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Archive for Februar 2017

Tiny Whoop oder einfach: Indoor Racecopter!


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Auf Basis des Banggood Sets zusammen gebastelter FPV Indoor-Racecopter.

Hintergrund: Soweit ich das verstehe, hat die Firma Blade letztes Jahr mit ihrem Inductrix und Inductrix FPV eine Klasse von sehr kleinen Quadcoptern erschaffen, die zu viel Aufsehen in der Szene geführt hat. Schon optisch sind die kleinen Flieger bemerkenswert, da sie mit ihrem ‚Impeller‚-Antrieb sofort als etwas Neuartiges erkannt werden. Ob die Impeller-Funktion tatsächlich ihre Wirkung entfaltet, kann ich nicht beurteilen. Tatsache ist aber, dass sie etwas leiser sind, als vergleichbare Kopter, wie zum Beispiel den Carrera Micro Quadrocopter und dass sie sich sehr gut steuern lassen.

Ich habe aber davon nichts mitbekommen, sondern bin beim Stöbern auf Banggood über einen Nachbau (Eachine E0101) dieser kleinen Quadcopter gestoßen, der mir einfach optisch sehr gut gefallen hat. Da er zum Kaufzeitpunkt nur etwa 13 Euro gekostet hat, habe ich ihn einfach einmal bestellt. Als er nach ein paar Wochen angekommen war und ich die ersten Flüge im Haus damit unternommen hatte, war ich ziemlich beeindruckt, dass man für so wenig Geld ein Fluggerät bekommen kann, mit dem man so viel Spaß haben kann. Der Quadcopter lässt sich wirklich gut fliegen und geht auch nicht so schnell kaputt, wenn er einmal abstürzt. Wenn dann doch einmal etwas zerbrochen ist, kann man sogar Ersatzteile nach kaufen!

Er ist auch hervorragend dazu geeignet, absolute Anfänger an die Steuerung größerer Kopter zu gewöhnen. Die mitgelieferte Mini Fernsteuerung hat – wen man den Kopter in der Mode-2 Ausführung bestellt – exakt die gleiche Hebelwirkung wie zum Beispiel ein DJI Phantom 2 oder Phantom 3.

Nahezu hundertprozentig baugleich zum Eachine E0101 ist der JJRC H36. Dafür gibt es ihn in anderen Farben.

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Der Eachine E010 – eine Kopie des Original Blade Inductrix.

Beim Stöbern im Internet entdeckte ich, dass diese kleinen Copter möglicherweise zu mehr fähig sind, als ich das bisher wahrgenommen hatte. Andere Piloten hatten offensichtlich das Ziel, daraus Racecopter für Innenräume zu bauen. Damit können sie auch im Winter ihrem Hobby nachgehen und im Training bleiben. Ich fand das sehr interessant, konnte es mir aber auch nicht richtig vorstellen, da ich bis dahin genug damit zu tun hatte, den Eachine E010 5 Minuten lange in der Luft zu halten, ohne dass er dauernd gegen eine Wand oder auf den Boden knallt.

In der Szene gibt es einige Fachbegriffe und die Erklärung von ein paar davon, hilft, diesen Artikel etwas besser zu verstehen. In den Foren war die Rede von LOS, FPV und Acro Mode und die Forenbeiträge bezogen sich oft auf diese Begriffe. Anfangs wusste ich nicht was damit gemeint war und darum erschloss sich mir nicht, warum die Fans im Internet von Tiny Whoop, Inductrix, Beebrain, Beecore, Cleanflight und Betaflight eigentlich so begeistert waren.

LOS – Line Of Sight

Damit ist das Fliegen auf Sichtlinie gemeint. Man sieht das Flugobjekt von weitem und muss seine Lage korrekt einschätzen, um die richtigen Steuermanöver vornehmen zu können. Wenn das Flugobjekt auf einen zu fliegt, sind links und rechts vertauscht, was es ganz schön schwierig machen kann, den richtigen Steuerbefehl zu geben.

FPV – First Person View

Damit ist der ferngesteuerte Flug eines Flugobjekts aus der Sicht des Flugobjekts selbst gemeint. Dazu hat das Flugobjekt eine Kamera mit Öffnung in Flugrichtung montiert, die das Bild in nahezu Echtzeit zu einem Empfänger-Display per Funk überträgt. Der Pilot steuert nun das Flugobjekt nur aufgrund des auf das Display übertragenen Bildes. Für den Piloten entsteht dadurch der Eindruck, dass er sich an Board des Flugobjekts befindet. Auch wenn die paar Displaypixel es nicht erlauben jede Feinheit zu erkennen, so ist in diesem Modus das Fliegen einfacher.

Acro Mode – Rate Mode

Damit ein Quadcopter überhaupt fliegen kann, benötigt er immer einen eingebauten Computer, der aufgrund der Neigung des Quadcopters automatisch die Drehzahl der vier Motoren so steuert, dass sich der Quadcopter exakt waagrecht zur Erdoberfläche ausrichtet, wenn er in der Luft still stehen soll. Darüber hinaus nimmt er die von der Fernsteuerung übertragenen Befehle entgegen und steuert nun die Motoren so an, dass er sich in die gewünschte Richtung bewegt. Dies kann aber in ganz verschiedener Weise erfolgen. Quadcopter zum Filmen oder Quadcopter für Kinder richten sich bei Loslassen der Hebel der Fernsteuerung immer wieder senkrecht zur Erde aus. Man nennt dies auch Self-Level Mode. Hier gibt es auch oft noch die Einschränkung, den Copter nicht über eine bestimmte Schrägstellung hinaus steuern zu können.

Im Acro Mode ist das nicht der Fall, da behält der Quadcopter den zuletzt eingestellten Winkel bei und man muss bewusst dagegen steuern, damit er sich wieder in die Gegenrichtung ausrichtet. Dies ist der schwierigste Flugmodus und bedarf einiger Übung. Dafür hat man im Acro Mode die volle Kontrolle über den Quadcopter und kann ausgefallene Manöver wie einen Looping oder eine Rolle selbst steuern.

Selbst programmieren?

Als Software-Entwickler reizte es mich, so einen Quadrokopter einmal selbst zu programmieren. Da ich durch die Arduino-Welt schon etwas Erfahrung mit der Programmierung von Controllern und auch Gyrosensoren habe, habe ich mir gedacht, dass es eigentlich nicht so schwer sein kann, ein kleines Programm zu entwickeln, welches den Gyrosensor abfragt und dann je nach Lage die vier Motoren eines Quadkopters so steuert, dass er in der Luft schweben kann? Darum recherchiere ich schon länger gelegentlich nach Informationen zu diesem Thema. Hier hat das jemand mit einem Arduino Uno gemacht:

Mich interessiert aber im wesentlichen nur die Software-Seite und bei dem Kopter auf der angegebenen Seite muss man auch einiges zusammenbauen bzw. löten. Darum konnte ich mich bisher nicht dazu entschließen anzufangen. Mehr oder weniger zufällig habe ich dann dieses Angebot entdeckt:

http://www.banggood.com/Beecore-F3_EVO_Brushed-ACRO-Flight-Control-Board-DSM2-For-Inductrix-Tiny-Whoop-Eachine-E010-p-1089021.html?rmmds=search

Diese kleine Platine stellt einen sogenannten Flight Controller (FC) auf Basis des Mikroprozessors STM32 F303 dar. Der verwendete Prozessor läuft mit 72 MHz und hat sogar eine Fließkommaeinheit (Das machte die programmierte Mathematik schneller!) integriert! Zusätzlich sind auf dem Board noch ein Gyro-/Beschleunigungssensor und vier sogenannte ESC’s zur Motoransteuerung vorhanden! Man muss also nur vier passende Motoren einstecken, darauf passende Propeller stecken und das Board mit Strom versorgen, schon hat man einen funktionsfähigen Quadkopter!

Bei meinen Recherchen zum Board wurde aber schnell klar, dass die meisten Leute sich dieses Board nicht zum Selbstprogrammieren kaufen, es hatte viel mehr den Anschein, dass dieses Board den gutmütigen Eachine E010 in eine Art Racecopter für’s Haus verwandelt. Und ich muss zugeben, dass mich auch dieser Aspekt reizte und ich gerne einmal ausprobieren wollte, was es damit auf sich hat. Denn für mich flog der E010 eigentlich hervorragend und war mit seinen zwei Leveln auch schnell genug, um im Haus jede Menge Flugspaß zu haben.

Was mich aber an dem kleinen Beecore FC am meisten faszinierte, war der aufgelötete Micro USB Anschluß! Damit sollte es doch irgendwie möglich sein, ein eigenes Arduino Programm auf den FC zu bringen? Leider habe ich das bis heute noch nicht geschafft und falls es mir gelingt, gibt es später einen zweiten Artikel zum Beecore Board, der sich damit dann intensiver beschäftigt. Davon abgesehen, ist es aber sehr wohl möglich, auf das Board verschiedene FC Programme upzuloaden und ich habe es auch schon geschafft, mit der Arduino IDE Code für diesen Prozessor zu kompilieren. Dazu aber später mehr.

Da ich auch schon immer einmal so eine winzig kleine Funkkamera ausprobieren wollte, entschied ich mich, anstatt nur für das Board, gleich für das nachfolgende Paket:

http://www.banggood.com/Eachine-E010-Frame-Beecore-F3-Flight-Controller-Chaoli-615-59000RPM-Motor-TX03-72CH-VTX-Camera-Set-p-1114191.html?rmmds=myorder

Hier bekommt man für wenig Geld und bis auf den fehlenden Akku, ein komplettes Set, um auf die Schnelle einen FPV Kopter zusammenzustecken – dachte ich zumindest. Als die Teile endlich da waren, wollte ich natürlich möglichst schnell ausprobieren, wie sich so ein kleiner Racecopter fliegen lässt. Damit begann mein Einstieg in die Racecopter Szene…

Aber zuerst noch ein paar Randbedingungen: Von einem Inductrix FPV RTF hatte ich noch ein kleines Display zum Empfang eines Videosignals und eine einfache Fernsteuerung zum Senden der Steuersignale. Nun ist leider Fernsteuerung nicht gleich Fernsteuerung, sondern es gibt verschiedene Systeme. Entsprechend muss man bei der Bestellung des Beecore Boards eines der 3 nachfolgenden Systeme auswählen:

  • DSM für Spektrum
  • FlySky für einfache Geräte von HobbyKing und Anderen
  • FrSky für Taranis und Horus

 

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Original Fernsteuerung (RC) des Blade Inductrix FPV mit der Bezeichnung MLP4DSM.

Und DSM hat sich mittlerweile schon zu DSMX weiterentwickelt. Kurze Recherche ergab, dass die Fernsteuerung mit der Bezeichnung ‚MLP4DSM‘ von Inductrix, wie im Namen schon zu erkennen ist, DSM unterstützt. Also habe ich das Beecore Board mit einem DSM2 Empfänger ausgewählt. Allerdings war ich mir zum Kaufzeitpunkt nicht sicher, ob das Board wirklich mit der Fernsteuerung zusammen arbeitet und das Inductrix FPV Display die Kamera empfangen kann!

Darum war die Enttäuschung erst einmal groß, als nach dem Empfang des Päckchens nichts funktionierte. Weder gelang es mir auf meinem Display ein Bild von der Kamera zu empfangen, noch das Beecore Board mit meiner Fernsteuerung (Remote Control = RC) zu binden. Binden? Damit ist ein Vorgang gemeint, der die Fernsteuerung mit dem Board – sozusagen – bekannt macht.

Hier die Anleitung zur MLP4DSM.

Aber Vorsicht! Er ist nicht so leicht zu fliegen wie der Eachine E010. Dafür aber eher etwas für Profis, die aus dem Racecopter Bereich kommen, da er mit geeigneten Motoren und Akkus den sogenannten ‚Acromode‘ beherrscht und sehr schnell und agil ist!

USB Treiber für Betaflight

Eines der Probleme für die Nutzung der Konfigurationsprogramme von Cleanflight oder Betaflight ist die Verbindung der Programme zum Controller, solange sie an einen Computer angeschlossen sind. Es gibt sehr viele verschiedene Anleitungen und leider kann ich im Moment keinen perfekten Weg aufzeigen, da ich vieles ausprobiert habe und jetzt nicht mehr weiß, welche Kombination von Treibern bzw. Tools letztlich zum Erfolg geführt hat. Mit Hilfe von Zadig ist es mir auch einmal gelungen meine USB Installation so durcheinander zu bringen, das nicht einmal mehr die Maus funktioniert hat. Hier führte nur die Windows ‚Wiederherstellung‘ wieder zurück zu einem funktionsfähigen Computer!

Wenn ich Betaflight noch einmal neu für den Beecore-Controller einrichten müsste, würde ich als erstes den ‚STMicro Virtual Com Port (VCP) Driver‚ ausprobieren. Möglicherweise ist dann damit schon alles erledigt. Offiziell gibt es ihn hier und man muss leider seine EMail-Adresse dafür opfern. Man kann ihn aber auch an anderen Stellen im Internet finden.

Viele denken vermutlich nicht daran, dass beim ersten Einstecken des USB-Kabels vom Beecore Board zum PC, die beiden Bootloader-Kontakte miteinander verbunden werden müssen! Dies ist nur notwendig, wenn man noch keine Firmware aufgespielt hat (Oder das Board andersweitig softwaremäßig verbockt hat)! Ich hatte die Bootloader-Kontakte anfangs erst einmal zusammen gelötet. Das funktionierte dann zuverlässig, ist aber nicht unbedingt notwendig. Es geht auch mit einer Pinzette oder einem kleinen Schraubendreher. Am besten steckt man den Micro-USB-Stecker in das Board, hält mit einer Hand eine kleine Pinzette an die beiden Bootloader-Kontakte und steckt mit der anderen den USB-Stecker in den PC. Es genügt, dies nur zwei, drei Sekunden lang zu machen, dann kann man den Kontakt wieder lösen.

Wenn es Probleme gibt, empfehlen viele das Zadig-Tool, noch aktueller ist die Verwendung des ImpulseRC driver fixer tool. Auf der Seite steht sogar, dass man es damit als allererstes ausprobieren soll!

Original Betaflight-Anleitung zur Installation der USB-Treiber.

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Original Blade Inductrix FPV.

Betaflight

Grob gesagt, ist Betaflight ein Programm zur Steuerung von Quadcoptern. Es ist ein Abkömmling von Cleanflight, welches vom Aufbau her ganz ähnlich ist. Betaflight ist – sozusagen – die Essenz der im Verlauf der letzten Jahre im Open Source Bereich gemachten Erkenntnisse und Entwicklungen von Software für FC‘s (Flight Controller). Ein FC basiert immer auf einer geeigneten Kombination aus Hard- und Software. Die Hardware ist eine kleine elektronische Schaltung mit einem Microcontroller und verschiedenen Sensoren. Im Microcontroller läuft ein Programm ab, welches in einer unendlichen Schleife die Werte der Sensoren ausliest und auf Basis dieser Werte die Motoren des Quadcopters über sogenannte ESC‘s (Electronic Speed Controller) ansteuert.

Die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht und die Qualität der dabei eingesetzten Algorithmen bestimmt dabei, wie exakt sich der Quadcopter steuern lässt.

Betaflight – und auch Cleanflight – bestehen aus verschiedenen Teilen. Da sind zum einen eine große Anzahl fertig kompilierter Dateien für verschiedene FC Boards und zum anderen eine App, die es auf komfortable Art und Weise erlaubt, diese zu einem FC zu übertragen und zahlreiche Einstellungen vorzunehmen.

Damit die App laufen kann, wird zwingend der Google Chrome Browser benötigt. Dies empfinde ich als Einschränkung, da man so gezwungen wird diesen zu verwenden und – falls man ihn noch nicht installiert hat – dies zuerst nachholen muss.

Das Beecore Board hat zwar nicht den schnellsten Prozessor der Firma STMicroelectronics verbaut, aber dafür eine Fließkommaeinheit integriert, so dass die für manche Algorithmen notwendigen Berechnungen mit ‚wissenschaftlichen‘ Funktionen deutlich schneller durchgeführt werden können. Insgesamt ist der Beecore damit ein äußerst leistungsfähiger FC.

Das FC Programm übertragen

Ist das Beecore Board mit dem PC verbunden und die Betaflight Konfigurator App aktiv, so kann im Arbeitsbereich ‚Firmware Flasher‘ das Programm (die Firmware) in das Beecore Board geflasht werden. Dazu wählt man bei ‚Choose a Board‘ ‚SPACINGF3EVO‚ und anschließend bei ‚Choose a Firmware version for SPACINGF3EVO‘ ‚3.1.0 – SPRACING3EVO – 25-01-2017‚ oder eine aktuellere Firmware aus. Diese kann dann mit dem gelben Button ‚Load Firmware [Online]‘ unten direkt aus dem Internet auf den lokalen PC downgeloadet werden und anschließend mit ‚Flash Firmware‘ auf das Beecore Board geflasht werden.

Betaflight Konfiguration

Sobald das Board mit dem PC korrekt über USB verbunden ist, kann man in Betaflight den COM Port auswählen und auf die Connect-Schaltfläche klicken, kurz danach wandelt sich die Betaflight Konfigurationsoberfläche von einer reinen Infoseite zu einem umfangreichen Pult mit verschiedenen Arbeitsbereichen. Dass das Board verbunden ist, kann man leicht daran erkennen, das sich die Lage des stilisiert in der App dargestellten Quadcopter Bildes ändert, sobald man das Board etwas bewegt.

Zuerst sollte man sich an die Original-Anleitung von Banggood halten. Möglicherweise ist dann für Besitzer eines DSM2/DSMX RC die Sache auch schon gelaufen. Für mich, mit meinem Spar RC ‚MLP4DSM‘ vom Blade Inductrix FPV, ging es allerdings noch weiter.

Den RC (Remote Controller ) binden

Dies stellte sich für mich anfangs als größte Hürde heraus. Das hatte vor allem damit zu tun, dass ich gar nicht sicher war, ob sich das Beecore Board überhaupt mit dem RC (MLP4DSM) des Inductrix FPV binden lassen würde und zum anderen hatte ich die mir zur Verfügung stehenden Informationen zum Thema nicht richtig durchgelesen bzw. ein Video nicht richtig interpretiert.

Wenn man dann einmal weiß wie es geht, ist es eigentlich ganz einfach, wobei alle Schritte schnell nacheinander durchgeführt werden müssen: Man schaltet das Beecore Board ein, bzw. verbindet es mit dem PC. Dann bewegt man den linken Hebel des RC ganz nach unten und drückt ihn gleichzeitig fest in die Tiefe, bis es spürbar klickt und schaltet dann den FC ein. Gleich darauf kann man den Druck auf den linken Hebel wieder lösen und ihn einfach einmal nach oben und wieder nach unten bewegen. Jetzt sollten die weißen LED auf dem Board aufhören zu blinken und stattdessen kontinuierlich leuchten.

Receiver

Die für das korrekte Funktionieren wichtigste Einstellung ist die Adaption der vom RC gelieferten Werte der Hebelstellung. Davon ist nämlich, unter anderem, abhängig, ob der Quadcopter nach dem Start gleich in irgendeine Richtung driftet, bzw. ob bestimmte Funktionen sich überhaupt aktivieren lassen. So gelang es mir anfangs einfach nicht das Board zu armen (scharf stellen). Denn erst wenn der Copter ‚gearmt‘ ist, kann man die Motoren starten. Es kostete mich einiges an Zeit, bis ich die Zusammenhänge richtig verstanden hatte und feststellte, das des Rätsels Lösung der nicht komplett umgesetzte Hebelbereich war!

Auch hier ist die Vorgehensweise im Grunde sehr einfach. Zu Beginn schreibt man sich am Besten die im Arbeitsbereich ‚Receiver‘ gezeigten minimalen und maximalen Werte für die einzelnen Achsen der Hebel auf.

0 = Roll
1 = Pitch
2 = Yaw
3 = Throttle

Hier eine schöne Seite zur Erklärung von Roll, Pitch und Yaw.

Diese setzt man anschließend im Arbeitsbereich ‚CLI‘. Zum Beispiel mit:

rxrange 0 1150 1830
rxrange 1 1150 1830
rxrange 2 1150 1830
rxrange 3 1150 1830

Zum Schluss noch ein ‚save‘ hinterher und der FC ist so gut wie fertig. Mein Fehler war, dass ich dies mehrmals hintereinander machte, da ich die Werte möglichst perfekt einstellen wollte. Doch mit jedem weiteren Versuch wurde bei mir alles schlimmer. Bis ich realisierte, dass man vor jedem Setzen der Werte einmal:

rxrange reset
save

im CLI eingeben muss!!!

An dieser Stelle kann man auch noch ein anderes Problem auf elegante Weise lösen. So hatte ich wohl die Motoren so angebracht und angeschlossen, dass die Hebelwirkung teilweise genau spiegelverkehrt funktionierte. Dies bedeutete, dass ich, wollte ich zwischen meinem Inductrix FPV und dem Beecore Flieger wechseln, jedes Mal den RC (MLP4DSM) umstellen musste. Also nicht nur jedes Mal neu binden, sondern auch noch Yaw und Roll umstellen. Das war echt nervig!

Um dieses Problem zu lösen, kann man einfach mit ‚rxrange‘ die Werte für Min und Max tauschen! Schon ist das Problem gelöst. Bei mir waren es dann folgende Einstellungen:

rxrange 0 1828 1150 
rxrange 1 1150 1827
rxrange 2 1828 1150
rxrange 3 1100 1828
save

Und natürlich vorher

rxrange reset
save

nicht vergessen!!!

Wer allerdings lieber den RC umstellt, der kann dies einfach tun, in dem er den passenden Trim-Taster drückt, dann den RC einschaltet und wartet, bis ein Tonsignal ertönt. Ich muss das aber meist zwei Mal machen, da ich mir nicht merken kann, welchen Taster ich für welche Richtung drücken muss. Und dann natürlich vier Mal, da ich es sowohl für Yaw und für Roll durchführen muss. Darum ist es für mich die einfachere Lösung, einfach einmalig den Controller mit ‚rxrange‘ umzustellen.

Sind die Hebel mit ‚rxrange‘ soweit korrekt angepasst, sollte man sie mit den Trim Tastern des RC noch soweit justieren, dass sie in Mittelstellung ziemlich exakt 1500 +/- 2 zeigen. Sonst besteht die Gefahr, dass der Quadcopter gleich nach dem Start driftet.

In diesem Zusammenhang bin ich bei meinen Recherchen noch auf eine interessante, aber von mir noch nicht ausreichend überprüfte Information gestoßen. Liefert der RC keine exakte Mittelstellung, oder der FC reagiert unmittelbar auf jede winzige Änderung der Mittelstellung, so wird der Quadcopter niemals sauber in der Luft stehen und immer in irgendeine Richtung weg driften. Was wäre, wenn man einfach sagen könnte, das ein gewisser Bereich um die Mittelstellung herum immer so behandelt werden soll, als ob es exakt 1500 wäre? Also auch 1490 und 1510 sollen eine Mittelstellung bedeuten?

Angeblich kann man dies tatsächlich einstellen, in dem man folgende Anweisungen im CLI durchführt:

set deadband = X
set yaw_deadband = Y
save

Wobei ‚deadband‘ für die Roll und Pitch Achsen steht und ‚yaw_deadband‘ für die Yaw Achse. Also für X und Y müsst Ihr Zahlen angeben, zum Beispiel eine 3.

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Der Nachbau ohne Kamera.

Modes

Hier kann man hier bestimmen, was beim Drücken der Kanäle AUX 1 und AUX 2 passieren soll. Bei der MLP4DSM ist mit AUX 1 und AUX 2 das senkrechte Drücken des linken und rechten Hebels nach unten gemeint. So ist es beispielsweise an dieser Stelle möglich zu bestimmen, mit welchem Flugmodus man nach dem Armen losfliegen will!

Flugmodi:

  • AIR MODE
  • ANGLE
  • HORIZON
  • HEADFREE
  • FAILSAFE
  • BEEPER
  • FPV ANGLE MIX
  • OSD SW

Hier gab es eine weitere Hürde. Obwohl ich gemäß der Banggood-Anleitung vorgegangen war, war es mir nicht möglich das Beecore Board zu ‚armen‘. Zwar reagierte das Board auf das Drücken der Hebel in die Tiefe, aber trotzdem war es mir nicht möglich die Motoren zu starten. Dies stellte sich später als ein Problem mit dem nicht angepassten Hebelbereich heraus, kostete mich bis dahin aber einiges an Grübeln.

FPV

Wir haben jetzt einen kleinen Indoor-Copter, der sich im Vergleich zu einem Eachine E010 ganz anders fliegen lässt. Er ist viel agiler und schneller, fliegt aber nach Hebel in Mittelstellung immer auch noch ein bisschen nach, so dass man nach einem schnellen Manöver unter Umständen aktiv rückwärts fliegen muss, damit er nicht gegen eine Wand prallt. Vermutlich kann man jetzt noch mit der PID Einstellerei einiges nach persönlichen Wünschen konfigurieren. Ich habe hier aber mangels Zeit erst einmal aufgehört.

Was aber definitiv fehlt ist eine Kamera, damit man eben auch aus der First Person View fliegen kann. Bei meinem Banggood Paket war ja eine dabei und man muss nur sehen, wie man sie auf dem Beecore-Copter anbringt. Ich habe dazu zwei verschiedene 3D gedruckte Teile verwendet. Man findet sie auf Thingiverse oder man kann sie, zumindest das einfachere ohne Schutzbügel, auch bei Banggood bestellen.

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4 verschiedene Kamera-Halterungen mit unterschiedlichen Winkeln für verschiedene Geschwindigkeiten.

Leider gibt es dabei ein bis jetzt noch nicht gelöstes Problem. Es bleibt nämlich nicht aus, dass man, speziell am Anfang der eigenen Pilotenkarriere, öfters abstürzt. Dabei verbiegt sich mit ziemlicher Sicherheit jedes mal die Antenne. Anfangs kann man sie noch gerade richten, aber irgendwann bricht sie. Selbst bei dem Halter mit dem Schutzbügel bleibt das leider nicht aus. Sicher könnte man einen noch besseren Schutz entwickeln, aber der wäre dann auch schwerer und der kleine FPV Copter tut sich mit der Kamera darauf schon richtig schwer. Das Ende vom Lied ist, dass ich jetzt die Kamera wieder abgelötet habe.

In diesem Punkt ist der Original Inductrix FPV einfach besser! Er hat, anstatt den Antennen mit dem Drahtverhau (Cloverleaf), einfach ein kurzes Drähtchen und eine komplette, leichte Schutzhülle, so dass er die meisten Abstürze schadlos übersteht. Manchmal landet er direkt auf dem Kopf und schaltet einen Kanal weiter. Dann sieht man nichts mehr.

Darum fliege ich momentan FPV nur mit dem Inductrix.

 

Kategorien:Nerd Alltag, Quadcopter