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Samsung Galaxy Tab – Den ganzen Bildschirm für Apps nutzen


Das Samsung Galaxy Tab wird mit einem von Samsung angepassten Android 2.2 ausgeliefert. Dies ist eigentlich ein Smartphone Betriebsystem und nicht unbedingt für Tablets designt. Es funktioniert aber trotzdem auf dem Galaxy Tab ziemlich gut. Ein kleiner Nachteil ist es, dass einige Apps nicht den ganzen Bildschirm ausnutzen und darum rund um die App ein schwarzer Rand verbleibt. Das mag zum einen ästhetisch stören und zum anderen aber auch einfach die Wahrnehmung erschweren, da ja nicht der gesamte vom Bildschirm zur Verfügung stehende Platz verwendet wird.

Möglicherweise ändert sich dass mit den von Samsung in Aussicht gestellten Updates von Android, Gingerbread und Honeycomb, aber vorerst kann man sich auch anders helfen: Es gibt eine kleine Tab namens ‚Spare Parts‘, in denen der Entwickler einige Einstellungen anbietet, die normalerweise in den Android Einstellungen nicht zu finden sind und die er im ‚Android Source Repository‘, also sozusagen im Quellcode, gefunden hat. Da gibt es unter anderem eine Einstellung ‚Compatibility Mode‘, mit der es möglich ist Apps auf den ganzen Bildschirm aufzuziehen.

Durchführung:

Die App kann man durch Angabe ihres Namens über den Market downloaden. Nach dem Aufruf wählt man die Einstellung ‚Compatibility Mode‘ und löscht dort den Haken, anschließend setzt man ihn gleich wieder. Nun muss der Tab ausgeschaltet und wieder eingeschaltet werden. Hat er fertig gebootet, ruft man Spare Parts noch einmal auf und löscht den Haken wieder. Nachdem man den Tab ein weiteres Mal neu gestartet hat, werden Apps, die bisher nicht den gesamten Bildschirm genutzt haben, auf die gesamte Bildschirmgröße aufgezogen. Dadurch werden sie möglicherweise in Teilen (Icons, Bilder) geringfügig unscharf, aber durch größere Texte und größere Schaltflächen besser les- und verwendbar.

Funktioniert allerdings nicht immer perfekt. Bei der Stern App verschwindet z. B. die Hälfte der unteren Schaltflächen.

Eine brauchbare Galerie für das Samsung Galaxy Tab

Oktober 20, 2010 1 Kommentar

Wie auch auf meinen anderen Smartphones, möchte ich gerne meine vielen Bilder auf dem Samsung Galaxy Tab einigermaßen komfortabel betrachten. Die eingebaute Galerie App kann man dafür vergessen, sie versucht alle Bilder, sowohl auf der internen SD als auch der eingelegten microSD Karte zu indizieren und anzuzeigen. Mit meinen über 50000 Bildern ist sie damit überfordert. Da sie auch versucht alle Bilder in die Galerie aufzunehmen, auch die, die mich nicht interessieren, da die Bilder Icons sind oder Bestandteile von irgendwelchen Apps, ist sie für mich völlig unbrauchbar!

Einen Teil des Problems kann man lösen, in dem man in alle Ordner, die man vom Indizierungsvorgang ausschließen möchte, eine leere Datei mit der Bezeichnung ‚.nomedia‘ anlegt. Damit werden diese Ordner nicht gescannt und somit auch nicht in die Galerie aufgenommen. Das hilft einem natürlich noch nicht weiter, wenn man diese Bilder trotzdem gerne betrachten möchte. Meine Bilder sind mit Hilfe von Ordnern hierarchisch organisiert:

Jahr -> Monat -> Ereignis

Ich könnte also, wenn es dafür ein brauchbares Tool gäbe, relativ zielsicher auf meine Bilder zugreifen. Das Tool gibt es, es nennt sich ASTRO Datei-Manager. Er macht es möglich, sich in einem hierarchischen Verzeichnissystem beliebig in den Ebenen zu bewegen. Befinden sich in einem Ordner Bilder, so zeigt er nach wenigen Sekunden kleine Vorschaubilder für jedes Bild an. Das ist schon einmal nicht schlecht. Leider taugt der in ASTRO integrierte Bildbetrachter nichts – er kann nicht zoomen!!! Arrrggghhh…

Wenn die Bilder einmal größer als das Display sind, also z. B. von einer ausgewachsenen Spiegelreflexkamera stammen, nutzt einem dass mit dem ASTRO gar nichts. Aber der ASTRO erlaubt es, auch andere installierte Viewer zu verwenden, z.B. den der Galerie App! Die kann zoomen und oberflächlich betrachtet scheint jetzt alles in Ordnung – aber – Pustekuchen! Erstens benötigt sie ewig, um das Bild anzuzeigen und zweitens zoomt sie nicht sauber. Der verwendete Algorhytmus ist nicht von hoher Qualität und zeigt an den Kanten den bekannten Treppeneffekt! Arrggghhh…

Es ist zum Mäusemelken!

Da hat man so ein schönes Gerät mit einem so wunderbaren Display – wie geschaffen zum Bewundern feiner Bilder und dann gibt es keine Möglichkeit das auch zu nutzen.

Keine?

Wirklich keine?

Doch, es gibt eine kleine feine App namens Large Image Viewer, die kann!

Man kann sie aus dem Market downloaden und nach der Installation und dem nächsten Aufruf eines Bildes aus dem ASTRO heraus, fragt der ASTRO ob man nicht vielleicht den Large Image Viewer zum Anzeigen verwenden möchte – der ASTRO kann sich dass sogar merken – und schon wird das Bild so angezeigt, wie man sich das vorstellt. Der Astro läuft auch allein und hat eine einfache Galerie-Funktion, aber die hat das übliche Problem: Keine gescheite Navigation in einem hierarchischen Ordnersystem.

[Nachtrag]: Nachdem der Large Image Viewer mehrmals upgedatet wurde, funktioniert er auf dem Tab nicht mehr. Glücklicherweise gibt es einen sehr guten Ersatz: JustPictures! Er läßt sich genauso einbinden wie der Large Image Viewer.

 

Samsung Galaxy Tab als eBook-Reader mit Calibre

Oktober 20, 2010 6 Kommentare

Eine der interessantesten Anwendungen des Samsung Galaxy Tab ist es, ihn als eBook-Reader zu verwenden. Zugegeben, angesichts ‚läppischer‘ 139,- Euro für den Thalia Oyo, ist es möglicherweise ein bisschen Overkill. Aber er kann ja mehr: Mal schnell ein Fremdwort im Internet recherchieren? Die Wikipedia aufrufen? Auf eMails reagieren? Ein Youtube-Video zu einem bestimmten Sachverhalt sehen? Das macht den Tab zu einem weit überlegenen Gerät, welches für manchen den Mehrbetrag wert ist, was es kostet.

Eine geeignete Hardware ist aber längst nicht alles, was man zum komfortablen Lesen benötigt. Es ist immer auch eine Reader-Software nötig, die es erlaubt, die Bücher, die in einem bestimmten Format geliefert werden, in einer angenehm zu lesenden Form auf den Bildschirm zu bringen. Beim Oyo oder dem Amazon Kindle ist die Software fester Bestandteil des Geräts, als Anwender bleibt einem hier die Auswahl einer geeigneten App erspart. Aber auch beim Samsung Galaxy Tab ist standardmäßig ein eBook-Reader dabei. Im Android Market gibt es noch Aldiko, der mir ebenfalls sehr gut gefällt. Von Amazon gibt es Kindle auch als Android-Version!

Leseprogramme

Beide eBook-Reader erfüllen wesentliche Grundforderungen, die man an einen eBook-Reader stellen kann. So verwalten sie Lesezeichen, können den Text mit verschiedenen Schriften in verschiedenen Größen darstellen, gestatten das Blättern durch einfache Wisch-Gesten auf dem Touchscreen, erlauben das Dimmen der Hintergrundbeleuchtung, so dass ein eventuell im gleichen Schlafzimmer schlafender Partner nicht gestört wird und können das gebräuchliche ePub-Format importieren. Außerdem sind sie nett anzusehen und besitzen beide eine Art optisches Bücherregal, in dem die Buchcover hübsch dargestellt werden.

Das Problem mit dem PDF-Format

Lange Zeit war auf Computern das PDF-Format dass Maß der Dinge. Jegliche elektronische Publikation wurde in dieses Format gepackt, um es eventuellen Lesern zur Verfügung zu stellen. Viele Anwender haben darum im Lauf der Jahre eine beträchtliche Sammlung an PDF-Dokumenten gesammelt und würden diese jetzt gerne auf einem modernen eBook-Reader lesen. Glücklicherweise verstehen viele Reader das PDF-Format und auch der Samsung Galaxy Tab hat eine PDF-Reader App dabei.

Wo ist also das Problem? Viele PDF-Reader zeigen ein PDF-Dokument relativ starr an, eben so, wie es auch gedruckt aussehen würde. Dies ist allerdings auf den relativ kleinen Displays der Smartphones oder auch dem Tab ein Nachteil, denn entweder ist dann trotz der hohen Display-Auflösung der Text nur schwer zu lesen, da die Buchstaben extrem klein sind, oder aber man muss ständig seitlich hin und her scrollen, um eine Zeile von links nach rechts zu lesen. Ein Unding, und nur geeignet, einen eventuellen eBook Leser schnell wieder von dieser Idee abzubringen. Manche PDF-Reader besitzen auch keine Lesezeichen Funktion. Auch dies ein Ding der Unmöglichkeit, denn wer will schon erst mühsam die Stelle suchen, an der er das letzte Mal zu Lesen aufgehört hat?

Die eBook-Reader dagegen arbeiten völlig unterschiedlich, sie bevorzugen Fließtext, der – sozusagen – in das Display gegossen wird. Und das mit der Schrift und der Schriftgröße, die dem Leser am besten gefällt.

Leider verstehen die meistens kein PDF-Format!

Damit haben die Besitzer von großen PDF-Sammlungen ein ebenso großes Problem: Wie die vielen gesammelten PDF Texte mit den smarten eBook-Readern lesen?

Calibre

Und genau an dieser Stelle kommt Calibre ins Spiel.

Calibre ist allerdings erheblich mehr, als nur ein Programm um PDF nach ePub zu konvertieren. Es erlaubt bzw. bietet folgende Funktionen:

  • Bibliothek
  • eBook Konvertierung
  • Synchronisation mit eBook-Readern
  • Automatischer Download von Nachrichten und Konvertierung
  • eBook Reader
  • Online-Zugriff auf die eigene Bibliothek

Konvertierung von PDF nach ePub

In diesem Text geht es aber im wesentlichen um die PDF-Konvertierung. Ich habe lange recherchiert und sogar selbst programmiert, aber ich denke Calibre ist zur Zeit die beste Möglichkeit PDF-Dokumente in das ePub-Format zu überführen. Calibre ist dabei weniger ein Konvertierprogramm, als vielmehr eine Art Oberfläche zur Verwaltung all dieser Aufgaben. Es ruft nacheinander viele kleine Programme auf und versorgt sie mit den richtigen Parametern, damit sie die ihnen zugedachten Aufgaben ausführen können.

Um nun eine PDF-Datei zu konvertieren, downloadet und installiert man sich als erstes Calibre und ruft es anschließend auf. Nun kann man mit Hilfe eines Dateimanagers wie dem Windows-Explorer per ‚Drag and Drop‘ eine oder auch mehrere PDF-Dateien in den mittleren Bereich von Calibre ziehen. Damit sind diese mit Calibre erfasst. Sie werden übrigens tatsächlich kopiert und befinden sich anschließend unter ‚C:\Dokumente und Einstellungen\[Eigener Name]\Calibre Bibliothek‘ nach Autoren sortiert.

Nun wählt man eine oder mehrere Dateien aus der Liste aus und markiert sie. Am Anfang am besten nur eine. Mit einem Klick auf das dritte Calibre-Icon ‚Konvertiere Bücher‘ von links aus der Icon-Leiste von Calibre, ruft man den Konvertier-Dialog aus. Dort kann man sehr viele Einstellungen vornehmen. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Oben links wählt man das Eingangsformat, also PDF aus. Achtung: Wenn man später noch einmal eine Konvertierung mit veränderten Einstellungen vornehmen will, so sollte man darauf achten, dass dort immer noch ‚PDF‘ eingetragen ist, da Calibre ab der zweiten Konvertierung erkennt, dass schon eine Datei im ePub-Format existiert und dann dort dieses Format einträgt!

Rechts wählt man natürlich EPUB aus. Und schon kann mit einem Klick auf ‚Ok‘ die Konvertierung gestartet werden. Eine Konvertierung kann je nach der Größe des Buchs oder der Geschwindigkeit des Computers einen Moment dauern.

Es empfiehlt sich aber, vor einer Konvertierung wenigstens die Metadaten zu kontrollieren und bei Bedarf zu korrigieren, da von diesen Buchtitel und Autor für die ePub-Datei abgeleitet wird und damit auch eine ordentliche Organisation der Bücher in der Bibliothek möglich wird.

Feintuning

Mir hat die Konvertierung mit den Standardeinstellungen schon ganz gut gefallen. Allerdings hatte ich danach auch ePub-Dokumente, die für jede PDF-Seite einen lästigen Absatz und eine Seitennummer mitten im Fließtext aufwiesen. Dies hat mein Gefühl für Ästhetik beim Lesen doch sehr gestört und ich sann nach Abhilfe. Einige Stunden Recherche und des Ausprobierens später, habe ich dafür eine Lösung gefunden: Im Konvertier-Dialog gibt es an der linken Seite ebenfalls eine Icon-Leiste, deren drittes Icon von oben ‚Struktur Erkennung‘ heißt. Diese Funktion erlaubt es, in einem Zwischenschritt der Konvertierung nach bestimmten Zeichenketten zu suchen und diese zu entfernen. Allerdings muss die zu suchende Zeichenkette als regulärer Ausdruck angegeben werden. Die Definition eines regulären Ausdrucks ist allerdings eine Wissenschaft für sich. Man kann sich helfen, indem man beim Ausprobieren des Ausdrucks eine Hilfe wie die Seite Regex Tester verwendet. Dort kann man sowohl den regulären Ausdruck als auch ein Stück des zu durchsuchenden Textes eingeben. Der Regex Tester zeigt dann sofort alle Fundstellen in gelber Farbe an.

Wenn man den richtigen Ausdruck gefunden hat, gibt man ihn im Eingabefeld ‚Regulärer Ausdruck Fußzeile:‘ ein und markiert zusätzlich ‚Fußzeile entfernen‘. Bei mir sah der Ausdruck so aus:

[0-9]{1,}<br>
<hr>
<A name=[0-9]{1,}></a>

Wenn man jetzt wieder auf ‚Ok‘ klickt, wird die ePub-Datei ohne störende Seitenumbrüche generiert. Natürlich muss dieser Ausdruck individuell angepasst werden. Wenn man ihn aber einmal für eine bestimmte Art der Formatierung angepasst hat, kann man ihn für diese Formatierung immer wieder verwenden.

Ein gutes Verfahren, um einen passenden regulären Ausdruck für derartige Probleme zu finden, ist es, die zu ersetzende Stelle komplett in das Feld ‚Enter regex here.‘ zu kopieren und anschließend die höchstwahrscheinlich dynamischen Anteile (Sprich: Die Seitennummer) durch so etwas zu ersetzen: [0-9]{1,}

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Nachtrag

Manche PDF Reader haben einen speziellen ‚Reflow‘-Mode, der die starre Formatierung aufbricht und den Text passend für die Breite des Displays umformatiert. So zum Beispiel der PDF Reader im HTC HD2, der dies aber erst kann, wenn man folgenden Registry Key auf 1 setzt und anschließend einen Softreset ausführt:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Adobe\AdobeReaderLE.25\EnableReflow

Leider besitzt der PDF Reader im HD2 keine Lesezeichen Funktion. Aber alles kein Problem – denn die konvertierten ePub-Dateien könne auch prima mit dem HTC HD2 verwendet werden. Einfach Freda installieren! 😉

Zum Ersetzen von Seitennummern gibt es jetzt noch einen weiteren Artikel mit einer genaueren Beschreibung der Vorgehensweise.

Lesefutter

Weitere Quellen für Bücher:

Besonders Thalia hat mittlerweile ein recht umfangreiches deutschsprachiges Angebot. Bei ‚beam ebooks‘ gibt es auch viel Kostenloses zum downloaden. Auch das Projekt Gutenberg hat eine kleine Auswahl kostenloser, deutschsprachiger Bücher im Angebot.

Samsung Galaxy Tab Erfahrungsbericht

Oktober 18, 2010 1 Kommentar

Das Samsung Galaxy Tab ist zurzeit nahezu einzigartig. Die technischen Spezifikationen werde ich hier nicht aufführen, denn die gibt es im Web schon anderswo. Die Einzigartigkeit bezieht sich darauf, dass das Galaxy Tab in der Summe seiner wertgeschätzten Eigenschaften zurzeit relativ alleine da steht und damit im Grunde konkurrenzlos ist. Es hat

  • ein angenehm großes Display,
  • ist bei weitem nicht so groß wie das iPad,
  • hat trotz geringerer Displaygröße fast die gleiche Auflösung (1024*600 gegen 1024*768 des iPad),
  • oder 169 gegen 132 dpi, damit einen höheren DPI-Wert,
  • wirkt dadurch schärfer,
  • ist fast genauso sexy,
  • ist reaktionsschnell,
  • lässt sich kinderleicht gebrauchen,
  • vermittelt ein wertiges Gefühl, wenn man es in den Händen hält,
  • besitzt ein microSD Fach,
  • kann über USB mit dem PC verbunden werden und
  • besitzt sogar einen Schacht für SIM-Karten – also kann man sogar damit telefonieren. 😉

Im weiteren Text vergleiche ich das Tab an manchen Stellen mit einem unter Android 2.2 laufenden HTC HD2. Denn bei genauerer Betrachtung ist das Tab eigentlich nichts anderes als ein Smartphone der Oberklasse, nur mit viel größeren Abmessungen. Die Ähnlichkeit ist sowohl optisch als auch funktional gegeben. Beide verfügen unter Android nahezu über die gleichen Möglichkeiten, da sie, was die reine Funktionalität betrifft, über eine nahezu identische Hardwareausstattung verfügen. Beide besitzen Sensoren zur Beschleunigungsmessung, Richtungsbestimmung, Lichtmengenmessung, beide besitzen einen kapazitiven Touchscreen mit einer Oberfläche aus Glas oder einem glasähnlichen Material, beide besitzen Bluetooth, WLAN, sowie verschiedene hochwertige Funksysteme um mobiles Internet zu betreiben und mit beiden kann man telefonieren. Und da beide Android 2.2 als Betriebssystem verwenden können, kann die Hardware durch die Android Apps auf identische Weise verwendet werden! Was die Frage aufwirft, ob es dann eben nicht auch ein Smartphone tut?

Design

Auch optisch erinnert das Galaxy Tab stark an einen vergrößerten HTC HD2. Die optische Ähnlichkeit rührt daher, dass die Frontglasscheibe des Tab genau wie beim HD2 von einem an den Ecken abgerundeten schwarzen Rahmen aus Kunststoff eingefasst ist. Es besitzt unverkennbar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem iPad und man könnte auf die Idee kommen, dass Samsung da bei Apple abgekupfert hat. Vergleicht man allerdings alle drei, also den HD2, das iPad und das Galaxy Tab, so stellt man fest, das alle drei in bestimmten Punkten große Ähnlichkeiten aufweisen. So sind alle drei auf der Vorderseite schwarz, haben abgerundete Ecken, einen kapazitiven Touchscreen, der über das reine Display hinaus den Rand abdeckt und einige wenige Tasten zur Steuerung. Zur Rückseite hin können die Geräte besser differenziert werden: Im Gegensatz zu den anderen beiden geht der Rahmen des Tab nicht fugenlos in die Rückseite über. Hier zeigt das iPad die größte Konsequenz und bietet mit seiner Schale aus Aluminium die klarste Formensprache. Beim HD2 gibt es auch eine Schale aus Kunststoff, die aber noch einmal durchbrochen wird von einem Deckel aus dünnem, eloxierten Blech, was aber, genau wie beim iPad auch, ein Gefühl der Wertigkeit vermittelt.

Beim Tab ist die Rückseite ein weißer Kunststoffdeckel, der aber ohne störenden Spalt fest mit dem schwarzen Rahmen verbunden ist.

Ich möchte behaupten, dass das Design aller drei Geräte einem konsequenten ‚Form follows function’-Prinzip unterworfen wurde und es dadurch zwangsläufig zu einer gewissen Ähnlichkeit gekommen ist. Dies ist beim iPad ohne Frage am konsequentesten geglückt, dass Tab steht ihm aber nur minimal nach, während der HD2 durch seine 5 Tasten, die die Glasfront durchbrechen, am inkonsequentesten ist. Bei Apple gehört Design schon lange zu einem wesentlichen Ausstattungsmerkmal seiner Produkte und dadurch liegt die Latte für andere Hersteller sehr hoch. Obwohl mancher Kunststoff bessere Eigenschaften als Metall hat, so zum Beispiel bei einem Aufprall weniger leicht dauerhaft deformiert, nicht korrodiert, leichter ist, sich in den Händen wärmer anfühlt, vermittelt einem glänzendes oder matt schimmerndes Metall ein höherwertiges Gefühl, was vielleicht damit zusammen hängt, was wir in Gedanken mit schimmerndem Silber oder Gold verbinden.

Verarbeitung

Das Tab fühlt sich sehr gut an. Alle Teile des Gehäuses sind präzise gefertigt und zusammengefügt. Da es weder papierdünn noch ziegelsteindick ist, eine gewisse ‚Schwere’ besitzt, entsteht beim Anfassen der Eindruck, eine massive kleine Platte in der Hand zu halten. Obwohl die Rückseite nicht aus Aluminium wie beim iPad ist, hat man das Gefühl etwas sehr Wertiges in den Händen zu halten. Nichts knirscht oder ist wackelig, es ist nicht zu dick und auch nicht zu dünn. Der Rand um das Display ist auch im Verhältnis zur Größe breiter als der vom HD2 und damit sinkt die Gefahr versehentlich eine Schaltfläche auf dem kapazitiven Display zu berühren. Die Front besteht aus Glas oder einem glasähnlichen Material. Man muss sie nicht eindrücken um eine Schaltfläche zu aktivieren, bloßes Berühren reicht aus.

Android

Die funktionale Ähnlichkeit ist natürlich Android zu verdanken. Ich habe einmal Quadrant Android darauf laufen lassen und als Ergebnis erreichte das Tab einen Wert von 1010 und der HD2 unter Froyostone Sense 3.2 einen Wert von 1244! Das mag vielleicht an der unterschiedlichen Displayauflösung liegen, immerhin 614400 gegen 384000 Pixel, was für das Tab eine Mehrleistung von über einem Drittel bedeutet.

Display

Der HD2 war/ist ein sehr erfolgreiches Gerät. Diesen Erfolg hat er zu einem guten Anteil seiner hohen Geschwindigkeit und womöglich noch mehr, seinem großen Display von 4.3 Zoll zu verdanken. Und so ist es auch das Display des Galaxy Tab, welches mit 7 Zoll mehr als doppelt so viel Fläche wie das des HD2 einnimmt, was, neben seinem angenehmen Äußeren, zu diesem ‚Haben will‘-Gefühl führt. Das Betrachten von Bildern und Filmen auf diesem Display macht einfach Spaß und es macht noch mehr Spaß als auf dem HD2. Bilder werden zwar nicht ganz so knackscharf wie auf dem HD2 oder dem ‚Retina‘-Display des iPhone gezeigt, aber dafür hält man das Tab auch ein paar Zentimeter weiter weg, was den etwas geringeren DPI-Wert wieder ausgleicht.

Übrigens: Das Dell Streak, ein Gerät irgendwo zwischen aufgeblasenem Smartphone und Tablet angesiedelt, hat relativ zu den üblichen Smartphones auch ein vergleichsweise großes Display (5 Zoll), aber immer noch die gleiche Auflösung wie der HD2.

Um das Display zu testen, war eine meiner ersten Maßnahmen das Übertragen von Bildern und Filmen. Das Tab kann über USB an einen PC angeschlossen werden. Bei meinen ersten Versuchen verwendete ich eine Class 2 microSD Karte mit 16 GByte von SanDisk. Diese wurde vom Tab problemlos akzeptiert. Ich hatte vorher meine Bildersammlung mit über 50000 Bildern darauf kopiert und einige Filme im AVI- und MPG-Format. Leider kam das Tab mit meiner Bildersammlung nicht zurecht. Er versuchte immer wieder die Sammlung zu indizieren, hatte dabei aber offensichtlich ein Problem, welches zum Beenden des Indizierungsvorgangs führte.  Dieses Problem bekam ich nur dadurch in den Griff, dass ich den kompletten Ordner mit den Bildern durch das Anlegen einer leeren Datei, mit der Bezeichnung ‚.nomedia‘, vor dem Indizierungsprogramm versteckte.

Um nun die Bilder doch noch irgendwie auf dem Tab zu Gesicht zu bekommen, installierte ich über den Market das Programm ‚ASTRO Datei-Manager‘, welches es erlaubt, wie vom Windows Explorer gewöhnt, hierarchisch in den Ordnern zu navigieren. So fand ich dann auch meine Bilder auf der microSd Karte und konnte sie entweder mit dem ASTRO-Bildbetrachter oder der Galerie ansehen. Dabei viel mir beim Betrachten der Galerie auf, dass die Bilder, wenn auf maximal vergrößert, an Kanten einen Treppeneffekt aufwiesen. Ich bin mir noch nicht sicher, woher das kommt, aber schon einmal dankbar für gute Vorschläge zu Bildbetrachtern. Der ASTRO-Bildbetrachter taugt eher noch weniger, da er die Bilder einmalig an den Bildschirm anpasst, aber anschließend kein Zoomen erlaubt.

Für das Ansehen von Filmen installierte ich zusätzlich zum eingebauten Viewer noch den RockPlayer Universal. Der einbaute Player kann die MPG-Dateien nicht anzeigen. Der RockPlayer kann sie anzeigen, allerdings darf man während des Abspielens nicht neu positionieren. Die Filme hatten eine Auflösung zwischen 320*240 und 800*480 Pixeln. Filme mit Auflösungen ab 640*480 Pixeln sehen sehr gut auf dem Tab aus. Ich habe auch versucht einen Trailer mit FullHD Auflösung (1920*1080 Pixel) abzuspielen – dies funktionierte nur mit extrem starken Hängern und war somit unbrauchbar. Avatar in 800*480 lässt sich aber absolut flüssig genießen…

Sound

Das Galaxy Tab hat für seine geringe Größe und Flachheit einen guten Klang. Aus den winzigen Stereo-Lautsprechern ertönt ein erstaunlich voller Klang! So macht es Spaß, damit auch ohne Kopfhörer Musik zu hören!

eBooks

Die zweite Anwendungsart, in der das Tab brillieren kann, ist das Betrachten von Texten, egal ob ePub, PDF oder HTML Seiten. Hier machen sich die höhere Auflösung und das große Display sehr positiv bemerkbar und das Tab kommt damit einem eBook Reader gefährlich nahe. Wenn er ihn nicht sogar schon übertrifft, denn nachts im Bett kann man damit wunderbar ohne zusätzliches Licht lesen und damit einen eventuell vorhandenen Partner nicht stören. Im Sonnenlicht mag das wieder anders aussehen.

Auf dem Tab installiert ist eine App namens ‚Readers Hub‘, unter der es verschiedene Möglichkeiten geben soll an Bücher zu gelangen. Von den drei Möglichkeiten, die dort zu sehen sind, funktionierte aber nur Kobo. Ein kurzer Test führte aber nur zu englischsprachigen Büchern und selbst die kostenlosen können scheinbar erst downgeloadet werden, wenn man einen Account angelegt hat. Aber mit Android ist das ja kein Problem: Es lässt sich ja der Amazon ‚Kindle‘ oder der kostenlose ‚Aldiko‘ vom Market downloaden. Kindle führt zur Zeit auch überwiegend zu englischsprachiger Literatur, aber da tut sich vielleicht bald etwas.

Mit Aldiko kann man das eBook Lesen so richtig ausprobieren. Da gibt es zum Beispiel ‚Beam eBooks‘, die immer einige kostenlose Bücher zum Download anbieten. Unter ‚Free Public Domain Books‘ kann man auch auf einige deutschsprachige Bücher stoßen. Aldiko erlaubt es kostenlos und sehr komfortabel in die Welt der eBooks vorzustoßen. Sehr empfehlenswert!

Weitere Hinweise auf die Verwendung des Galaxy Tabs als eBook-Reader

Internet

Der vorinstallierte Browser des Tab funktioniert soweit ganz gut. Allerdings vermisse ich doch etwas Geschwindigkeit. Manchmal tippt man eine Schaltfläche bzw. einen Link an und ist sich nicht sicher, ob das Tab dies auch bemerkt hat. Das Laden oder Rendern der Seiten benötigt immer etwas Zeit. Das die Zeile mit den Schaltflächen beim Scrollen einer Seite mit nach oben verschwindet, empfinde ich als echte Designschwäche.

Vor ein paar Jahren hätte ich nicht gedacht, dass Youtube einmal so an Bedeutung gewinnt, wie es momentan der Fall ist. Auch mir macht es hin und wieder Spaß, anstatt in die Glotze zu sehen, in Youtube zu stöbern. Umso besser, dass dies mittlerweile auch mit vielen Smartphones geht. Auch das Tab hat eine eigene App um in Youtube zu stöbern. So macht es Spaß, gemütlich in einem Sessel zu sitzen und von Video zu Video zu springen.

Sehr nett ist ein kleiner Taskmanager, der direkt auf der Startseite des Tab zu sehen ist. Hier lässt sich schnell sehen, welche Apps im Moment laufen und jede einzelne lässt sich dort auch beenden.

Negatives:

  • Leider hat das Tab einen proprietären USB-Anschluß, in den weder Mini- noch Micro-USB Stecker passen.
  • Es ist sehr glatt, packt man es mit ein paar Büchern oder einer Zeitung unter den Arm, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es dort heraus rutscht und auf den Boden knallt, sehr groß.

Fazit

Um es kurz zu machen: Schleppt man sowieso eine Tasche oder einen Rucksack mit, so ist das Samsung Galaxy Tab das bessere Smartphone, da das Betrachten jeglicher Information, aber insbesondere auch von Bildern und Filmen, auf einem so großen Display wesentlich angenehmer ist und dadurch viel mehr Spaß macht. Telefonieren tut man mit dem Tab sinnigerweiße mit einem Bluetooth-Headset, ist sowieso viel praktischer und beim Autofahren geradezu zwingend. Hat man keine extra Tasche dabei, so sind Smartphones wie das HTC HD2 die bessere Wahl. Wem Mobilität über alles geht, der ist beim HD2 besser aufgehoben.

Das Tab ist ein sehr feines Gerät – nur leider etwas teuer.