganze Office Pakete untergebracht!

Wie auch immer, der Kontakt meiner Uhr mit meinem Rechner über den mitgelieferten USB Ant+ Stick klappte jedenfalls erst einmal nicht. Nach mehreren Stunden Recherche und Deinstallation, sowie Neuinstallation des ganzen Treiber Krempels, hatte ich dann endlich meine Garmin Swim mit dem Ant+ Stick und diesen mit meinem Rechner korrekt verbunden. Aber da war ich wirklich schon leicht bis mittel genervt. Dann aber, das muss ich wiederum zugeben, war die Verbindung wirklich elegant: Man kommt vom Schwimmen nach Hause, geht zu seinem Computer und noch ehe man es richtig realisiert hat, hat dieser per Funk über den Ant+ Stick die Daten empfangen und auf Garmin Connect hochgeladen! Cool!

Ach ja, zwischenzeitlich hatte ich auch noch die Garmin Swim von der Firmware 3.40 auf 3.60 upgedatet. Aber das spielte für meine weiteren Erfahrungen keine Rolle, außer dass dadurch meine ersten, durch die Garmin Swim erfassten, 1150 Meter Brustschwimmen verloren gegangen sind. Pfft…

Nachdem sich dann die Garmin Swim, bei den beiden nächsten Schwimmversuchen, auch jedes mal verzählt hatte, wollte ich die Uhr am liebsten zurück geben und habe dann auch vor Frust zwei Tage lang nicht mehr geschwommen. Ich behielt sie aber trotzdem, da sie zum einen wasserdicht ist (!) und ich im Moment keine wasserdichte Uhr, eigentlich sogar seit Jahren überhaupt keine Armbanduhr mehr, besitze. Ein weiteres, vielleicht ziemlich dummes, Argument ist, dass die Garmin Swim für eine Sportuhr ziemlich gut aus sieht! Und außerdem ist eine Stoppuhr eingebaut. Alleine nur zum Stoppen habe ich in den letzten Wochen immer den Forerunner 305 mit ins Schwimmbad genommen. Verschämt in der Hand gehalten, bis kurz vor dem Schwimmen und dann anschließend gleich wieder ausgezogen, damit niemand den riesigen Klotz am Handgelenk sieht. Die Garmin Swim gibt da eine wesentlich hübschere Figur ab.

Ich habe natürlich viel im Internet zu dem Problem recherchiert und bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass die Garmin Swim leider keinen besonders raffinierten Algorithmus besitzt, um zu erkennen wann eine Bahn aufhört und die nächste beginnt. Vermutlich wartet sie einfach nur darauf, dass man einige Sekunden lange nichts tut, das ist beim Schwimmen immer dann der Fall, wenn man sich nach der Wende vom Beckenrand mit den Füßen ab stößt und dadurch einige Sekunden nur gleitet.

Bei meinen letzten Versuchen hatte ich manchmal für einige Sekunden die linke Hand, an der die Garmin Swim befestigt war, kurz aus dem Wasser gehalten, um so die Anzeige besser ablesen zu können. Das war der Fehler! Die Garmin Swim dachte scheinbar, dass ich mich vom Beckenrand abgestoßen habe und zählte eine neue Bahn!

Heute probierte ich es noch einmal. Probierte penibel regelmäßig mit den Armen eine Schwimmbewegung zu vollführen und mich immer fein vom Beckenrand abzustoßen. Diesmal klappte es, die Uhr zählte tatsächlich sauber meine 20 Bahnen. Als ich allerdings am Abend zu Hause auf Garmin Connect nach sah, war da merkwürdigerweise eine Bahn, die ich außergewöhnlich schnell geschwommen haben sollte und gleich darauf eine, bei der ich außergewöhnlich langsam war! Beides war mit Sicherheit nicht der Fall gewesen und ich frage mich jetzt, was ich, oder die gute Garmin Swim, denn diesmal falsch gemacht haben.

Alles in allem bin ich im Moment von dieser Uhr etwas enttäuscht. Vielleicht gewöhnen wir uns ja noch aneinander oder es gibt eine neue Firmware, die wirklich gut funktioniert, aber so lässt diese, im Vergleich zu einer unwesentlich teureren, aber mit GPS und Herzfrequenz Funktionen ausgestatteten Garmin Forerunner 405, ein unbefriedigendes Gefühl bei mir zurück.

Wenn sie wenigstens den Beschleunigungssensor noch zum Schritt zählen verwenden würde…

Kategorien:Nerd Alltag
  1. Anonymous
    August 25, 2013 um 11:30 pm

    Ein Gerät, welches Schwimmrunden nur mittels Beschleunigungs-Sensor ermitteln soll? Ohne GPS und ohne Kompaß? Wie sollte so etwas überhaupt -zuverlässig- funktionieren? Ändert sich die Schwimmgeschwindigkeit/-beschleunigung vielleicht beim Umdrehen in die Gegenrichtung?

    Davon ganz einmal abgesehen: ist Dein Schwimmbad wirklich so kurz, daß eine (Garmin)-Schwimmuhr mit Beschleunigungssensor zum Rundenzählen wirklich Sinn machen könnte?: Anders ausgedrückt: wenn ich beim Schwimmen über eine größere Rundenstrecke wie in einer Schwimmbadbahn über dem Rundenzählen nicht mehr auch -zwischenzeitlich- an Anderes denken könnte, oder umgekehrt, dann sollte ich mir Gedanken darüber machen, ob ich überhaupt schwimmen sollte – vielleicht saufe ich dann ja ab …

    Mein Fazit diesbezüglich: (Garmin-) Schwimmuhr zum Schwimmrundenzählen: unsinniges Spielzeug, da hätte ich vom Schwimmenlassen meines Geldes wohl sehr viel mehr.

  2. August 26, 2013 um 5:28 am

    Grundsätzlich kann ich mir schon vorstellen, dass es nur mit einem Beschleunigungssensor möglich ist, die Wende zu erkennen. Es gibt bestimmt einige typische Beschleunigungsverläufe der Arme, die in Kombination dazu – bei geschickter Programmierung – verwendet werden können.

  3. Rob
    Oktober 10, 2013 um 9:27 pm

    Also deine Meinung teile ich überhaupt nicht.
    Für mich ist die garmin swim perfekt.
    Am Anfang habe ich die geschwommenen Bahnen noch kontrolliert, aber es hat immer exakt gestimmt. Ich schwimme jetzt ca. 20 km pro Monat und ich habe über garmin connect ein echtes trainingstagebuch (früher habe ich mich ja immer beschissen mit den Strecken ).
    Da ich das nicht öffentlich mache, sieht auch keiner die Zeiten. Außer die NBA, aber was soll die damit auch machen, außer meiner Krankenkasse zu Raten meine Beiträge zu Senken.
    Viele Grüße vom Bodensee

    • Oktober 18, 2013 um 6:49 am

      Möglicherweise gibt es für den gleichen Vorgang, also zum Beispiel Brustschwimmen, bei unterschiedlichen Schwimmern unterschiedliche Bewegungsabläufe. So richtig vorstellen kann ich mir das nicht, aber wer weiß? Ich bin kein Schwimmprofi, sondern ein durchschnittlicher Mensch, der beim Bahnenschwimmen gerne die Bahnen gezählt bekommen hätte. Garmin behauptet, dass die Garmin Swim das kann. Da steht nirgends etwas von irgendwelchen Einschränkungen!

      Ich bin mir sicher, dass zum Beispiel ein Mensch, der mich beim Schwimmen beobachtet, die Bahnen richtig gezählt hätte. Da gibt es nämlich nicht viel Interpretationsspielraum. Ich schwimme einfach hin und her und jedesmal wenn ich die Richtung wechsele, zählt man halt eins dazu.

      Die Garmin Swimm kann das eben nicht immer!

  4. Ralf
    November 15, 2015 um 6:29 pm

    Gibt es eigentlich neue Erfahrungen in den letzten 2 Jahren? Zählt die Garmin Swim jetzt die Bahnen richtig. Wenn ja, was hast Du an Deinem Schwimmstil geändert. Es interessiert mich, da ich einen „Bahnzähler“ suche.

  5. Sven
    Februar 21, 2016 um 12:02 pm

    Ich nutze die Garmin SWIM seit einem dreiviertel Jahr und bin seitdem ca. 150 km geschwommen. In dieser Zeit hat die Uhr genau einmal falsch gezählt (mit einer Bahn Differenz), selbst wenn ich Brust und Kraul im Wechsel schwimme, zählt die Uhr korrekt und erkennt auch den jeweiligen Stil richtig. Es hängt viel davon ab, dass man einen sauberen Schwimmstil hat und bei der Wende mit einer Gleitphase startet. Ich kann also rundum positive Erfahrungen teilen. Und zum Thema Spielzeug: wenn man 3000 m im 25m-Becken schwimmt, hat man definitiv keine Lust zu zählen…

  6. Februar 21, 2016 um 12:12 pm

    Wie hast Du denn das überprüft?

    Es ist sicher richtig, dass ein Schwimmstil, der perfekt dem entspricht, welchen sich die Garmin-Konstrukteure als Basis für ihre Algorithmen ausgedeutet haben, die Uhr am besten analysieren kann.

    Dann sollte Garmin aber bitte in ihrer Werbung für die Uhr auch hinschreiben, dass die Uhr nur bei perfektem Schwimmstil funktioniert. Wobei ich selbst das bezweifele.

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